20.08.2011 Groß-Gerau, Schloß Dornberg

von Rüdi

 

Was ist nur los in Süddeutschland? Seit geraumer Zeit kann man kaum mehr aus einem Zug oder einem Auto aussteigen, ohne daß sofort die Polizei vor einem steht und sagt: „Von Ihnen hätten wir gerne mal die Ausweise gesehen! Wo geht denn die Reise hin?“ Ich kann ein Lied davon singen, denn ich lebe ja seit kurzem wieder im Süden und bin in den letzten Wochen häufiger kontrolliert worden, als in meinem ganzen bisherigen Leben insgesamt.
Sehen wir wirklich so gefährlich aus?
Lustig ist allerdings die folgende Geschichte, als man uns unsere Papiere wiedergibt. Claudio wird mit skeptischem Blick gefragt, warum und wo man ihm denn erlaubt hätte, auf einem Ausweisfoto seine Mütze anzubehalten.....
Antwort Claudio: „Das ist meine Frisur.“

6 Stunden später sind wir auf dem Gelände in Groß Gerau, werden von Jochen begrüßt, wie von einem alten Freund und in Kürze haben wir das ganze Team kennen gelernt, das äußerst hilfsbereit und zuvorkommend ist, ich kriege Werkzeug geborgt, damit ich nach fast einem Jahr endlich mal wieder meine Saiten wechseln kann, eine lästige, nervige und zeitraubende Angelegenheit, zu der mich nur eine Bitte der Herren Bandkollegen bewegen kann. Das ganze mache ich derart umständlich und unter lautem Gemotze, bis Karsten von „Türzueszieht“ es nicht mehr sehen kann und mir eine Kurbel bringt. Als ich die aufsetze und damit derart ungestüm loskurbel, daß die Gitarre immer auf dem Boden aufschlägt, kann es Olaf von Türzueszieht“ nicht mehr mit ansehen und hält mir die Gitarre fest.
Also wie Burger zum Beispiel so was alleine schafft......
Überhaupt haben wir mit „Türzueszieht“ viel Spaß, wir unterhalten uns sehr nett mit ihnen und ein wenig erhöhten Puls hab ich dabei sicher, denn ich war früher ein „Flatsch“-Fan, einer sehr intelligent witzigen Band, die es leider nicht mehr gibt und Olaf, der damalige Sänger, ist eben der, der sich hier grade Sorgen um meine Klampfe macht.
Es ist uns eine Freude, diese sympathische Band kennen zu lernen.
Es herrscht ein sowieso guter Umgang miteinander, allen voran kümmert sich Jochen den ganzen Tag rührend darum, daß es uns an nichts fehlt. Er fährt zum Beispiel sogar für uns zur Tanke und holt Zigaretten und diverses, was uns eher unangenehm ist, aber er lässt es sich nicht nehmen und dann freuen wir uns natürlich doch schon sehr über die Kippen und diverses. Das ist nur ein kleines Beispiel unter vielen möglichen. Der Koch nebenbei legt ständig neue warme Leckereien in die Warmhaltetöpfe, die einen essen vorher, die anderen nach der Show, hier ist das überhaupt kein Problem – immer alles warm. Auch nur ein Beispiel unter vielen möglichen.

Gespielt wird in einem großen Zelt, zu einer Seite offen, sodaß man auch von außen zugucken kann. Obwohl das Zelt doch schon ziemlich groß ist und erst mal gefüllt werden will. Denn dahinter ist ein wunderschöner Biergarten aufgebaut mit einem tollen Blick über die Wiesen und auch da kann man noch was hören und dazu auch noch die Landschaft genießen. Also hoffen wir mal, daß alles gut geht und ie Leute rein kommen.

Es geht alles gut. Das besondere an diesem Abend: Die ungewöhnlich bunte Mischung zwischen alt und jung, Kennern und Nichtkennern, Einheimischen und extra Angereisten, Skeptikern und Vorfreudigen führt dazu, daß das Zelt langsam zusammenwächst. Wir können richtig beobachten, wie die Stimmung sich zuspitzt. Die Skeptiker lassen sich von den Fans anstecken, die Fans merken „Puh, wir können die Skeptiker anstecken!“, die Familiengenerationen finden eine Geschmacksschnittmenge und die Leute von der Bierwiese schauen dann doch mal rein. Und bleiben! Ein Abend, der sich entwickelt und der uns glücklich macht, wie er sich entwickelt. Das ist eine wunderschöne Aufgabe und ein hehres Ziel: Seid eine Familienfeier, auch wenn ihr euch nicht kennt.
Was wir da auf der Bühne praktizieren, ist für den ein oder anderen bestimmt eine Überraschung, wir sehen sie wieder, diese Fragezeichen, aber schon nach ein paar Liedern sind es eben tanzende Fragezeichen. Und wir verbringen zusammen einen ausgelassenen Familienkennenlernabend, der sogar mit einem absolut lautlosen Schlussteil enden darf, weil am Ende keiner dem anderen den Spaß verderben wird. Nicht bei diesen Leuten.

Lieber Jochen, liebe Groß Gerauer, liebe Angereiste, liebe Fans, liebe Köche, Helfer, Monsters – das haben wir gut gemacht!

Danke!


Zu den Fotos >>

Zurück zur Übersicht >>

PHP-Programmierer