E-Werk, Freiburg
21. Nov. 2018

Tourtagebuch

E-Werk, Freiburg

21. Nov. 2018

von Totte

Es ist soweit, Monsters sind wieder richtig auf Tour. Genau genommen seit gestern, denn Soelve hat uns mit seinem Superbus bereits sicher von Hamburg nach Freiburg kutschiert, während wir uns mit Bier, Wodka und Musik reingefeiert haben. Ich etwas zuviel, in den frühen Morgenstunden habe ich Allmachtsphantasien bewommen und Soelve dait zumonologisiert, bevor ich endlich in die Koje gefallen bin, um dort dann – laut Fred – mich noch mittels weiterer Pamphlete der Marke „die Welt wird’s schon merken“ in den Schlaf genuschelt habe. Dementsprechend malle bin ich heute, das Wertegefühl lädiert und mit Brausen in der Birne. Das für elf Uhr anvisierte Interview habe ich ebenfalls verpennt, aber das haben glücklicherweise die ollwgen bravourös gemeistert, die auch schon en Bus etladen haben. Ich bin eher nur seoptimal zu gebrauchen, schlurfe ins E-Werk, wo wir liebevoll umsorgt werden, koche mir diverse Kaffee, dann zurück in den Bus und SchlafSchlafSchlaf.

Vorher aber noch Rüdi und Burger herzen, Burger ist gestern aus Bangkok zugereist, Rüdi aus der Konstanzer Heimat und vermißt seitdem sein Gepäck, denn das holen wir erst morgen.

Verschläft man den Tag, hat man leider nichts zu erzählen, ich glaube aber, die Kollegen machen alle dufte Dinge, Börnski ist joggen, Fred bastelt ein neues Airwolf-Intro, alles duftes Zeugs.

Der Soundcheck läuft reibungslos, der Saal ist wunderschön und beeindruckend groß und von einer Beleuchtungspower, die Münder offen staunen lässt. Apropos und: Ich habe eine Entzündung und fummle mit der Zunge jetzt dauernd dran rum. Macht mich kirre. Krankheit als Weg, um mal Blumfeld zu zitieren.

Das Essen im Cafe ist sehr lecker, es gibt Kartoffelgratin und Johnny Cash und selbstgemachte Limonade, die von berauschender Qualität ist.

Kann man das auch von unserem anschließenden Konzert sagen? Das weiß ich jicht mit Sicherheit, was ich aber weiß, ist, daß wir in einer herrlich verworfenen Stimung sind, als wir zum neuen Intro auf die Bühne marschieren, in einen sehr gut gefüllten Saal voller sehr guter Menschen blicken und losrocken. Unsere Ansagen sind heute eher kauziger Natur, zwischen eigentbrötlicher Fideltheit und launigem Schalk, Teufelchen flüstern uns Dinge in die Ohren, demzufolge wird’s ein höllischer Spaß. Absolutes Highlight ist meines Erachtens Freds vesehentliche Zeilenumstellung bei Cola Korn: „Ich fass mich an zieh zweimal weg und bin zuhaus.“ Aber auch Pikny Brohm, Weltklassemelodie und ein zerhackter Walgesang treiben Lachtränen in diverse Augen, auf und vor der Bühne. Wir addieren uns von standing ovation zu standing ovations, das Licht ist auch im Ernstfall wunderschön und gehört extra bedankt, neue Schwenkungen bei bei Mafia und traditionelle Winkungen bei SuSuSu, Liebeslichter bei Seehfahrer, es ist alles wirklich traumhaft. Wir sollten öfter nach Freiburg kommen. Marco hat Geburtstag, drum an dieser Stelle Gratulation von monströser Seite. Womöglch bleiben die leisen Töne heute etwas mehr im Hintergrund, andererseits, wer bei „Betroffenheitssongwettbewerben“ „Ausziehn!“ brüllt, der kann mit Punk was anfangen.

Im Zugabenteil sind wir allerdings etwas zerfahren, das muss man auch zugeben. Irgendwie kriegen wir es nicht richtig auf die Reihe, zeitgleich aufzustehen oder zu sitzen, uns so wirkt alles womöglich ein wenig improvisiert. Trotzdem gibt’s die volle Ladeung, ist doch Ehrensache, und tun Swchluss komt noch ein neues Outro, das tags darauf innerhalb der Band nochmal diskutiert werden wird. Lange Anschlussparty fällt indess leider aus, denn wir müssen zeitig weiterfahren, Rüdis Gepäck holen. Also Busladen, von der supernetten E-Werkcrew verabschieden, und on the road again. Keine 100 Kilometer. Wir essen Brötschen, trinken Wasser und sind in einer eher angenehm gedämpften Vorschlaflaune. Aber die Tour hat schließlich erst angefangen. Wir sind jedenfalls ready. Aber sowas von. Merci Freiburg, es war ein Pleasure bei Euch! Vwir kommen wieder.

 

 

Galerie