10.06.2010 Paderborn, Uni Fest
von Totte
Hallo Festivalsaison! Heute steht Paderborn an, auf der Uni schönstem Sommerfestival haben wir die Ehre, auch aufspielen zu dürfen. Schaut man allerdings in Hamburg aus dem Fenster, sieht die ganze Wettersache eher ungeeignet aus. Dicke dunkle Wolken in drückender Hitze, da quillt das Gewitterpotenzial aus allen Poren.
Nichtsdestotrotz bin ich gut aufgelegt und begrüße freudig Workoholic Börnski, der nach Dienstschluß bereits um 13 Uhr aufschlägt. In der Hand zwei Feierabendradler. Gerne lasse ich mich ausnahmsweise auf diese Art Frühstück ein, im Hintergrund swingt Glenn Miller und wir reden uns die Köpfe über die erschwerten Voraussetzungen für sozialverhaltensfördernde Erziehungsmaßnahmen aufgrund moderner medialer Möglichkeiten heiß. Wow, was für eine Rockband we are: Kurz streifen wir noch die neue Schulreform, immerhin bin ich seit heute superinformiert., denn in meinem Briefkasten lag ein diesbezüglicher Flyer. Irgendwann wechseln wir aber die Musik (Adolf Noise) und damit automatisch auch das Thema (Bier trinken). 15 Uhr: Leicht angeschickert hüpfen wir die Treppen runter und Pensen, Fred und Claudio entgegen, die just mit unserem Reisebus vorgefahren sind. Was folgt ist eie Fahrt von eher größerer Ödnis, so unspektakulär sind eigentlich nur die meisten Fahrten. Darum ist es schön, auch irdendwann Stau und Autobahn hinter us lassen zu können, und beim Campus vorzufahren: Auf Bühne 2 spielen just Montreal und rocken die massen. Tolle Band und sehr nett nämlich auch. Ebenfalls nett die Crew der Bühne, um so komplizierter dafür die Backstageräumlichkeitensituation. Über Treppen, Stock und Stein geht’s quer über den mit feierwilligen Menschen völlig überfüllten Campus, stets vorbei an sehr eifrigen Türstehern. Der Backstage, bzw. einer der Backstageräume (wieviele es tatsächlich gibt, weiß ich nicht, jedenfalls finden sich im Laufe des Tages immer mehr), ist im Foyer untergebracht und wartet mit Vernissageatmosphäre und großartigem Buffet auf: Krabbencocktails, Datteln mit Frischkäse, bunteste Schnittchen und alles sehr lecker. Einziges Problemchen: Keine Becher, um Getränke mit rausnehmen zu können:
Die sympathische Dame am Zapfhahn: „Ja, Becher haben wir extra keine da.“
Ich: „Aber dann kann ich ja gar nichts zu trinken mit raus nehmen.“
Sie: „Hm. Ja das ist natürlich schlecht...“
Soso. Nun gut, rauchen ist drin leider verboten, drum schnell Getränk auf Ex und wieder raus. Um 19:30 Uhr ist Busausladen angesagt, inzwischen stoßen auch Burger, Timmey und Rüdi zu uns, großes Wiedersehen, aber schnell weiter: Tolle Menschen von Radio L’unico (l-unico.de) haben uns zu einem Interview eingeladen, da wollen wir selbstverständlich gerne mittun. Pensen et moi spazieren treffpunktsuchend über das Gelände, finden zunächst aber nur Bierbecher (immerhin), den überaus sympathischen Ingo Donot, der just samt Band die Bühne stürmt (immer großartige Liveshow) und einen Hörsaal, in dem wir zunächst als Fremdkörper gleich von einer Abordnung der Securitygilde gestellt werden. Wir lernen: Drinnen herrscht Becherverbot. Aha. Also schnell Getränk geext und weiter. Apropos: Wenn das mit Getränken auf Ex so weiter geht, bin ich bald breit.
Aber da naht Rettung in Gestalt von Radio-Marius, der uns sicher zur Interviewecke geleitzet, wo wir ein angeregtes Gespräch mit Thomas und Matthias führen.
O je, nun rast aber die Zeit plötzlich: 20:40 Uhr, der Soundcheck ruft.
Auf dem Bühnenvorplatz ist es sehr, sehr leer, kein Wunder, immerhin bespielen gerade Donots und später Gentleman die andere Bühne, da wäre ich jetzt auch gerne. Aber dennoch: Stetig füllt sich zu den kruden „1,2, Test,test“-Soundchecksprüchen von uns der Platz, darunter auch einige bekannte Gesichter.
Um 21:15 ist dann eine sehr große Menge Menschen hier und ab geht die Show.
Was man sagen muß, ist, daß wir noch aufgrund der etwas längeren Spielpause wohl etwas brauchen, um uns richtig einzugrooven. Aber Paderborn ist sehr nachsichtig mit uns und ist erstens sehr gut bei Stimme, zweitens sehr gut gelaunt und drittens sehr beweglich, wie sie zeigt, denn bei interaktiven Späßen wie Schunkeln, Schwenken, sitzpogen (wirklich im Sitzen) und der Neuerung: „Wild Hüpfen im Refrain“ sind sie enorm dabei. Da kocht das Herz und öffnet sich, ganz so wie der Himmel, der alle Wolken zugunsten guter Stimmung verscheucht hat. Grandios. Fürs Gästebuch erbitten wir diesmal viele Einträge, in denen sich nach der Spielzeit für gentleman erkundigt werden soll, was aber bitte nicht als Disrespect sondern - im Gegenteil - als Verbeugung gedacht ist. Drum bitte unser Gästebüchlein bitte nicht als Beefbeginn mißverstehen, okay?
Sehr, sehr gerne geben wir da noch Zugaben, denn Paderborn ist mit uns. Vielen Dank dafür!
Leider müssen wir recht bald nach Konzertende schon wieder los, 300 Kilometer Autobahn warten auf uns und die lasten auf der Seele. Da der Abschied von den Kollegen Timmey, Burger und Rüdi nicht für lange ist, ist der Schmerz zu ertragen und schon rollt le bus gen Hamburg zurück, unterbrochen nur von Minimalrastenstopps, zwecks Getränkenachschub. Im Bus eine recht gediegene Stimmung, etwas schläfrig sind alle, but Claudio lenkt uns sicher über alle Hindernisse hinweg, und – zack- da ist Hamburg und hier steig ich aus und bin daheim: Es ist 3:30 Uhr, also genau die richtige Zeit für Käsebrote, weichgekochte Eier und den immer wieder betörend großartigen Film „Stand by me“.
Tja, and that’s all, folks. Zum Glück nur vorerst.
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