09.04.2010 Osnabrück, Rosenhof
von Der Totte
Meine Nerven liegen ziemlich blank: Noch vorgestern gabs im sonnigen Balestrate leckere Cornetti und absolute Ruhe mit Meerblick, seit gestern ist wieder Streß angesagt: Steuerscheiß und Wohnungssuche. Ein interessantes Experiment in Sachen Selbstvertrauenstärkung für jeden dürfte es sein, einem Vermieter schmackhaft zu machen, dass man seine Wohnung will und dem Beruf des Musikers nachgehe.
Da ist das Tourstartkonzert heute eine äußerst willkommene Abwechslung, vor allem, weil wir heute erneut mit unseren sehr geschätzten Freunden von Boppin B im Doppelpack auftreten. Und zwar im schönen Osnabrück im Rosenhof, für uns eine Premiere.
Unsere Anreise gestaltet sich verschiedentlich: Burger, Urs und Rüdi kommen aus Hannover, Börnski aufgrund Frondienst erst später per Zug aus Hamburg und Pensen, Fred und ich per Tourbus. Eine gemütliche Fahrt, mit allem was man so braucht: Stau samt Harndrang, Rastenkaffee und Musikbeschallung extraordinaire: Die neue CD unserer Kollegen von Urban Majik Johnson ist grandios und rockt die Trommelfelle weich, ganz anders aber nicht minder zauberhaft nastürlich der All Time Classic „Music is okay“ von DJ Koze, diesem Großgeist der Verwirrungskunst.
Wupps, schon sind wir da:
Die Rosenhofcrew um Chefin Carina (oder Karina?) ist supernett und das Catering im Backstagebereich ein Traum. Der Club selber ist wunderschön und beängstigend groß, doch keine Zeit für Furcht, erst wird der Ingwer geschnitten. Mhm. Und da kommen auch schon alle an: Die Restmonsters und die großartigen Boppin Bs, sehr raasch macht sich familiäre Atmnosphäre breit und wärmt die Herzen. Very nice.
Bei Bier und Kaffee werden Urlaubsanekdoten ausgetauscht, Tourgeschichtemn hervorgekramt und kalauert, ein Fest schon jetzt.
Die stets eher nervigen Angelegenheiten wie Soundcheck erledigen sich quasi von alleine und nebenher, ziemlich locker alles.
Daß sich der Rosenhof mit etwa 400 Leuten auch mehr als ansehnlich füllt, macht natürlich auch Laune.
Heute starten mal Boppin B den Abend, und das machen sie gewohnt unfassbar, dass binnen Minuten alle im Saal ihre Bootys shaken und den – von der Band selbst geforderten „Scheißkapelle“ –Schlachtruf enthusiastisch erschallen lassen. Burger spricht gar vom besten Sound und der besten Show, die er von Boppin B je gesehen hätte, und wer die Herrschaften kennt, der weiß, selbst ein normaler Auftritt von ihnen ist Dynamit.
Dann Monstershow: Der Anblick von so vielen glänzenden Gesichtern ist phantastisch und die Stimmung toll!
Wir merken schnell, wir sind in Stimmung, ziemlich ausgelassen und albern, vor allem Börnski leuchtet heute vor lauter Schalk im Hirn: Seine Ansagen Zur Hochzeitsrede und sein interaktives Motivatiobnstraining bei Moti öffnen die Schleusen und Lachtränen kullern literweise asus den Drüsen. Eine unglaublich bescheuert-skurrile Situation, die desorientierend wie wenig sonst wirkt, i like it!
Dann der Zugabenteil: Das Publikum steckt immer noch voler Energie und der Funke springt auf uns über. Wir lassen die Setlist Setlist sein und packen einfach noch Lied um Lied dazu. Partystimmung kommt auf, Geburtstagskind Daniel kriegt auch noch ein Ständchen, das Glöckchenspiel wird mangels Klöppelstock mit der Kazoo geklöppelt, ein wundervoller Tourauftakt.
Ziemlich gelöst und gut gelaunt verabschieden wir uns schlussendlich dopch von der Bühne und begeben uns an den Merchandise, wo noch viele Gespräche mit netten Menschen (darunter auch vielen Bekannten) warten.
Irgendwann aber haben sich die Angehörigen beider Bandtrosse doch wieder im Backstagebereich versammelt, wo die Nacht noch enorm zerdehnt wird. Es geht um Screaming Jay Hawkins, engstirnige Szenepolizisten, Banderfahrungen, Einstürzende Neubauten, die Definition des Begriffs „Musiker“, Knalle und Whiskey, das durch Routine nervende Tourberichtschreiben, Osskämper Kräuter, Plattenfirmen, Slapbässe, Bootsy Collins, Dendemann laue Witze und lautes Gelächter. Die FRosenhofcrew ist derart nett, dass sie uns erst Stunden später freundlich bittet, so langsam doch mal allen den wohlverdienten Feierabend zu gönnen.
Heimreise ins Hotel überr eine Tanke mit Nachtschalter: Wie stets kostet auch das wieder viel Zeit und Nerven, vor allem auf seiten des Verkäufers. Scusi.
Im Hotel dann doch noch einige Abschlusdrinks mit den Boppins Didi und Thiomas auf Freds und Börnskis Zimmer, das SWohlbefinden ist echt und groß.
Es ist nach vier Uhr, als Rüdi und ich – back in our room – versuchen dahinter zu kommen, um was es in dem Pro Sieben Thriller geht, der aber vor Begreifen unsererseits endet und nun der Frage Raum gibt, was für ein Sender just Futurama am laufenden Band ausstrahlt. Einen Videotext zum Sender gibt’s jedenfalls nicht, an die Pay TV-Taste sind wir aber unseres Wissens auch nicht gekommen. Hm. Fragen über Fragen, die womöglich nur durch Schlaf zu lösen sind. Klar und wahr bleibt indes, dass Konzerte mit Boppin B für uns stets Großereignisse freudigster Art sind und Osnabrück ein Hammerpublikum darstellt. Beides bitte künftg noch viel öfter. Mille Grahzie, i go to sleep...
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