19.08.2011 Plauen, Malzhaus (Open Air)

von Rüüüüüdi

 

Dieser Bericht beginnt mit einer Sensation! Mit einer wahren Geschichte, die ich nie für möglich gehalten hätte. Vielleicht hat das letzte Wochenende ja die ganze Welt umgekrempelt, kann gut sein, jedenfalls stülpt sich mein Weltbild von innen nach außen denn: Dieser Bericht beginnt mit einem Lob an die „Bahn“!
Als ich in Nürnberg in einen gut gefüllten, aber längst nicht voll gestopften Intercity umsteige und mir einen Platz suchen will, was zugegebenermaßen schwierig ist, bittet mich der Schaffner, doch einfach die 1. Klasse zu benutzen. Die Klimaanlage würde besser funktionieren, wenn die Lasten gleichmäßig verteilt wären und es würde doch keinen Sinn machen, wenn die einen darben, während die anderen in einem leeren Wagon die frische Luft nicht weggeatmet kriegen. Hoppla, das nenn ich Klimaschutzmaßnahme!
Und so nehme ich bequem Platz und vertreibe mir die Zeit mit „Der Pate 2“, bis ich ziemlich entspannt in Plauen ankomme, wo mich die Monsters in unserem schnuckeligen Monstersmobil vom Bahnhof abholen. Pensen hat die letzten Tage hier in der Nähe verbracht, um für die neue „Das Pack“-Platte zu arbeiten, Börnski kommt mit einem späteren Zug aus Hamburg nach.
Die Begrüßung im „Malzhaus“ fällt sehr herzlich aus, Ute umarmt uns sogar – denn auf diese Weise haben wir uns das letzte Mal ja schließlich auch verabschiedet. Wir waren schon zweimal hier bisher und fühlen uns immer besonders wohl. Es gibt ein tolles Buch übers „Malzhaus“ – das haben wir bei unserem ersten Besuch geschenkt bekommen und das liegt zuhause bei mir auf der Toilette und ich stöbere des öfteren darin rum. Ein sehr interessantes und geschichtsträchtiges Haus, gefüllt mit sympathischen und kulturbeflissenen Menschen.
Wir spielen heute open air, hinter dem „Malzhaus“ auf einer Terrasse mit einem wunderschönen Blick über die Dächer, das Wetter wird halten und wir freuen uns, vor dieser Kulisse ein ausgiebiges Set präsentieren zu dürfen.
Claudio macht den Soundcheck und zeigt mir den Delay-Regler, worauf bei mir der Spieltrieb ausbricht und ich „Supermann“, das Lied, das Burger beim Soundcheck spielt, in eine Psychedelic-Version verwandel – total abgefahren (!), sicher gut, daß ich nicht Techniker bin, sonst würde ich aus jedem Schuppen eine Riesenhöhle oder Kirche machen und alles würde nach unendlichen Weiten klingen. Ein toller Regler, den er mir da gezeigt hat!
Aber genug mit der Rumdamelei – im Backstage steht lecker Essen und ein Mann vom Plauener Anzeiger, der allerhand Fragen an uns hat und die wir ihm gerne beantworten, zumal es Fragen über uns sind. Wir gucken uns Freds phänomenalen Podcast über die Nightlinertour vom letzten Wochenende an (findet ihr unter „Tourtagebuch“ auf unserer Seite), Burger schreibt die Setliste für den Abend......

21.00 Uhr

Die Terrasse ist gefüllt, rund 300 Leute sind da, eine für den Veranstalter vielleicht ein wenig unzufrieden stellende Zahl, aber für uns ist das immerhin ein knapper neuer Rekord.
Auf der Bühne merken wir schnell, warum uns Plauen immer in so angenehmer Erinnerung ist. Das Publikum ist hier besonders aufmerksam und lieb. Hier wird nicht von der ersten Minute an zum Beispiel Pogo getanzt, hier wird eher zugehört. Und wenn wir den Pogo dann erklärt haben, dann macht man auch gerne mit – aber eher um uns eine Freude zu machen, als aus eigenem Antrieb. Wir genießen solche Konzerte sehr. Viele kennen uns noch nicht und entwickeln erst im Laufe des Abends einen Draht zu uns, aber am Ende – jedenfalls scheint es so – sind wir alle ein kleiner netter Mikrokosmos und kreisen mental umeinander. Auch Timmey, unser Mercher, der seinen Stand direkt bei Claudio am Mischpult aufgebaut hat, bestätigt uns eine sehr warmherzige Atmosphäre.
Es geht allerdings auch teilweise ganz schön zur Sache: Bei „Superkackwurst“ wird Börnski von mehreren Lagen mehrlagigen Toilettenpapiers beworfen, ein Projekt, daß offenbar von langer Hand vorbereitet war, denn das Papier wurde extra aus dem 320 Kilometer entfernten Goslar eingeflogen und nicht etwa aus dem örtlichen Örtchen entwendet.
Im zweiten Teil steht dann eine Hochzeitsgesellschaft auf der Bühne, Brautentführung, die Braut darf sich auf Börnskis Stuhl setzen und den Wohlklängen des Hochzeitslieds lauschen, das in diesem Moment ausgerechnet „Schnauze“ heißt und hoffentlich – wir wünschen es dem Paar – kein Blick in die Zukunft ist. Dann wird die Braut mit einer Kiste Bier ausgelöst und wir widmen uns wieder ausschließlich dem Publikum, was - wie schon einmal erwähnt, aber ich betone es gerne noch einmal – eine wahre Freude ist.
Ein sehr sehr entspanntes Konzert mit vielen kleinen lustigen Pannen (zwei mal fliegende Gitarrenwechsel in einem einzigen Lied), aber auch akrobatischen Glanznummern (blindes Glockenspiel) und einem wirklich ganz tollen Publikum, von dem wir hoffen, daß wir es für uns gewonnen haben, damit wir beim nächsten Mal noch mehr werden und vielleicht auch die Veranstalter vom „Malzhaus“ noch ein bisschen glücklicher werden als heute.

Von uns aus immer gerne wieder und immer die Euren!

Eure Monsters


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