19.09.2008 Mülheim / Ruhr, Ringlokschuppen

von Totte

 

Ach, schon wieder zwei Wochen her, daß wir rumgemonstert haben. Die freie Zwischenzeit ließ sich zwar mit dem Paten und Pasta gut füllen, dennoch: Höchste Eisenbahn wieder die Bühnen zu erklimmen.
Die Fahrt nach Mülheim/Ruhr, hm, hm, was war denn da? RATM im Auto, über Hannover, um Burger, Rüdi und Reiner, unseren Tonmeister dieses Weekends (Urs und Claudio konnten beide ausnahmsweise nicht, es sei ihnen fürdieses mal verziehen), einladen und ab dafür. Besonderheit der Fahrt: Fred hat sich diesmal tatsächlich Stullen vorgeschmiert, sehr klug aber für die Restbelegschaft uninteressant, da er nur für sich vorgearbeitet hat. Daran, daß solche Anekdoten hier Erwähnung finden, kann man sehen, wie öde die Reise ansonsten ist.
Gar nicht öde sondern durchaus geschichtsträchtig ist Mülheim, denn erstens hatte ich da mal eine Freundin und zweitens wurden hier Helge Schneider und Christoph Schlingensief geboren. Sehr gut ist auch der Ringlokschuppen, ehrfurchtsgebietend groß und im Aufbau sehr theaterstylisch, die Sitzbänke sind im Hörsaalstil quasi tellerrandmäßig um die Bühne gruppiert. Very impressive.
Absolut grandios aber auf jeden Fall das Essen im Backstage: vieleviele Leckereien, Frühlingsröllchen, Salate, Soßen, Fladenbrote, wow! Die Kaffeemaschine ist ebenfalls deluxe, leider sind wir zum bedienen zu blöd und nach ca. 15 Minuten Gebrauch gibt das Gerät entkräftet auf. Dann eben Wasser und Bier.
Reiner ist ein äußerst kompetenter Tonchecker, so fällt unsere Klangklärung heute sehr kurz aus, erstaunt stellen wir fest, daß eben alles rasch stimmt, na dann eben: Freizeit bis 20:15 Uhr.
Diese Zeit ist in ihrer Ödnis allerdings der Fahrt ebenbürtig, drum Skiptaste gedrückt und weiter gehts mit der Monstershow:
Mit etwa 150 Leuten ist der Saal sehr ordentlich gefüllt und diese 150 Leute haben es in sich: Der Ruhrpott rockt eben, daran gibt's nichts zu rütteln!
Es macht einen Heidenspaß zu spielen, die Stimmung ist auf beiden Seiten absolut prächtig, es wird sehr viel und sehr abwechslungsreich gequasselt, so muß Interaktion sein!
Wir spielen uns zugegebenermaßen ziemlich verquer durch unser Set, aber manchmal ist das eben auch viel unterhaltsamer als striktes, routiniertes Abspulen seines Programms, definitiv.
So steigt der Feierpegel beständig und zum Zugabenteil ist das Getanze sehr euphorisch und wunderschön anzuschauen. Was für ein Mitsingpegel! Einfach gute Sache hier, vielen Dank!
Selbstverständlich darf so ein Abend nicht allzu schnell enden, coolerweise gibt es heute noch im, dem Club angeschlossenen Restaurant, absolute Gaumengeiler für uns, lecker, sehr lecker, einfach ein Gourmetüberangebot heute! Dazu noch Bier mit Freunden und Bekannten, die Zeit bis zur Abfahrt vergeht extrem kurzweilig.
Im Hotel hält es dann auch weder Börnski, noch Pensen, noch Rüdi, noch Reiner, noch mich auf den Zimmern und - welch Koinzidenz - die Kneipe des Hotels hat erstens noch geöffnet und zweitens Aschenbecher: Wie gut kann der Pott denn noch zu uns werden? Folgendermaßen gut: Weil ich - Zitat - beim Ausleihen eines Stuhls am Nebentisch einen so höflichen Eindruck gemacht habe, bekomme ich von den so inhaltlich zitierten Hiphoppern ein Bier ausgegeben. ??? What a world! Sometimes really wonderful!
Es gibt Bier und Tequila, nette Gespräche und es ist schon sehr spät, als Börnski und ich schlußendlich auf dem Hotelzimmer sitzen und ich ihm noch mit meiner neugeborenen Vorliebe für Mario Puzos 'Paten' gehörig auf den Senkel gehe, während dieser die Merchkasse zählt. Ein Bild für die Götter nach einem Abend im Rockhimmel! Und das soll auch erstmal genug Pathos gewesen sein: Ruhrpott ist cool, der Westen rockt! Vielen Dank dafür!


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