14te Monsters-Tour
von Totte
13.11.2009 Berlin, Frannz Club *AUSVERKAUFT*
Berlin ist ja verdammt groß!
Denke ich, als ich vor dem Fenster von Pensens gemütlicher Hauptstadt-WG stehe und auf die bedrängten Straßen starre: Soviel zugleich, könnte die Formel lauten. Ähnlich just die Formel für Monsters: Schon gestern sind Pensen et moi hierher gedüst, um ein Interview für Radio Eins zu geben, wo wir gar Skunk Anansie an den Mikros ablösten (vor deren Sängerin ich mich immer ein wenig gefürchtet habe – aber sie guckt gar icht so böse, wie ich das via Videos stets zu erkennen glaubte, sondern sehr nett. Mehr weiß ich seitdem allerdings auch nicht über Skunk Anansie), auch im weiteren Verlauf des Abends, den wir mit dem Herrn Noodt des fabelhaften Orchesters Ohrbooten, bei Gerstentrunk und langen Zigaretten gemütlich verbrachren, kreiste das Gespräch stets um die anstehende Monsterstour, die heute in Berlin startet: Die letzten Tage haben wir – neben allen möglichen Querelen wegen unserer DVD – mit dem Vorspielen und üben neuer Stücke verbracht, denn wir wollen schließlich nicht unsere eigene Coverband werden. Dennoch das latente Gefühl, zuwenig geprobt zu haben. Von daher läßt uns die Vorstellung, in wenigen Stunden unsicher auf der Bühne des ausverkauften Frannz Clubs zu stehen, etwas erblassen.
Also Gitarre raus, spielen, Gitarre weglegen, auf die Uhr gucken und sehen: es wird Zeit, zum Club zu laufen. Der Weg beträgt etwa 300 Meter und schon sehr rasch können wir Fred und Urs in die Arme schließen, die den Bus hierher verfrachtet haben, Börnski, Rüdi und Burger kommen alle separat per Bahnverkehr, also erstmal rein in den Laden, die sehr netten Menschen von Trinity Booking und dvom Frannz Club begrüßen, den Bus ausladen und Kaffee und tolles Nußgebäck genießen.
Derbe schön ist auch die Tatsache, daß wir alsbald komplettiert den Backstageraum vollqualmen können, ein herzliches Wiedersehen und alle haben die Hosen voll vor Aufregung.
Die können wir dann aber durch zwei schöne Interviews vertreiben – ich merke just, wie aufschneiderisch der Bericht bislang klingt: Radio, Skunk Anansie, Ausverkauft, Interviews, igitt, ich weiß. Gemeint ist es aber ganz anders: Es knallen zur Zeit soviele Eindrücke auf uns ein, daß wir noch gar nicht recht Luft rauslassen konnten. Die muß aber raus, wegen Co2-Gehalt.
Wir bemerken natürlich, daß sich die ganze Bandsache entwickelt, und hängen ziemlich zwischen der Sorge, allem gerecht zu werden und der Tatsache, dabei aber eben doch eigentlich eine trinkfreudige Gurkentruppe zu sein. Es wird spannend. Heute haben wir neben unserem Merchtisch auch einen Tisch von Amnesty International, denn das ist eine sehr wichtige Organisation und wir weisen hier nochmal darauf hin, das die jede unterstützung gebrauchen können, drum: amnesty-international.de
Wir erfahren zudem, das für heute ab 23 Uhr eine Disco geplant ist, was uns leider dazu nötigt, sehr zeitig anzufangen, um unser gesamtes Programm überhaupt spielen zu können.
Doch scheinbar ist der Berliner ein pünktlicher Menschenschlag, denn schon kurz vor acht Uhr ist der saal sehr voll mit netten Leuten. Darunter auch viele Freunde, Noodt samt Freundin, Ex-Schrödersbackiner Ortwin, the incredible 5Bugs-Drummer, Franco, Uta, Björn uns wie sie alle heißen: da wir nur gute Menschen als Freunde haben, schreiben sie Individualität groß und bestehen auf eigene Namen. Das ist vernünftig, führt aber leider auch dazu, daß vollständige Auflistungen (und die hätten sie verdient) unmöglich sind. Scusi vielmals.
20 Uhr Start: Wir: oweh,oweh,oweh.
Das Licht geht aus und los geht’s:
Ach ja! DARUM macht man das ganze je so gerne: Der Flash, zusammen auuf der Bühne zu sitzen und mit möglichst vielen Menschen Liederfeiern zu zelebrieren, hat uns sofort wieder.
Klar hetzen wir etwas holperig durchs Set, die Songumstellungen bringen eben Neuland mit sich, doch Berlin gibt uns Energie und es glänzen unsere Augen. Die neuen Lieder kommen wirklich gut an, vor allem uns macht es einen höllischen Spaß, diese zu zelebrieren wie sonst was. Ein einfach wunderschöner Einstand, und gerade unsere Schmalspur-Konfettidekoration läßt uns über unsere ganz eigene Art der Minimalrockshow vor Lachen auf den Boden plumpsen.
Es ist richtig gut. Urs kritisiert im Anschluß zurecht, das wir beinahe schon zu routiniert gewirkt hätten. Hm, kann tatsächlich sein. Fakt aber, daß das daran lag, daß wir einfach sehr aufgeregt und unsicher waren, ob alles klappt , ob die neuen Lieder ankommen, wir sie halbwegs fehlerfrei hinbekommen und überhaupt : Tourauftakt ist immer adrenalinoverdose. Vielleicht waren wir deshalb nicht ganz so gelöst, wie es wünschenswert wäre. Aber das kann unsere Laune nicht trüben, denn Berlin war eine Bank.
Nach dem Konzert dann kaum noch halten: Eine Monstersdelegation fährt relativ zügig zum Weddinger Superladen: bei Ernst, wo, wie ich hörte, die Getränke vorwiegend aus den zutaten Whiskey-Cola bestanden und bis in die frühen Morgenstunden serviert wurden, Pensen und ich bleiben gleich in der Frannzschen Disco und verbringen sehr nette Stunden mit Bier, Freunden, neuen Bekannten und Minimalelectroklängen. Hier nochmals viielen Dank an die Frannz Club-Crew, die nicht mal genervt mit den Augen rollte, weil wir einfach nicht wegzubekommen waren.
Es ist etwa 6:30 Uhr, als dann endlich absolut Ende ist, und wir gehen noch Halloumi (schreibt man das so? Wird demnächst gegengecheckt) frühstücken, bevor wir endlich zumindest schon mal in Bettnähe landen, um ein letztes Zigarettchen zu genießen.
Was für ein Abend! Was für eine Nacht! Vielen Dank für diesen schönen Tourauftakt!
Hab ich noch was vergessen? Ganz bestimmt. Aber entschuldigend verweise ich nochmals auf die allgegenwärtige Formel: Zuviel zugleich = Monsterversum. (glückselig seufz*)
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von Totte
14.11.2009 Bremen, Lagerhaus
Würde ich für ein Punkrockfanzine schreiben, wäre mein erster Satz vermutlich etwas in der Art von:
Es geht doch nix übern guten 2 Stunden-Schlaf, bevor man in den Tourbus klettert.
Da ich aber ein älterer Herr mit eher dringlichen Schlafbedürfnissen und empfindlichem Kopf bin, ist meine erste Formulierung dieses Tages:
Wie kann man so bescheuert sein, und sich schon am ersten Tourtag so vollkommen relationsfrei die nacht um die Ohren hauen??? Idiot galore!!!
Glücklicherweise ist der erste Tourteil nur zwei Konzerte lang, somit ist mein Fehlverhalten nicht ganz so schlimm. Dennoch: mit Miniaturaugen in rot vor dem Bus zu hängen und sich von wildfremden Menschen darüber aufklären zu lassen, daß man scheiße aussieht und man selbst in meinem Alter noch holz hacken in Norewgen war, macht mürbe. Holzhacken in Norwegen? Holzhacken in Norwegen?? Verpiß Dich!
So denke ich, denn nur mutige Menschen würden derartiges hörbar aussprechen.
Ah, Erlösung in Form etwas ausgeschlafen aussehender Monsters, naht. Ab in den Bus und die Augen zu. Pensen scheint das Schlafdefizit eher erfrischt zu haben, er eiert durch den Bus und erntet diverse Appläuse. Bin ich müde, bin ich garstig: Geh Holzhacken in Norwegen, denke ich, denn nur bescheuerte Leute würden mit einem solchen Spruch auf Klamaukereien im Tourbus laut reagieren.
Irgendwann Schlaf, dann Pommes bei Burger King. Ödeöde. Dann Schlaf, Kippenpause, Lektüre und Ankunft: Das Lagerhaus ist schön und wird von einem sehr netten Team betreut. Nicht so gut sind sie, wenn es darum geht, Autos anspringen zu lassen, wenn sie die Einfahrt versperren. So stehen dann alle etwas ratlos vor dem Automatikwagen, der vor der Einfahrt steht, und versuchen, das Ding zumindest per Telekinese zu bewegen. Da wir Monsters nichtmal genug Konzentration für Telekinese besitzen, stehen wir völlig ohne Grund da rum und rauchen ratlos.
Irgendwann hats dann irgendwie geklappt, aber da war ich auf der Toilette und weiß nicht, obs durch Geisteskraft oder ADAC geschah.
Egal durchaus, denn in der gut bestückten Garderobe treffen wir nun auf Achim den Don de la K.O.K.S.anostra Köller, der mit uns in trauter Runde weitere Pläne mit uns diskutiert. Klingt nach Strategiespiel auf imperialer Ebene, ist aber Kaffeeklatsch mit Notizblock. Und Blockade, denn wir sind alle dösig, träge und freuen uns vielmehr auf das Essen, das hervorragend schmeckt, und uns jetzt vollkommen ermattet in die Sofas fallen läßt.
Dabei vergessen wir glatt, in Furcht vor Publikumsausbleib gelähmt in Sofas fallen zu lassen. Wäre auch unnötig gewesen, denn unsere Herzen schlagen höher, als wir sehen, wie sich der Raum füllt und füllt. Über 240 Menschen haben Bock auf Monsters, Bibi und das Braunschweigduo, das Trio infernale der Zwillingsgesellschaft und eine Sunshine Boys-Abordnung sind auch dabei. Immer schön, bekannte Gesichter zu treffen.
Urs ereilen derweil ganz andere Sorgen, sein Vertrauen in die Anlage ist eher mauer Natur, zu recht, wie sich heraustellen soll:
Schon beim ersten Lied hupt und dröhnt alles, als hätte es einen Soundcheck nie gegeben. Freds Mikro schaltet beleidigt auf tonlos und Urs und die hiesigen Techniker rütteln, drehen und kabeln hektisch wie Wespen in der Feuerzangenbowle (selbst erlebt, mehr darüber im Münsterbericht), um uns aus der Frequenzhölle zu erretten. Für urs ganz besonders schlimm, da er erstens (als gebürtiger Bremer) heute Freunde geladen hat, zweitens überhaupt nichts für Anlagenrevolutionen kann, drittens aber jeder genau das erstmal denkt. Darum hier an dieser Stelle. He’s a hero, not a querulant!
Am souveränsten in diesem Chaos aber das Publikum, das uns per Chorgesang die Stange hält und den Beginn zumindest kurzweilig gestaltet. Für uns ist das übrigens alles gar nicht so schlecht, denn so vergessen wir alle sonstigen Anspannungen völlig und wir sind um einiges spontaner als am Vorabend. Punkermädchen wird in wechselnder Geschwindigkeit performt, Börnskis neuer Song von Rüdi optisch optimiert, es wird gequasselt und geschunkelt und auf der Bühne umherspaziert.
Das verwirrt leider diesmal Burgers Mikro, das überfordert abschaltet, also erneute hektische Betriebsamkeit für die Techniker, derweil Burger und ich über die brüderliche Teilung meines Mikros intensive Momente der freundschaftlichen Verbundenheit genießen können.
Sehr gerne geben wir Zugaben, denn hier ist es sehr zauberhaft. Arigato!
Nach dem Konzert sitzen wir noch eine ganze Weile beisammen und werden gelöst langsam dämmerig trunken, erst nach Stunden ruft Urs auf, um im Eisen, einer seiner Bremer stammkneipen, nachzutanken. Das Eisen ist ambientemäßig sehr in meinem Sinne, und Börnski, Fred und ich erleben unseren ersten „Krabbldiewandnuff“, der sicher anders geschrieben wird, vor allem aber – dank Ingwer und Pfeffer – die ganzen Bronchien wieder freipustet.
Um halb fünf Uhr noch eine letzte Minipizza am Taxistand und dann ab ins Hotel:
Hotel? Das ist eine Oase mit unglaublich viel Platz, versteckten Winkeln mit Betten, Schönheit und Geschmack.
Wir sind selig. Aber auch müde:
Auf der Terrasse darum nur noch einen aller- allerletzten Absacker, bevor ich mir eines der geschätzen 3000 Betten aussuche und vor dem einschlafen nur noch schaffe, die erste Zeile in einer Konzertkolumne eines Punkrockfanzines zu lesen, die da lautet:
Es geht doch nix übern guten 2 Stunden-Schlaf, bevor man in den Tourbus klettert.
...same old way like yesterday...
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von Totte
19.11.2009 Göttingen, Musa
Es ist wahrscheinlich nicht gut, an Omen zu glauben. Bzw., man sollte nur guten Omen vertrauen. Gerade zum richtigen Tourstart – und das wäre heute – kann es nämlich immens verunsichern, wenn man einem latenten Aberglauben frönt: Jetzt habe ich mir die „Dorfpunks“-DVD gekauft, um mich vor der Abfahrt noch gemütlich in wilde Wallungen zu schauen, und nun streikt der blöde Silberling!
„Das kann ja was werden“, denke ich verärgert, „wenn jetzt schon nichts klappt!“ Inwiefern ein Film mit unserer Konzertreise überhaupt in Zusammenhang stehen sollte und was das Schicksal DAMIT nun schon wieder sagen will, weiß ich aber auch keine Antwort. Omen eben...
Was soll ich groß zum Ablauf des Tages beschreiben?
Die Hamburger-Molfraktion trifft sich in der Flottbekvilla, wir beladen den Bus, trinken ein paar Kaffee und düsen los.
Die Reisezeit vertreiben wir uns mit den Einlaß-Musik-CDs, die jeder von uns zu kompilieren die Aufgabe hatte: Pensens CD bietet eine eher Hiphop- und metallastige Mischung, während Börnskis Album mehr in die Richtung Laid back geht. Sehr schön.
Rüdi werden wir direkt im Club treffen, Urs und Burger springen unterwegs auf.
Ankunft in Göttingen, wir werden sehr herzlich von der Musa-Crew empfangen, sind aber so ausgehungert, daß wir relativ unsmoove gleich in den Backstageraum einfliegen, um uns an den zahlreichen Leckerbissen schadlos zu halten. Backstageräume sind toll!
Wir sind wieder komplett, große Freude kommt auf, als denn auch der Wohnraumheldentroß einläuft – Wohnraumheldenbegegnungen sind stets ein Stimmungsaufheller galore.
Kurze Setlistenbesprechungen, diverse Biere bei diversen Kollegen, mehr Kaffee, viel Wasser und Nikotin sowieso, der Raum wird langsam zur Räucherkammer. Zwar mache ich mir –als Quartalshypochonder – wieder mal enorme Sorgen um Stimme, Hals und Leben, rauche aber natürlich selber wie bekloppt mit.
Was total erfreulich ist, ist die Vorverkaufszahl: Sowieso lassen die Zahlen dieser Tour uns jetzt schon freudig erröten, womit wir das verdient haben? Keine Ahnung. Aber schon ein tolles Gefühl.
Soundcheck, Soundcheck, alles gut. Urs zaubert einen wahrlich zauberhaften Klang in den Raum.
Zum Drumherum gibt’s aber eigentlich auch nicht mehr zu sagen, drum kommen wir doch gleich zum Konzert:
Über 300 Menschen haben den Weg hierhin gefunden und die sind in Laune:
Die Wohnraumhelden (.de) eröffnen und machen gleich die Sache klar: Frenetische Appläuse und laute Chöre zu den wonderful bizarren Songs des Dynamic Duos, lassen den Saal erbeben. Großes Kino!
Dann Monsters:
Wire kann man das beschreiben? Tierisch! Einfach grandios! Man sollte zum Tourstart mit Superlativen vorsichtig sein, sonst glaubt einem irgendwann keiner mehr. Aber es ist eben einfach grandios heute: Göttingen ist extrem am Start und wir sind auch ordentlich in Spiellaune! Meine Wenigkeit zwar today etwas unsouverän, aber das machen die fünfd Kollegen locker wett!
Und vom Publikum kommt derartig vciel Power, das man gar nicht anders kann, als mit ewinem breiten Grinsen mitzuschwingen, in der Woge aus freundlicher Atmosphäre. Daß dann beim Balladenteil dann auch tatsächlich fast ale komplett still sind, lässt unseren Respekt nur noch steigen. Wahnsinn.
Gernstens geben wir Zugaben, heute natürlich auch mit eiunem kurzen Wohnraumhelden-Intermezzo, zudem noch – Premiere – mit einem weiteren Teil der Algerien-Reihe. Da wir das Lied noch nie geprobt haben, heute äußerst zittrig, unbeholfen und mit Textzetteln in den Händen. Aber es macht einfach Spaß!
Sehr glücklich fallen wir uns im Anschluß an den gelungenen Abend in die Arme, dann wird natürlich noch eine Weile weitergefeiert.
Der Weg ins Hotel ist schlußendlich auch kein Problem, problematisch wird’s indes, das dritte Zimmer dem dritten Hotel-Schlüssel zuzuordnen, denn dem fehlt jegliche Nummerierung: Große Geister könnten nun sagen: Checkt doch einfach die Nachbarzimmer auf Zugehörigkeit. Tun wir, leider aber werden Bands scheinbar gerne so untergbebracht, daß die Zimmer möglichst weit auseinmander liegen, wohl, um etwaigen Klischees von Hardrockchaos entgegenzuwirken.
So laufen Fred und ich die Korridore hilflos entlang, probieren die Schlüssel aus, bemerken aber alsbald, daß wir so nicht weiterkommen.
Also zur (nicht besetzten) Rezeption, dort gibt’s zumindest eine Notfalltelefonnummer. Die zuständige Dame ist auch sehr nett, kann uns aber zunächst auch nur anraten, diverse Zimmer in Bandnachbarschaft zu testen.
Also back to the rooms, wo sich auch urplötzlich eine Tür öffnet. Leider nicht durch den Schlüssel, sondern durch einen übermüdeten Hotelgast, der recht eindrücklich davor warnt, es weiterhin bei ihm zu versuchen, denn sonst gäbs richtig auf die Fresse. Da ich von Natur aus ein ängstlicher Mensch bin, erspare ich mir Bemerkungen über seinen unmodischen Pyjama und flüchte lieber schnell. Nochmal die Notfallfrau angerufen (wie das klingt: Notfallfrau), und endlich gibt’s einen guten Tipp: Den Schlüsselautomaten vor dem Hotel: Bei Eingabe eines Passwortes kriegt man einen neuen Schlüssel zugeteilt.
Somit hat auch diese schillernde Anekdote ein glückliches Ende gefunden, und ich weiß endlich, wofür das schlechte Omen stand: Puh, hätte schlimmer kommen können. the tour has started...
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von Totte
20.11.2009 Hildesheim, Kufa Lösecke **Ausverkauft**
Es ist heute der 21.11.09, Samstag, und ich blicke - soviel sei verraten – auf einen sehr schönen Abend in Hildesheim zurück. Wir sind noch im Hotel nahe des wunderschönen Rathauses und wir genießen frischen Kaffee, derweil wir die erste Rezension unseres Göttingen-Konzerts vom 19.11. lesen: Für uns ein schillernder Tourauftakt, für den Rezensenten indes scheinbar ein Alptraum in Edur.
Wir seien „Micki Krause für Arme“, frei von Niveau, Krakeeler und ähnliches, „gute Liedermacher“ hätten anderes zu erzählen etcpp.
So sehr mich gute Kritiken erfreuen, so genugtuend empfinde ich aber auch stets, wenn ich mir ansichtig derartiger Negativbewertungen vorstelle, wie zornig und verdrossen der Rezensent – ohnmächtig vor Unverständnis, daß hier alle eine gute Zeit haben und das zelebrieren – sich bemüht, seine Abscheu möglichst detailliert auszudrücken. Schließlich handelt es sich bei ihm um einen Vertreter jener Zunft, denen schon Georg Kreisler (ein Liedermacher, der definitiv in die Rubrik „guter Liedermacher“ gehört) ein Lied widmete:
„ich hab zwar keine Ahnung was Musik ist, denn ich bin beruflich Pharmazeut, aber ich weiß sehr gut, was Kritik ist: je schlechter, um so mehr freun sich die Leut’“
Nichts gegen schlechte Kritiken; so lange sie möglichst objektiv das Gesamtkonzept beschreiben, muß man sie ernst nehmen, denn auch dort finden sich für uns stets Denkanstöße. Wenn allerdings extra drei, vier Beispiele aus einem Dreistundenkonzert rausgegriffen werden, um die eigenen Thesen zu stützen, alles, was in das vom Kritiker vorgefertigte Bild nicht passt, dafür unter den Tisch fällt, ist die Kritik nicht mehr als Motzerei im BILD-Format. Bei mir finden sie dennoch Verwendung, ich plane eine Phototapete für meine (zukünftige) Hausbibliothek, die ausschließlich aus mißmutigen Berichten über die Monsters besteht – eine Wand ist schon fertig.
Darum: bitte weiterschreiben, okay?
Aber nun mal zu Hildesheim:
Freitag, 12 Uhr: Abfahrt und Abholung von Burger, der gestern noch bei seinen Lieben nächtigte. Die Sonne scheint, es ist wieder wärmer geworden, allein unsere Grippefurcht macht uns komplett krank fühlend. Und zwar immer dann, wenn das Gespräch darauf kommt. In Hildesheim deshalb Groißeinkäufe in der Apotheke, wo wir so lange und umfassend beraten werden, das ich sofort im Anschluß halb bewußtlos ins Hotelbett falle. Da aber niemand in der Nähe ist, der mich bedauern kann, stehe ich wieder auf und treffe beim Ingwerkauf am Rathausplatz noch die werten Kollegen, die es sich bei Drinks und Sonne gewmütlich gemacht haben.
Rüdi schwärmt von der hiesigen Architektur, denn davon versteht er was – er ist ein Dokukonsument und überhaupt architektonisch interessiert. Da ich nur ein plumper Proll bin, habe ich leider nicht genau verstanden, worum es geht, einzig, daß besagtes Gebäude 1989 wiederaufgebaut wurde und zwar um – historisch korrekt – ohne Nägel oder Schrauben. Wow.
Aber nochmal zurück ins Hotel, Helmut Kraussers Roman „Einsamkeit und Sex und Mitleid“ liest sich sehr gut, die Zeit bis zur Abfahrt gen Club fliegt nur so dahin.
Im Club:
Wir werden sehr nett empfangen, der Raum ist allerdings um einiges größer, als gedacht. Aufbau, Soundcheck, Brötchen und Ingwer: die Stimmung ist locker und etwas müde. Auf die Frage, ob alle Bands im Alltag so öde sind, reichen die Antworten von „Ja“ (Fred) bis „vielleicht“ (Urs) – immerhin kein eindeutiges „Nein“.
Am blödesten diese ewige Warterei, bis es endlich los geht: Während sich der Raum mit etwa 300 Menschen sehr, sehr ansehnlich füllt, tauschen wir uns über Pensens heutige Joggingstrecke aus (i’m only a spaziergänger), besprechen kurz noch die Setliste und essen und trinken und rauchen und warten. An dieser Stelle – um die Wartezeit zu verkürzen, möchte ich auf die Myspaceseite meiner neuen Band „Die Intelligenzia“ hinweisen, die just online gegangen ist: Bei Lust, checkt mal: myspace.com/dieintelligenzia, würde mich freuen.
Ebenso erfreuen diue vielen Bekannten heute, Lare, Nullbock/Muschikoffer Adri, Else, das Braunschweigduo und und und – schön, soviele nette Gesichter zu sehen!
Aah, es geht los, 20:45 Uhr:
Wir werden coolerweise von Lösecketeammember Alex richtig rockstarmäßig außen um das Haus zur Bühne geleitet, eine dufte Sache, denn unserem Intro hilft das sehr.
Monsterstime!
Aber hallo! Wir merken gleich, heute brennt das Iglu! Hildesheim (und Umgebung) ist absolut am Start!
Es wird extrem mitgemacht, gesungen, gelacht, geklatscht, gepogt, die Wunderkerzewn-Herde bei „Weltklassemelodie“ sind rekordverdächtig, es ist ein berauschendes Fest für uns. Etwas unruhig beim Balladenteil womöglich, was schade ist aber durchaus auch nachvollziehbar, erst aufputschen, dann Stille verlangen, kann nicht immer klappen. Dennoch: Szenenappläuse bei „Weder Komponist noch Dichter“ wärmen unsere Gemüter. Auch die neuen Lieder werden äußerst wohlwollend aufgenommen, es ist einfach insgesamt ein grandioser Abend!
Selbstverständlich gibt es die volle Zugabenladung und Drinks im Anschluß mit netten Menschen, denn gelungene Nächte müssen gewürdigt werden. Wäre die Tour nicht noch sehr lang, wäre die Nacht bestimmt noch kürzer geworden, doch noch müssen wir auf die Stimme der Vernunft hören, schweren Herzens also losgelöst und ins Hotel gefahren, wo wir einen letzten gemütlichen Schoppen im Innenhof nehmen – und wer nun schimpft, meine Ausführungen seien ja wohl auch nicht besonders objektiv, dem gebe ich recht, möchte aber anfügen, daß ich ja auch nur unser Tourtagebuch schreibe. Und wer bei so schönen Abenden, quasi als Gastgeber, objektiv bleiben kann, der hat keine Seele.
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von Totte
21.11.2009 Hamburg, Markthalle *ausverkauft*
Ach, Hamburg:
Wenn man unsere Hamburgberichte chronologisch zurückverfolgt, und manche tun sowas ja durchaus, wird wohl stets auf Satzbausteine mit der Aussage stoßen, daß es verdammt schwer ist, die Konzerte hier adäquat zu umschreiben. Hamburg ist eben Homezone, und einfach immer emotionaler Overkill: So viele Menschen, die man gut kennt, Freunde, Kollegen, so viele HörerInnen der ersten Stunde, so viel von allem eben.
Hatten wir nun in den letzten zwei Jahren die Fabrik als Austragungsort unserer novemberlichen Präsentationen, versuchzten wir es dieses Jahr gerne mal in der Markthalle, denn zum einen ist der Veranstalter hier Tosh, ein alter Freund und Kupferstecher, zum anderen ist der Saal der Markthalle wie extra für unsere Zwecke gebaut: Keine Säulen im Sichtfeld, sondern ein großer, Amphitheatralischer Saal. Zudem – und auch sowas kann Augen leuchten lassen – hielt hier seinerzeit der große Bukowski seine einzige Deutschlandlesung überhaupt; wer wissen möchte, wie es da aussah, dem sei das Buch „die Ochsentour“ empfohlen, in dem der große C. mit großzügiger Bebilderung die beschwerliche Reise nach Hamburg beschreibt. Also eben Markthalle.
Ziemlich wahnsinnig die Tatsache, daß das Konzert schon im Vorfeld ausverkauft war, schließlich passen hier sehr viele Menschen rein. Man fragt sich doch immer wieder, wie so eine Quatschidee, als Liedermacher eben mal zusammen im Stammtischstil aufzutreten, derartig wachsen konnte: Eine Antwort haben wir immer noch nicht gefunden, drum belassen wir es an dieser Stelle einfach mal bei einem begeisterten „Wow“.
Bevor wir in der Markthalle auflaufen, gibt es allerdings noch einiges zu tun:
Von Hildesheim gen Hamburg ab Mittag, da wir in der Casa del Flottbek nioch das Merchandise für die kommenden zehn Tage in den Bus packen müssen – was sich als derart nervend herausstellt, daß die Mundwinkel aller gen Erdmittelpunkt sacken. Die Kartons, die wir zum Bus tragen werden und werden nicht weniger, irgendwann ist der Bus zwar voll, aber noch kein Monster drin und es steht immer noch zuviel Kartonage vor dem Auto. Also alles ausladen und neu ordnen: Let’s play tetris with the bus!
Da - so wie die Sache jetzt aussieht, immer noch nicht alle ins Auto passen, nimmt Börnski kurzerhand ein Taxi, was insofern nicht schlimm ist, da er eh noch daheim bei seinen Lieben vorbeischauen wollte. Wir anderen fahren noch über den Baumarkt, um Leuchtkram zu kaufen, und an dieser Stelle sei jedem empfohlen, eilige Baumarektgeschäfte nicht unbedingt an einem Samstag zu erledigen. Keineswegs eine neue Erkenntnis, doch bei unserer hohen Vergeßlichkeitsrate überrumpeln uns auch älteste Weisheiten. Mann, nervt just alles!
Erst die Ankunft in der Markthalle steigert unsere Laune immens: Der Saal sieht einfach toll aus, Tosh und die Crew sind eben supernett und der Backstageraum ist derart freundschaftlich liebevoll für uns hergerichtet, daß die Herzen köcheln!
Zu großen Freude ist auch Claudio heute vor Ort, der im Wechsel mit Urs unsere Konzerte klingen läßt. Für today hat er spontan zugesagt, unseren Monitorsound zu betreuen (damit wir uns auch gut hören können) – sehr dufte, denn dann sind wir heute alle acht komplett.
Ich schnappe mir einen Kaffee und bestaune die Bühne, auf der – zwischen Lampe und Palme ein Verstärkerturm thront, „wasollndas?“ denk ich mir, finde aber gleich darauf heraus, das es sich dabei um einen rollbaren Kühlschrank handelt – cool, Kuhlschrank in schwarz mit Rollen. That’s Rockenroll!
Da ich nichts zu tun habe, spaziere ich etwas durch die Clubräume, im benachbarten Marx spielen heute ebenfalls Bands, die gerade eintrudeln, im Foyer steht Burger mit panischem Blick vor den geschätzten 2 000 000 Merch-Kartons und murmelt mantramäßig: „daskriegichniesortiertniemalswosollichanfangen...“ vor sich her. Da das nach Arbeit aussieht, flüchte ich heimlich und lese etwas Neon, mache eine Nasenspülung mit Meersalz, rauche zuviel und weiß auch nicht recht weiter.
Ach ja, zum Merch: Da wir wieder mal im Vorfeld etwas desorganisiert waren, fanden wir erst heute mittag raus, daß uns ein Verkäufer für heute total fehlt. Doch glücklicherweise gibt es ja noch den Bürgermeister von Kartetov, Timmey himself, der – außer ein klasse Typ zu sein – auch noch über die Gaben Freestylerap und Merchverkaufstalent verfügt. Nicht minder begabt und sympathisch seine Herzensdame Sabrina, Wie klasse die beiden sind, beweist folgendes: Zwar sind sie zur Zeit unseres Hilfeanrufs noch in Stuttgart, machen sich aber gleich auf den Weg, um Monsters zu retten. Geiler geht kaum!
Neben dem Merchstand gibt es heute auch einen Stand der Aktion „Kinderhospitz Sternbrücke“ sehr gute Sache, wer gerne helfen möchte, dem sei diese Seite empfohlen: sternenbruecke.de
Jawohl, how nice, der Soundcheck läuft, alles klappt, und besonders erfreulich dann die Ankunft von Freund und Kollege Götz Widmann und Freundin Fabia, denn der Godfather of Liedermaching hat sich netterweise bereit erklärt, uns heute als Spezialgast zu supporten. Das ist ziemlich zauberhaft.
Zum Einlaß und all dem damit veerbundenen Gefühlskuddelmuddel möchte ich gar nichts sagen, allein, der Anblick ist atemberaubend!
Vieleviele Menschen, vieleviele Freunde auch darunter, es ist der Wahnsinn. Sofort bekomme ich Magenkrämpfe vor Nervosität, doch Urs ist der Immodium-Dealer meines Vertrauens und hat Hilfe parat.
20:50 Uhr: Götz entert die Bühne und hat augenblicklich alle in den Bann gezogen – er spielt eine hervorragende Mischung aus alten Hits und neuen Perlen – selbstverständlich wird er gebührend gefeiert. Wahnsinnssache!
Dann Monsters:
Ohne Worte! Unfaßbar! Denkt Euch an dieser Stelle bitte einen langen Reigen euphorischer Superlativen, denn es ist einfach alles traumhaft. Der Anblick ist einfach umwerfend, die ganzen lachenden Gesichter, der Mitmachpegel, die Stimmung. Burger wird im Anschluß sagen, trotz der Menge hätte sich das Konzert wie ein familiäres Clubkonzert angefühlt, womit er gar nicht so falsch liegt, denn wir sind auf der Bühne tatsächlich unverkrampfter als von uns selbst befürchtet.
Hamburg macht es uns aber auch wirklich leicht, sich gut zu fühlen – wir werden von Sympathiewogen getragen und geschaukelt, da machen wir gerne mit und schunkeln, prosten und albern rum, es ist einfach grandios.
Absolute Premiere: Bei Nordsee fliegt ein Stofftier auf die Bühne, aber ein schönes, kein Boybandscheiß, denn unser Publikum hat Stil.
Ich kann gar keine einzelne Höhepunkte auswählen, obs Börnskis Hochzeitsredensong, Pensens Solo beim Komponisten, der Sitzpogo oder der letzte Zugabenteil, heute hübsch chaotisch verlängert mit einem Götz-Zusatzpart, es ist einfach in seiner Gesamtheit toll!
Vielen Dank Hamburg, vielen, vielen Dank!
Nach dem Konzert sind unsere Augen feucht und die Mundwinkel weitestmöglich gen Stirn gezogen, Umarmungen, Umarmungen, Schulterklopfen, viele Gespräche mit vielen Menschen im Foyer, im Backstage, es könnte eine lange Party werden. Aber nein, heute noch müssen wir aus Termingründen weiter Richtung Köln fahren, was definitiv ein Wermutstropfen dieses gelungenen Cocktails ist. Aber man kann ja nicht alles haben. Hamburg, you rule! Aber sowas von!
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von Totte
22.11.2009 Köln, Kantine
Sagen wir mal so:
Köln war, ist und wird konzerttechnisch immer meine Angstgegnerstadt bleiben: Immerhin habe ich hier sehr lange gelebt, Freundschaften geschlossen und somit auch eine besondere Verbindung zur Domcity.
Das bedingt eben auch, daß sich für heute a lot of friends angekündigt haben, die zu enttäuschen mir diverse Schlafstunden rauben könnten. Drum durchaus eine glückliche Fügung, daß wir diesmal beinahe gar keine Schlafstunden haben, denn wir sind nach dem Hamburgkonzert gleich losgefahren, um – nach drei Stündchen Etapsleep in Bielefeld – heute mittag in Köln unseren ersten Fernsehauftritt aufzuzeichnen. ZDF Neo heißt der Sender, das Format ist eine Comedyshow.
„Comedyshow?“, rufen nun einige zurecht, „wie war das mit Eurem Genervtsein wegen der Comedyvorwürfe?“ Eine Antwort darauf gibt es auch in der Tat nicht, alle Rechtfertigungen würden in die Richtung: „Wir müssen erstmal in das System reinkommen, um es ablehnen zu können“ oder „Riesenchance“ oder „Überlebensstrategie“ gehen, weshalb wir uns das an dieser Stelle auch sparen und dennoch hoch erhobenen Hauptes durch die Welt gehen werden.
Zumindest spielen wir einen Monstersong und die können wir überall rechtfertigen, egal wo und wann wir sie präsentieren.
Durch die naturgegebene Übermüdung wirken wir bei Ankunft zudem auch ziemlich rockauthentisch, und wir lügen keineswegs, wenn wir behaupten, daß wir sehr freundlich empfengen werden und der Moderator Knacki Deuser ein ehrliches Interesse an uns zu haben scheint. Wir stehen indes etwas verlangsamt wie in einer Welt unter Zeitraffer, hier werden heute mehrere Sendungen mitgeschnitten, ein Gewusel ist das, dem wir nicht gerecht werden könnten, selbst wenn wir wollten.
Wir proben das ganze für die Kamera kurz, dann rauchen wir und laufen torkelig durch die Räume, ein Verantwortlicher sieht sehr richtig, daß wir ungepudert nicht cool und independentmäßig zerstört sondern bloß scheiße aussehen, schon kurz darauf strahlen wir cremig glatt und spielen unseren Song für dieSendung etwas zu zahm für angebliche Liedermonster.
Das war unsere TV-Erfahrung.
In der Kantine sind wir endlich wieder auf gewohntem Terrain, rheinisch freundlich werden wiur vom Team um Markus empfangen, laden und klönen und dumpfen herum. Ich bin wegen oben erwähnter Angstgegnerstadtsache nur nervös und inhaliere mehr Zigaretten als andere Luft, Urs – der heute leider seinen letzten Tourtag mit uns hat – ist mit diversen technischen Querelen ziemlich in Anspruch genommen, Christian Bartel, Freund und Literatursupport für heute, erscheint und ist genauso durch den Wind wie ich und dann ist Einlaß.
Boah! Über 450 Leute finden den Weg hierhin, neuer Rekord! Und es sind sehr nette Menschen, wie wir feststellen werden!
Letztes Jahr war das Konzert hier der Knaller, trotz Wintereinbruch feierten wir einen wundervollen Monstergeburtstag in der Kantine, also ist die Meßlatte für heute zu allem Überfluß sehr hoch, doch schon Christians Lesesupport geht schon mordsmäßig ab, er wird – und das völlig zu recht – extrem gefeiert. Dann wir:
Jetzt die Überraschung: Kaum auf der Bühne, ist alle Nervosität völlig verflogen, wewggepustet durch die enorm liebe Begrüßung durch das Wahnsinnspublikum, das sich eingefunden hat. Alles Sorgen sind sofort vergessen, mit leuchtenden Augen und lachenden Herzen geht es ab: Und noch besser: So lautstark und euphorisch alle bei den Partyliedern mitmachen, so konzentriert und still lauschen alle bei den ruhigen Songs und erzeugen eine durchgängige Superatmosphäre.
Mein Problem auch diesesmal ist, ich würde gerne viele Details erwähnen, die den Abend funkeln lassen, die Wunderkerzen, die Bühnensitzpogogarde, die lachenden Gesichter, die Speedversion von „Selbstvertraun“, die Nachsichtigfkeit ob diverser Verspieler, die Blasenschwäche-Interaktion deluxe undundund, aber alles das kann dem tatsächlichen Konzert nixcht gerecht werden. Daß Götz Widmann sich nicht lumpen läßt, zum Zugabenteil beizutragen, steigert natürlich die Freude auf allen Seiten! Vielen, vielen Dank! Köln will in the future never be an angstgegner for me again!
Der Abend wird lang und lustig und auch nach dem Konzert ist noch lange nicht Schluß, schließlich haben um Mitternacht sowohl Götz als auch die Monsters Geburtstag. Darauf einen Sekt und viele Umarmungen!
Ich will aber mit meinen Kölner Freunden noch in der Stadt weiterfeiern, weshalb ich hektisch durch die Gegend renne, um alle zusammenzutrommeln. was dauert und dauert, mich bestimmt wie ein cholerischen Pöter erscheinen und heilloses Chaos hinterläßt, womöglich (hoffentlich) aber auch etwas zu dramatisch gedacht ist.
Von meinen Kollegen weiß ich, daß sie im Hotel noch diverse Geburtstagstropfen eingenommen haben, während ich selbiges mit ebenso netten Menschen im Sonic Ballroom mache. Gar nicht so exzessiv aber wunderschön.
Was zur Folge hat, daß dieser Bericht nun ganz schön kurz wurde, doch wie sagte schon höchstwahrscheinlich einst ein Dichter (und welcher, das ist mir nicht bekannt, aber er war groß):
„Wo Worte fehlen, muß Schweigen reichen!“ Bzw. Ein Genuß, daß mir die Worte ausgehen. Genau!
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von Fred
23.11.2009 Giessen, Jokus
Heute ist in mehrfacher Hinsciht ein besonderer Tag. Zum einen ist der 23. November, es ist ein Montag, Wochenanfang, MOL-Techniker Urs verläßt die Tour Gesellschaft (Schüss, Ursi, bis Februar!) und wird von MOL-Techniker Claudio abgelöst, wir feiern heute unsere Giessen-Premiere und außerdem den 6. Band-Geburtstag! Ist das was?
Ich mache mir normalerweise einen Scheiß aus Geburtstagen, aber, naja, die Tatsache, daß es 6 Querköpfe wie wir schon solange miteinander aushalten, ist schon etwas besonderes.
Das sieht wohl auch der Wettergott so. Es regnet den ganzen Tag,
Obwohl wir heute nur eine relativ kurze Distanz von Köln nach Giessen zu bewältigen haben, ist es doch eine ziemliche Rumgurkerei, bis letztlich alle, inklusive „Teddypard“, das neue Maskottchen (siehe Fotogalerie), vereint im Bus sitzen. Nicht jeder nämlich hat die Nacht im Hotel verbracht, Teile der Band bei Bekannten in Köln, bei Bekannten in Bonn...
Ach ja, diese Fahrerei... Ich komme nicht recht auf Touren, letzte Nacht wurde mein Zimmer als Partyraum mißbraucht und ich habe das Gefühl, in einem biergetränkten Aschenbecher übernachtet zu haben. Luxusprobleme...
Egal.
Relativ pünktlich erreichen wir das Jokus (den Jokus / der Jokus / die Jokus???), werden sehr herzlich von der lokalen Crew empfangen, und rasch geht es ans Werk. Es ist der fünfte Tournee-Tag und mittlerweile hat sich alles eingegroovt, die Handgriffe sitzen, jeder weiß, welche Kartons wo hingehören, der Soundcheck wird locker absolviert und dann das gute asiatische Essen verzehrt.
Es herrscht sowieso eine recht entspannte Atmosphäre.
Vor knapp 300 Besuchern, was wir angesichts des Wochentages und überhaupt für eine sensationelle Zahl halten, gehen wir dann das Konzert an.
Meine alte Großmutter – Gott hab sie selig – hätte gesagt, wir seien heute ziemlich „quatschich“.
In der Tat kommen wir ein bißchen albern, verpeilt und redselig daher, was vermutlich daran liegt, dass schon von der Clubgröße her alles etwas familiärer und intimer wirkt.
Zudem haben wir das neue Programm jetzt bereits 5 mal gespielt, die neuen Lieder und Abläufe sitzen immer besser, und vermutlich wollen wir der drohenden Routine damit entgegen wirken, indem wir teilweise Ansagen verlängern oder verkürzen, verändern oder ganz in den Sand setzen.
Es kommt jedenfalls zu allerhand skurrilen Situationen und diversen Lach-Flashs.
Das Publikum dazu ist großartig!!! Am Anfang doch sehr verhalten (kein Wunder), aber je länger das Konzert dauert, desto mehr, so mein Gefühl, finden wir uns. Claudio hat dazu einen tollen Sound gebastelt. Sogar unser Geburtstag ist einigen Gießenern/innen nicht verborgen geblieben, eine Gruppe hat tatsächlich „Happy Birthday“-Schildchen gebastelt, bei Weltklassemelodie gibt es Wunderkerzen, bei der „Emotion“ das Schunkeln usw usw und dann, gar ähnlich wie bei unserem 5. Geburtstag vor Jahresfrist in der Kölner Kantine, singt uns das Publikum gegen Ende unaufgefordert ein sattes schönes „Happy Birthday“! Gießen, Gänsehaut, galaktisch!!! Eine schöne Feier, wirklich!
Was ich am Anfang nicht für möglich gehalten hätte, tritt nun auch ein: eine lange lange Zugabenrutsche mit „Kartetov“ zum Finale, einfach schön und wunderbar.
Gießen, Danke, wir kommen gerne wieder, wenn wir dürfen!
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von Totte
24.11.2009 Erlangen, E-Werk
Ausgeschlafen. AUSGESCHLAFEN!!! What a novum! Auf Tour ist man eigentlich immer zu früh unterwegs, denn Hotels sind prinzipiell nachtarbeiterunfreundlich, man kommt um 3 uhr morgens ins Zimmer, kann aufgrund Adrenalinpegelüberhöhung nicht schlafen und wird an den Pranger gestellt, wenn man nicht allerspätestens um 12 Uhr Mittags alle Spuren seiner Existenz beseitigt hat.
Jetzt wo ich das schreibe, denke ich allerdings selber: „Hm, 3 Uhr bis 12 Uhr Zeit. Das geht doch eigentlich.“
Trotzdem werden es irgendwie nie mehr als 4 Stunden netto – entweder läuft der Fernseher zu laut weiter oder man liegt verarbeitungsmäßig zu lange wach oder dies oder musste unbedingt doch erst noch schnell feiern gehen oderoderoder...
Ist ja auch egal, denn – wie gesagt – heute: AUSGESCHLAFEN!
Meine Nase ist leider recht dicht, dabei habe ich es für diese Tour mit vielen Nasenspülungen, Ingwer und Vitaminen probiert, gute Prophylaxe zu betreiben. Wahrscheinlich hat die Vitamindosis meinen Körper verwirrt.
Die Laune aber ist allgemein sehr gut, was mit Sicherheit auch auf Teddypard zurückzuführen ist, der den Bus stets bewacht und jedwede Schlechtlaunefront mit süffisanten Grinsen, Breakdanceeinlagen und Pantomimenspökes rasch vertreibt. So sind Rocker: Kaum ist ein flauschiges ^Maskottchen an Bord, verwandeln sie sich in betört grinsende Softies. We like it.
Die Fahrt nach Erlangen ist derart unspektakulär, da gönne ich mir doch gerne den Luxus und überspringe sie ganz.
Das E-Werk in Erlangen haben wir schon diesen Sommer besucht, wir wissen also schon im Voraus, daß wir doret sehr nett empfangen werden. Und so ist es auch: Das Team um Stefan ist sehr sympathisch und rührend um unser Wohl bemüht. Leckere Aufschnittplatten, Kaffee und Salzgebäck lassen die Zeit bis zum Soundcheck fix vergehen, in der Zwischenzeit dürfen wir noch schöne Interviews mit zwei Radiosendern führen; die machen Spaß und der Soundcheck gute Laune.
Was sehr heftig ist: Zum Konzert haben sich heute über 400 Menschen entschlossen, mitzufeiern. Das ist ein prima Anblick und erstaunt uns baff!
21 Uhr Showtime:
Leider sind wir heute – aus welchen Gründen auch immer – etwas zu verpeilt: Vielleicht liegt es daran, daß wir nun schon das sechste Konzert in Folge spielen, aber wir sind alle etwas unkonzentriert und eine Spur zu albern. Sowas kommt mal vor, das ist zwar unprofessionell aber wir sind eben nur Monster. Da setzt die Disziplin leider manchmal etwas aus.
Es ist aber keineswegs so, daß wir lustlos oder abwesend wären, im Gegenteil, Ursprung unserer Albernheit sind vielmehr trügerische Sicherheitsgefühle, Spaß und ausgeglichenes Schlafdefizit.
Manchmal passiert es auf der Bühne, daß die Anspannung vorangegangener Tage sich plötzlich mit einem Knall entlädt:
Das zeigt sich dann in –für Außenbetrachter völlig unverständliche – Insiderwitzen, die sich die sechs Protagonisten um die Ohren hauen, worauf sie gleich in teenagerartige Kicherorgien verfallen.
Glücklicherweise ist das Erlangener Publikum extrem nachsichtig und zeigt sich seinerseits von einer höchst respektablen professionellen Seite; es macht mit und klatscht, lacht und singt aus vollen Kehlen.
Zum Zugabenteil dann ein Wahnsinsanblick: Durch die großzügige Bestuhlung ist fast jeder im Saal in der Lage, euphorisch am Sitzpogo teilzunehmen – ein irrer Anblick. Auch die Konfettigranaten sehen heute durch die Höhe der Halle sehr beeindruckend aus.
So können wir uns nach den Zugaben allen selbstgestellten Widrigkeiten zum Trotz dennoch gut gelaunt in die Arme fallen, wobei wir uns schwören, beim nächsten Auftritt in Erlangen wieder etwas konzentrierter an den Abend heranzugehen.
Wir bleiben noch eine ganze Weile vor Ort, unterhalten uns mit netten HörerInnen und besprechen den Abend zuguterletzt noch einmal im Backstageraum.
Große Rührung kommt auf, als wir einen Brief vom Veranstalter Stefan gereicht bekommen, indem er sich für den Abend bedankt und seine verfrühte Abreise entschuldigt. Das war noch nie da und ist eine wirklich supernette Geste.
Jetzt wird es aber auch für uns Zeit, die Koffer zu packen und nach Regensburg zu reisen, wo wir morgen aufspielen wollen.
Logistisch sehr geschickt ist dabei, daß auch unser Hotel für heute dort steht. Denn für uns bedeutet das: Kein frühes Auschecken, keine lange Anfahrt, sondern: AUSSCHLAFEN! Luxusleben pur. Erlangen, wir danken Dir (und Umgebung) – bitte sehr gerne wieder! Ihr wart heldenhaft! Und wir werden alles geben, Ehrenwort!
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von Totte
25.11.2009 Regensburg, Alte Mälzerei
Heute traf mich eine wichtige Erkenntnis!
Es begab sich nämlich, daß ich – da meine Tourhosen inzwischen alle – also alle beide – zu verspeckt für jedwedes wohlige weitere Reisen waren, in die Regensburger Innenstadt fuhr, um mich neu einzudecken. Bislang für mich stets eine Sache von etwa fünf Minuten: In den Laden, Hose aussuchen, anprobieren, kaufen. Während Börnski, Fred und Claudio also die Stadt beschauen gingen, zog ich in Sachen Textlierneuerung los: H & M, Kaufhof, Nemeless Jeansshop undsoweiter, zwei geschlagene Stunden lief ich durch die Halen des Horrors, ließ mich von dusseliger Konsumaregungsmusik fluten, besetzte unzählige enge Umkleidungen und kam dem Wahnsinn immer näher: Nichts!
Dabei wurde mir immerhin eines klar: Schuld an den Eßstörungen vieler Menschen, sind nicht die Modemagazine und Model-TV-Shows, sondern ausschließlich die Textilindustrie! Seit die Zivilisation soweit vorangeschritten ist, daß es Klamotten von der Stange zu kaufen gibt, werden dem Menschen Maße diktiert, die einzuhalten, zwangsläufig in Mager-oder Freßsucht, auf jeden Fall in psychotische Störungen treiben müssen: Entweder muß man sehr Dick und klein oder lang und extrem dünn sein, sonst schlabbert oder zwickt alles, man sieht in den Spiegel und sieht nur eine unförmige Masse vor sich. Dann bricht man zusammen und läßt sich operativ verlängern, frißt sich bei Fastfoodketten frustfrei oder läßt sich den Magen abklemmen. Je nachdem. Es ist eine schlimme Welt, die von Industrieimperien gesteuert wird und ausschließlich unglückliche Konsumjunkies züchtet.
Fluchend lauf ich von Laden zu Laden, zwischendurch ein Fischbrötchen bei Nordsee (Fastfoodkette), wo ich die Verkäuferin nach weiteren Hosenläden außer H&M und Kaufhof befrage. Sie empfiehlt mir statt dessen lieber noch eine weitere Nordseefiliale.
Ich: „Ich will aber Hosen.“
Sie: „Ach so! Ja dann wären da in der Nähe doch noch H&M und Kaufhof.“
Dämliche Kuh, denke ich, denn meine Gedanken sind nicht immer nett, schon gar nicht, wenn der Kaufrausch unbefriedigt in den Schläfen pocht.
Ich versuche es weiter, aber irgendwann – nachdem ich mich wieder einmal mehr in dreifacher Ausfertigung als Elefantenbeinmensch in einem kalten Umkleidespiegel anblicke, platzt mir der Kragen, ich reiße mir den Zwirn runter, laufe wild fluchend (innerlich) in den gegenüberliegenden Drogeriemarkt und erstehe eine Tube Handwaschmittel! Dann eben so.
Somit wäre auch geklärt, was ich in der restlichen verbleibenden Zeit bis zur Abfahrt im Hotel gemacht habe.
(by the way, Werbespot hier: auf meiner Seite myspace.com/dieintelligenzia könnt ihr einen Song zum Thema Hosenkauf hören, wo jenes aber auf recht bizarre Weise behandelt wird)
Ankunft im Club „Alte Mälzerei“: Ein sehr nettes Team und ein cooler Laden, überhaupt sind die bayerischen Clubs scheinbar allesamt frei von bajuwarischen CSU-Kleinkunst-Klischees, sondern –im Gegenteil-enorm rockig und liebevoll geführt. Ü, Julia, Alex und Co sind wirklich großartig.
Die Käseplatte im Backstage ist ein wahrer Gaumengeiler und der Konzertraum sehr gemütlich.
Fred kommt aus Regensburg-City und unterhält sich mit Rüdi und Börnski über die Stein(er)brücke (ich werde den genauen Namen noch herausfinden, ich Banause) und über die Schönheit der Innenstadt, zudem hat er – anläßlich unseres Geburtstages vor zwei Tagen – für alle Vinylplatten als Geschenk dabei. Vor allem bei mir hat er mit Jello Biafras „Audacity of Hype“ (eine Verballhornung Obamas „Audacity of Hope“) derart ins Schwarze getroffen, daß mir ganz mulmig vor Freude wird. Wahnsinnig nette Bandkollegen habe ich.
Wahnsinnig nett ist auch der Weiherer, der heute freundlicherweise unseren Support übernimmt. Dieser Zeilarner Liedermacher ist ein sehr guter Freund von uns und überhaupt einer der sympathischsten Menschen auf der Welt. Nicht minder zauberhaft seine Freundin Andrea, die just Pensen in bayerischen Redewendungen lehrt, allerdings eher mit mauem Erfolg.
Da wir in Regensburg noch nie gespielt haben und vor zudem auch noch heute ein wichtiges Bayern-Fußispiel stattfindet, können wir uns über den Publikumszuspruch von exakt 201 Zuschauern nur wundern. Diese Tour ist bislang einfach der Wahnsinn!
Der Weiherer startet gegen 20 Uhr und rockt selbstverfreilich exorbitant exquisit! Checkt weiherer.com, denn es taugt total!
Dann Monsters: Heute kommt unser Intro ziemlich skurril, da wir selbst vorher im Publikum stehen – so wünscht man sich Understatement. Genau der richtige Auftakt zu einem sehr funkelnden Konzert.
Wir quetschen uns auf die gemütliche Bühne und legen los. Und Regensburg (bzw. das heute in Regensburg weilende Publikum) erweist sich als ein Hammer.
Viele kennen uns nicht, kaum oder nur von Festivals wie dem Labertal (Gruß an Sanne und Co), was bedeutet, daß Großteile unseres Programms den Menschen hier völlig unbekannt sind. Das macht Spaß, sie den Ohren zum ersten Mal zu präsentieren, vor allem, weil hier alle dennoch sehr Euphorisierungsbereit sind und gerne mit uns mitfeiern. Es wird mitgelacht, gesungen und geklatscht und beim Balladenteil sind tatsächlich ALLE still und genießen die Magie, die über diesen Liedern schwebt. Einfach toll!
Wir sind auch wieder konzentrierter als gestern, dabei aber nicht verkrampft, sondern auch gerne zu spontanem Gerede bereit. Es wird ein wirklich wundervoller Einstand in Regensburg. Arigato vielmals, eine Gaudi sondergleichen!
Wie leider sooft bei unseren Konzerten, sind allerdings aufgrund der Spiellänge im Anschluß fast alle schon weg, bevor wir richtig feiern können, ist aber nicht sooo schlimm, weil wir alle auch recht kaputt sind und uns aufs Hotel freuen.
Nach kurzen, netten Smalltalkintermezzi, laden wir den Bus, erfahren von Rüdi, was es mit der Regensburger Maus (inoffizielles Wahrzeichen, in Stein eingearbeitet, zu oft angegrabscht, komplett saniert – soweit die Kurzfassung) auf sich hat, brechen noch vor pubertären Gekicher an einer der automatisierten Tankstellenkassen zusammen ( Monsters, auf den Automaten deutend: „Also da muß man das Kleingeld reintun. Und die Scheine?“ – Verkäuferin: „Die Scheine kommen bei mir hinten raus“) und schießen mit Teddypard noch eine kleine Photostrecke – der Kerl ist uns extrem ans Herz gewachsen und weiß auch genau um seine Sonderstellung.
Was weiterhin im Hotel passiert, ist so spektakulär, daß es eine Erwähnung verdient: Meine gewaschenen Jeans sind getrocknet und ich freue mich das erste mal an diesem Tag über eine Textilie. Krass, oder?
P.S. Wir kommen sehr gerne wieder. Bis dahin empfehlen wir Euch Götz Widmann am 03. und die goldenen Zitronen am 04.12. in der Mälzerei.
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von Fred
26.11.2009 Wiesbaden, Schlachthof
Hotel in Regensburg. Tag 8 von 11. Das Verhältnis Schmutz- zu sauberer Wäsche in meiner Reisetasche hat sich merklich gedreht, doch nach einer kurzen Inventur errechne ich: es ist genug frisches Zeugs bis Montag vorhanden.
Pünktlich um 11 Uhr versammeln wir uns zur Abfahrt. 50 Meter später schon der erste Stopp bei einer Mercedes Vertragswerkstatt, um eine Glühbirne für das linke Abblendlicht unseres Tourbusses zu kaufen. Burger baut die defekte Birne aus (dauert 12 Sekunden) und - kommt erst geschlagene 30 Minuten später mit einer neuen aus dem Laden heraus. Diese Mercedes-Bürokraten wollten den Fahrzeugschein, Burgers Geburtsurkunde und Lebenslauf sehen, bevor sie uns ihr kostbares Ersatzteil aushändigen. Rechnung schreiben, ausdrucken, doppelte Durchschrift, Bescheinigung der Durchschrift des Durchsichtexemplares etc. etc... Mein Gott, gebt uns doch einfach eure Kack-Glühbirne! Burger baut die Birne ein (dauert 12 Sekunden). Mon dieu, Superservice für eilige Kunden, Herr Mercedes.
Später Mittagspause an einem Rasthof. Sensationell beschissene Bratkartoffeln.
Ich bin müde. Im Bus nix neues, außer: Totte liest einen John Sinclair Roman, Rüdi brennt eine CD mit Einlassmusik für heute und die seit 2 Tagen im Bus kursierende Bravo ist mitterweile ausgelesen. Apropos Bravo: Super In&Out Liste. Laut Redaktion des Teenie-Magazins zur Zeit mega-in: Toleranz. Out: Das Reissen von zu dünnen Einkaufstüten. Kein Witz.
Naja.
Gegen 16 Uhr Ankunft am Schlachthof.
Dann der Schock: Eigentlich erfreulich, wird uns doch von der sehr netten Ladencrew verkündet, dass aufgrund des guten Vorverkaufs der kleine Saal zu klein für uns ist und das Konzert darum in den großen verlegt wurde. Eigentlich schön, aber dann: Der Blick in den großen Saal --- ächz --- der ist riiiiiiesengroß. Viiiiel zu groß für unsere kleine Band, die Bühne ist gefühlte 2km hoch und 130 km breit und im Zuschauerraum kann man ohne Probleme mit einem Hubschrauber Loopings fliegen.
MOL Soundchef Claudio ist von der Bühne aus an seinem Mischpult nur mit einem guten Fernglas zu erkennen.
Nun gut, vielleicht übertreibe ich etwas. Ein wenig, ja, stimmt, aber trotzdem.
Wir sind auf jeden Fall sehr gespannt, wie sich so eine große Halle auf unser Konzert auswirken wird.
Kurz nach 20 Uhr Showtime.
Zu Beginn ist es tatsächlich mehr als ungewöhnlich, dass das Publikum so weit weg sitzt, Nicht nur das, auch die Wege sind länger, der Kühlschrank beispielsweise steht 10 Meter weit weg, hmmja, alles irgendwie komisch. Vor lauter Aufregung zünde ich mir eine Zigarette an, nach 2 Zügen erst fällt mir das Rauchverbot wieder ein und ich drücke sie hektisch aus.
Relativ unbeeindruckt von dem ganzen zeigt sich das Publikum. Von Beginn an prasselt lauter Applaus auf uns ein, wir werden nahezu euphorisch empfangen, was unsere Herzen jubeln und uns die ungewohnte Hallengröße schnell vergessen läßt! Danke, Leute, wirklich, wirklich großartig.
Das Konzert wird in meinen Augen schön. Auch wenn es das achte Konzert in acht Tagen ist, die Müdigkeit ist schnell weggerockt, das Adrenalin pusht, es wird eine rauschende Party mit leuchtenden Momenten. Tatsächlich wird es, obwohl die größte Location der Tour, beim Balladenteil mucksmäuschenstill – grandioso!
Als das Konzert vorbei ist, bin ich erleichtert, dass alles gut geklappt hat. Eine kurze Zigarette, dann ab zum Merchandising, noch ein paar kurze angenehme Gespräche mit ein paar Anhängern, ein Autogramm hier, ein Foto da, puh, fühl mich erschöpft, aber sehr wohl hier im Wiesbadener Schlachthof.
Teddypard (www.teddypard.de) wurde es unterdessen wohl zu dumm, immer nur auf den Tourbus aufpassen zu müssen, hat sich also heimlich in den Club geschlichen und alles ein bißchen abgecheckt. Vielleicht hatte er auch einfach nur Kohldampf und wollte sich am hervorragenden Catering verlustieren... wie auch immer, nun kommen wir wieder in die Backstage, und dann sitzt er da vollgefressen auf der dicksten Couch, neben ihm, noch etwas schüchtern, sein neuer Buddy namens Igli. Was das denn jetzt? Igli taut schnell auf und gesteht, gerne mit uns ein paar Tage auf Tour mitfahren zu wollen... er möchte mal was anderes von der Welt als immer nur Wiesbaden sehen. Na, das kann ja was werden... Fortsetzung folgt in unserem Tourtagebuch und in der Fotogalerie.
Nun, also zu neunt verabschieden wir uns vom Schlachthof und nehmen den kurzen Weg ins Hotel, Burger ist gottseidank nüchtern geblieben und steuert das Gefährt sicher bis auf den Hotelparkplatz, jetzt haben wir auch kein schlechtes Gewissen mehr, Teddypard im Bus zurückzulassen, nun ist er ja nicht mehr allein.
Auf Rüdis und Claudios Zimmer nehmen wir noch einen paar kleinen Absacker, hören noch ein bißchen Musik und dann geht´s zum schlafen ab ins Bett.
Gute Nacht und danke für den schönen Abend, ihr Wiesbadener und Umgebung!
P.S. Apropos Umgebung: nun erst recht können wir es kaum erwarten bis zum Jahre 2010 , wir sind ja z.B. im Februar in Darmstadt und im April in Frankfurt (checkt gern unsere Tourdaten!)
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von Totte
27.11.2009 Münster, Sputnikhalle
Aber hallo: Wir sind jetzt schon neun Tage unterwegs, drum könnte man ruhig mal eine kleine Zwischenbilanz ziehen:
Der Verbrauch an Ingwer liegt nun bei der dritten Knolle, zwei Dosen Ipalad, die Ginsengkapseln gehen aus und auch die Meersalznasenspülungsvorräte neigen sich auch dem Ende. Und was zum Teufel hat das noch mit Rockenroll zu tun? Hm. Immerhin halten dafür noch alle Stimmen und kein Monster musste bislang krankheitsbedingt aussetzen. Toi,toi,toi.
In dem luxuriösen Hotel in Wiesbaden genießen wir den morgendlichen Kaffee, Fred schreibt fleißig den Tourbericht, während ich verzweifelt versuche, meine nostalgische Begeisterung für John Sinclair beizubehalten. Gestern habe ich mir einen Sammelband gekauft, „Mallmanns letzte Fälle“, und jetzt quäle ich mich damit rum: Sowas blödes, da läuft gerade mal ein Vampir durch den Schwarzwald und Sinclair kriegt es nicht auf die Reihe. Wieso holt der Trottel nicht endlich sein Superkreuz raus und macht dem Spuk ein Ende? Seite um Seite um Seite informiert er den Leser, daß Vampire echt gefährlich sind, macht aber nix, um dem Bösen Einhalt zu gebieten. In meiner Tasche liegt ein angelesener Nabokov und verhöhnt mich ob meiner Lektüre. Schnauze Vladimir!
Auweia, das wars dann mit Mallmanns irdischem Leben und nun müssen wir auch los.
Im Bus geht gleich der Trubel los:
Es gibt viel zu tun in Sachen Teddypard. Die Homepage will weiter gestaltet werden. Burger macht das ganze sehr gut, es beginnt ein reger Datenaustausch, diuverse Diskussionen um gestalterische Details, allein Teddypard himself sitzt in aller Ruhe inmitten des Chaos und fordert nur gelegentliche Kraulmassagen. Neugefährten Igli wird die Sache irgendwann zu dumm, und an einem McDonalds verabschiedet er sich, um mit einer Kleinfamilie neue Gefilde abseits des Rockbusiness zu erkunden. Bye,bye, Igli!
Stau, Schlaf, Kippenmpausen im Regen und Ankunft – ja, ich weiß, Wiederholungen pflasterten seinen Weg. Fanta 4-Smudo behauptete ja dereinst in einem Interview, auf Tour sei das Konzert die einzige Konstante. In welcher Welt lebt der denn eigentlich? Müssen die nicht auf Tour: In den Bus (na gut bei ihnen: Nightliner)steigen, losfahren, soundchecken, spielen? Na bestimmt: Konstante über Konstante...
Aah, die Sputnikhalle: Klasse Rockerladen, ein sehr cooler Laden mit einem netten Team. Nur etwas zugig im Backstagebereich, aber dem wird rasch mittels Gasheizung (nee, so einer überdimensionierten Gasflasche und Brenner und dann wird’s schnell heiß, wie heißen die DInger denn?) Abhilfe geschaffen, innerhalb von Sekunden ist es molligst warm.
Die Laune im Monstertroß ist übrigens die gesamte Tour über extrem gut, schon lange haben wir nicht mehr eine derartig harmonische Tour gehabt. Es wird viel gelacht und wenig diskutiert. Und wenn, dann nur über schöne Dinge, so zum Beispiel die Setliste, die wir noch ein kleines bißchen umgestalten. Dann Soundcheck und Einlaß.
Etwas ärgerlich die Sache mit der Rockabillydisco im Anschluß: Durch leicht ungünstigen Informationsflow sind heute die zwei Termine Monsters und Disco zusammengefallen, unds wir müssen mit dem Clubteam einen Notfallplan erstellen, denn ursprünglich war geplant, daß die Monsters bis 11 spielen und im Anschluß gepflegt die Discogäste Einlaß erhalten. Das geht natürlich überhaupt nicht, denn unser Konzert beschneiden wäre unserem Publikum gegenüber unfair. Glücklicherweise kommt uns die Crew der Sputnikhalle entgegen, dafür kürzen wir die Pause ein bißchen.
Einlaß: Also diese Tour hat es echt in sich. 340 Menschen haben Laune auf uns, darunter auch wieder die Zwillingscrew und les Meerbuscher, von denen einer heute gar sein 25tes Molkonzert feiert: Gratulation! Ebenfalls Gratulation an Martin und Jan Niklas, die heute Geburtstag feiern.
Auch Amnesty International haben heute wieder einen Stand bei uns, bitte checkt amnest-international.de und helft, denn die tun Gutes und brauchen jeder Form der Unterstützung!
21 Uhr: Monstertime!
Zugegeben, ich habe in der ersten Hälfte des Konzerts ein bißchen Probleme, mich einzugrooven, denn heute ist alles ein bißchen unruhiger als gewohnt. Wir verwöhnten Bengels sind eben sehr aufmerksames Publikum gewöhnt und zumindest ich werde schnell nervös, wenns mal etwas unkonzentrierter wird. Aber man sollte nie vergessen, daß wir heute: 1. in einem großen Club, 2. an einem Freitag Abend und 3. vor Leuten spielen, die uns hauptsächlich von Festivals kennen und gar nicht genau um unsere ruhigeren Nuancen wissen können. Es ist also noch Aufbauarbeit vonnöten. Und vor allem: Ab der zweiten Hälfte bin ich dann doch vollend angekommen und registriere auch die vielen lachenden Gesichter. Und es wird noch besser: Entgegen meinem Geunke schafft es fast die gesamte Halle, beim Balladenteil zuzuhören, das ist derart unfaßbar, daß ich alles zurücknehme und sofort darauf bestehe, daß es sich beim Münsteraner Publikum um ein extrem tolles Publikum handelt!
Und der Mitsing- und Abgehpegel bei den Partyliedern ist exorbitant großartig!
Sogar die Unplugged-Zugabe ganz zum Schluß bekommen wir noch hin, trotz nun einströmender Rockabillydiscobesucher, die naturgemäß wenig Interesse an Liedermachern haben.
Absolut von Herzen kommendes Mille Grazie an Münster!
Nun ist aber Disco, Claudio, Rüdi und Börnski wollen da mittun, ich trinke ein schnelles Bier mit den sympathischen Konzertbesuchern Lars, Basti und Sven, denen ich vor unserer Abfahrt noch empfehle, was ich auch den geneigten Lesern dieser Zeilen empfehlen möchte: Diesen Montag, am 30.11. spielen die tollen Ohrbooten zusammen mit Pensens Zweitband Das Pack in der Sputnikhalle – hingehen lohnt auf jeden Fall!
Jetzt aber erstmal abdüsen, ein kurzer Stopp beim DönerKing, und rein ins Hotel, das definitiv Jugendherbergsflair besitzt, samt Etagentoilette und Dusche. Auf geschätzten vier Quadrartmetern sitzen wir noch gemütlich beisammen und lauschen Tom Waits – die Welt ist riesig und unser Kosmos schön! Arigato und gute Nacht!
Ach so, P.S. checkt mal www.teddypard.de
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von Totte
28.11.2009 Bochum, Matrix **Ausverkauft**
Auf dem Hotelflur klassenausflugmäßiger Trubel: Alle wollen duschen, but there’s only one shower at the floor. Klug wie ich bin, habe ich das gestern bereits erledigt, gegen morgendlichen Harndrang hilft das aber nicht. Leider ist die Toilette im Duschzimmer integriert. So schreeibe ich recht druckvoll zunächst den Tourbericht, bevor die innere Freiheit wieder lachen kann.
Jetzt ist’s auch schon Aufbruchszeit.
Wir verlassen Münster in Richtung Bochum, etwa 70 Kilometer, also wenn während der Fahrt irgendwas passiert ist, ich habs verpennt. Ich verpenne sowieso auf dieser Tour eine Menge, wher kommt das? Und ist das der Bandchronik nicht ziemlich abträglich, wenn der Schreiber ständig döst? Jein.
Denn die Fahrten sind meist folgendermaßen gefüllt: Fred und Claudio wechseln sich beim fahren ab, auf dem Beifahrersitz sitzt Rüdi, weshalb er – aufgrund akkustisch ungünstiger Bauweise des Sprinters – von etwaigen Gesprächen auf den Rücksitzen nie was mitbekommt. Wäre aber auch nicht notwendig, denn auf den hinteren Sitzbänken verbringen die Restmonster ihre Zeit eher lautlos mit Laptopkram, Hörspielen via Kopfhörer, Schlaf und Lektüre zweifelhafter Hefte wie der Bravo oder John Sinclair. Letzterer hat immerhin just gegen einen bösen Vampir gewonnen. Etrwas Leben in die Bude bringt zumindest Teddypard, der inzwischen auch leicht profilneurotische Züge erkennen läßt; er tollt über die Rückbank, übt trockentrommeln ohne Musik und will permanent gekrault werden. Zudem erhebt er aufgrund jüngster Webpräsenz inzwischen immer öfter Anspruch auf die Laptops, und das, obwohl er gar keine Finger zum tippen hat.
Wir sind früh in Bochum, also erstmal ins Hotel. Dieses ist riesig und sehr edel, ich genehmige mir gleich ein langes Bad, um dem Tourschmodder Herr zu werden. Meine Zahnbürste löst sich leider beim putzen auf, gerade so entkomme ich dem Erstickungstod durch die Borsten, dennoch: Ich brauche Zahnhygiene.
Ein paar Einkäufe also im nahegelegenen Kaufland (Zahnbürste, Ingwer, Käsebrötchen), dann wieder ins Hotel, ein Kaffee auf dem Zimmer und Abfahrt zum Club.
Der/die Matrix ist ein verwinkelter Discoladen mit zwei Räumen, hier ein kleiner Schock: Wir sollen im kleinen Saal spielen, der Schwierigkeiten haben wird, 200 Menschen mit Bühnensichtgarantie aufzunehmen. Dabei ist der Vorverkauf schon bei 210 Karten. Wir überlegen hin und her, diskutieren und überlegen weiter. Der große Saal ist leider discomäßig verbucht, glücklicherweise ist die uns betreuende Crew sehr entgegenkommend, also entscheiden wir uns, die Bühne vermittels Bühnenelemente zu erhöhen und auch Barhocker zu benutzen, um auch weiter hinten gesehen werden zu können, zugleich werden wir nicht mehr als 250 Leute in den Club lassen, denn etwaige Nachzügler völlig ohne vorherige Info vor einem Ausverkauft-Schild stehen zu lassen, wäre enorm unsozial.
Inzwischen drängt auch die Zeit, um 19 Uhr ist Einlaß, bis 23:30 müssen wir mit unserem Programm wegen der Disco durch sein. Die Wohnraumhelden, die uns heute als Support die Ehre geben wollten, stecken zudem noch hoffnungslos im Stau, das wird leider nichts mehr.
Soundcheck im Speedgewand, essen und abwarten:
Im Grunde sind das alles heute eher schlechte Voraussetzungen einen guten Monsterabend, aber da haben wir unsere Rechnung ohne den Ruhrpott gemacht:
Heute erleben wir einen der schönsten Abende der gesamten Tour, so mein Empfinden und am Strahlken der Kollegen kann ich erahnen, daß es ihnen ganz ähnlich geht.
Das Publikum – darunter auch viele Freunde und Bekannte – gehen sowas von ab, daß der ganze Raum strahlt.
Und auch wir sind vom ersten Moment an in absoluter Spiellaune: Es wird viel interagiert, gelacht, funkelnde Momente gibt es en masse, der Mitsingpegel ist ohrenbetäubend und Schunkeln und Pogo lassen den Raum beben.
Auch der ruhige Teil funktioniert hervorragend, trotz beginnenden Discolärms im Nebensaal.
Völlig euphorisiert beenden wir das Konzert mit der gesamten Zugabenrutsche, sogar Kartetov klappt grandios – Ruhrpott rules eben! 1000 Dank!
Wir tummeln uns auch anschließend noch eine ganze Weile im Club rum, prosten und quatschen mit vielen Menschen, ich gehew mir ein Bier im Backstageraum holen, aber als ich wieder back in da club bin, sind scheinbar alle gegangen.
Ach schade, irgendwie sind nach unseren Konmzerten immer alle schon weg. Glücklicherweise sind aber im Backstagraum selbst noch einige nette Menschen mit Trinklaune, darunter auch die Wohnraumhelden, die es dann zumindest noch hierher geschafft haben.
Schade, daß der Auftritt nicht zustande kam, aber in Bielefeld zum Tourabschluß spielen sie ja auch noch auf. Darüber hinaus sind die beiden auch mehr als angenehme Zeitgenossen, so verwundert es kaum, daß auch im Hotel noch eine ganze Weile weitergefeiert wird.
Ich mache allerdings schon bald schlapp, denn – wie gesagt – ich bin ja immer müde. Hab ich noch was verpaßt? Bestimmt!
Bochum, es war grandios! Auf bald, hoffe ich! Und raumtechnisch werden wir dran arbeiten, versprochen.
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von Totte
29.11.2009 Bielefeld, JZ Kamp
Last day on Tour: Was sich im Vorfeld stets wie die Ewigkeit ausmacht, rast dann derart schnell an einem vorbei, daß einem ganz schwindelig davon wird.
Zurückblickend ist es absolut unglaublich, wie alles lief: Die Tage waren extrem harmonisch, die Tourkoller blieben aus, die Konzerte waren unfaßbar und KEIN Monster ist erkrankt, heiser geworden, verschweinegrippt oder sonstwie ausfallmäßig in Beschlag genommen worden.
Wir fahren recht zügig von Münster nach Bielefeld, unterbrochen nur von einem kurzen Besuch bei Nordsee – Fischfrühstück und Saft. Teddypard geht ijm Bus total ab, er spürt wohl, daß die Reise sich dem Ende nähert, er springt wild dur5ch den Bus, röhrt und krächzt aufgeregt und kann überhaupt nicht genug Streicheleinheiten bekommen. Erst nach einer schriftlichen Zusage von uns, die ihm freies Wohnen in Flottbek sowie Mitnahme auf künftige Touren garantiert, beruhigt er sich und kommt wieder besser klar. Außerdem erkundigt er sich nach Gästebucheinträgen auf seiner Seite teddypard.de und fordert neue Fotostrecken. Wird gemacht.
Das JZ Kamp ist ein sehr schönes Jugendzentrum mit direkt über dem Club angeschlossener Künstlerbehausung. Cool, das paßt perfekt ztum Tourabschluß, wir können gleich vom Club aus ins Bett fallen, keiner muß fahren und alle können feiern.
Zudem ist die Wohnung extrem gemütlich, hat einen leichten Retrocharme und ist absolut liebevoll mit diversen Cateringköstlichkeiten bestückt. das Veranstalterteam um Chris ist supernett und zuvorkommend und schon des Nachmittags füllt sich die Wohnung mit tollen Menschen: Die fabelhaften Wohnraumhelden trudeln ein, Achim und Lizzy de la KOKS-Music schauen vorbei, die netten Damen Katharina und Jule von Radio Hertz, mit denen wir ein entspanntes Interview führen – überhaupt – „Entspannt“ ist die passendste Zustandsbeschreibung für diesen Tag.
Der Soundcheck verläuft absolut streßfrei und fast wie nebenher und bei leckeren Aufläufen und selbstgebackenen Streuselkuchen steigt die Laune sonntäglich gemütlich stetig nach oben.
in den verwinkelten Gängen des Clubs lande ich stets an einem anderen Ort, nur nie da, wo ich hin wollte: Mal steh’ ich vor einer verschlossenen Glastür ins Nichts, mal in einer Fremdküche, nur im Club lande ich nie. Spannendes Leben im Shiningstyle!
Nun ist es auch 20:10 Uhr und die Wohnraumhelden starten den Event: Bravourös locken sie die etwa 200 BielefelderInnen (und Umland) aus der Reserve und heizen ordentlich ein. Wohnraumhelden eben, ein Garant für große Unterhaltung im Dienste der Göttin der Musik!
Dann ist es zum letzten Mal für dieses Jahr Monsterzeit:
Das Publikum ist heute etwas ruhiger und konzentrierter als gewohnt, gerade nach dem Euphorietaumel gestern zu Beginn noch etwas verunsichernd für uns, aber beide Seiten tauen rasch auf und es wird ein sehr schöner Abend.
Und gerade der Balladentei wird heute so still und aufmerksam genossen, daß es uns kollektiv wohilg gänsehäutet.
Mir kommt das ganze Konzert heute extrem kurz vor, die Songs schießen nur so unter Highspeed an uns vorbei, dabei geben wir natürlich die volle Rutsche und holen zum Zugabenteil auch noch die Wohnraumhelden on stage, um mit ihnen ihren Song vom weißen Pferd zu zelebrieren. Daß wir vom Publikum nach Kartetov noch mit Standing Ovations verabschiedet werden, ist das Sahnehäubchewn dieses Tourabschlusses: Innig umarmend lauschen wir unserem Beatsteaks-Outro und können unser Glück noch immer kaum fassen.
Nach dem Konzert ist mitten auf der Party:
Da Rüdi für die Monsters heute noch einen spirituellen Großeinkauf vorgenommen hat, ist getränkretechnisch alles bestens vorbereitet, um die Nacht lang und wild zu gestalten. Und das wird sie auch: Mit WRH-Christoph und diversen Kamp-Crew,itgliedern wird noch sehr lange gefeiert, getrunken und gesungen, sogar ein Glastisch geht rockstarklischeemäßig zu Bruch, ganz unrockstarklischeemäßig aber 1. versehenlich und 2. wird das Kamp über den Glasbruch gleich informiert, denn so toll, wie sich hier alle um uns gekümmerrt haben, wäre es schäbig, den bSchaden nicht gleich so schnell als mögloich wieder gutzumachen. Dennoch scusi!
Ich muß irgendwann einfach schlafen gehen, derweil wird im Wohnzimmer weitergefeiert: Viele Lieder dringen an mein Ohr, scheinbar spielt jeder drüben nochmal auf: Neben Eigenkompositionen auch Dschungelbuch-Evergreens, eine wundervolle Klangkulisse mit Gute Träume-Wirkung!
Die Novembertour 2009, unsere 14te Monsterstour, war eine, wenn nicht sogar die bislang schönste, harmonischste und gesündeste Tour, die wir je gefahren sind. Und an dieser werden wir alle kommenden MoL-Reisen messen. Unser Dank gebührt allen lieben VeranstalterInnen, den KOKS-Menschen, Urs und Claudio, Teddypard, den Wohnraumhelden und vor allem Euch lieben HörerInnen, die Ihr uns zwei wunderschöne Wochen voller leuchtender Momente beschert habt.
Und ich meinerseits gebe jetzt noch gernstens einen Schuß Pathos hinzu, denn wo paßt das besser als beim Abschiednehmen (wenn auch nur temporärem Abschied):
Arigato Fred und Labörnski und Pensen und Rüdi und Burger: Ihr seid in der Tat die derbsten! I’m a fan! Bis bald, d’accord?
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