24.09.2011 Fulda, Kreuz
Fulda, Kreuz
Wenn man ein Geschoss spektakulär abfeuern will, muss man es vorher richtig gut festklemmen. Dann geht das Ding voll ab! Das ist allgemeine Physik und darum funktionieren auch die Monsters so.
Nachdem wir uns über zwei Stunden zu einer unserer gefürchteten Bandbesprechungen an einen Biertisch ohne Bier geklemmt haben – erstmals sogar zu acht, also mit Timmey und Urs als zusätzliche Hirne – passiert das, was eigentlich immer passiert, wenn wir uns über eine längere Zeit einem solchen Kopfstress aussetzen.
PENG!
Angezündet mit einem waldmeisterlichen Hausschnaps, schießen wir uns auf die Bühne und weil es da so schön ist und das Publikum uns wohl gesonnen, machen wir es uns gemütlich und öffnen langsam die Ventile, damit der intellektuelle Überdruck in unseren Köpfen entweichen kann. Aahh, das tut gut.
Burger ist mit diesen Ventil - Handhabereien nicht so geübt, wie der überwiegende Teil der Band, sprich: Burger trinkt eigentlich selten bis nie. Weswegen wir es sehr genießen, wenn er es doch mal tut und das völlig zu recht:
Wir alle geben uns Mühe, auf dem Grat zwischen Ausgelassenheit und Peinlichkeit zu lustwandeln, aber die „Big Points“ gehen heute an Burger. Herrlich 16-jährig kichert und gluckst er zwischen uns rum, daß es uns eine Wonne ist, ihn zu beobachten.
„Bin ich endlich so, wie ihr mich wolltet?!“ singt er, als es ihm dann doch noch mal gelingt, den Satz ohne Gegluckse rauszubringen.
„Ja!“ – antwortet die Band, „Ja!“ – ruft das Publikum.
Prost allerseits! Danke für die Party!
Böse Wirkstoffe docken an unsere Synapsen an, um Gutes zu tun. Wir hüpfen, kichern, kugeln, lallen, singen und feiern uns durch den Abend, stellen, was die Länge unserer Anmoderationen angeht, um Längen neue Rekorde auf und das Publikum feiert mit uns mit und das vernünftigste, was man über diesen Abend sagen kann, geht Urs´ in der Pause über die Lippen. Irgendwie so was: „Man merkt, daß ihr euch langsam wieder auf Clubmodus umstellt. Ihr nehmt euch wieder mehr Zeit für die Ansagen und lasst die Dinge auf euch zukommen. Ihr merkt wieder, daß ihr nicht so einen Zeitdruck habt, wie auf Festivals – das war gestern noch nicht so deutlich.“
So schön kann man das sehen und sagen! Man könnte es auch ganz anders sehen und sagen, aber heute hat niemand ein schlechtes Gewissen – es gibt Tage, da ist alles genau so richtig, wie es gerade ist und der Tag ist heute.
Umrahmt von der liebevollen Behandlung von Dimi und Petra ist dieser Abend wieder einmal ein besonderer und es war merkwürdigerweise wieder einmal in Fulda, wo wir es genießen, wenn sich unsere Gehirnwindungen zu Stolperfallen um unsere Füße schlängeln.
Seltsam, dieses Fulda.....
Ich persönlich freue mich zudem über den Besuch meines Bruders Konrad und über Burgers Hilfe bei meiner T-Shirt-Gestaltung, über die er mit den letzten Worten des Abends einschläft, die auch die letzten Worte dieses Berichtes sein sollen:
„Ich kann nicht mehr.“
Zu den Fotos >>
Zurück zur Übersicht >>