Kula, Konstanz
22. Nov. 2018

Tourtagebuch

Kula, Konstanz

22. Nov. 2018

von Totte

Es scheint sich herauszukristallisieren: Jeder zweite Abend mutiert zur Partynacht. Dabei beginnt alles ganz entspannt. Die Sonne scheint über Konstanz und die Pläne der Monsters sind eher sportiver Natur. Frische Mische gehen joggen und – zugegeben – mehr Sportereignisse fallen mir just nicht ein. Ich myself schreibe den Tourbericht, dann lese ich ein Buch, allerdings leider ein sehr uninteressantes Buch, es hat weder Drive noch Witz und darum werde ich den Autoren hier auch nicht nennen, denn womöglich ist er ein guter Mensch und ich möchte seinen Erfolgskurs nicht stören. Immerhin komme ich über diesen Roman mit Lasse in eine Unterhaltung über Bücher, er empfiehlt Jasmin Tabatabei, und das aufgrund einer sehr interessanten Side-Story, so dass ich ihm von meinem Tabatabeihass gar nicht berichten mag, sondern mich neugierig bereit erkläre, ihre Bio ebenfalls zu lesen. Mit einem Beuteltierbestseller können wir indes beide nichts anfangen, dafür einigen wir uns mit Fred, dass Salingers Fänger im Roggen derbe gut ist.

Das Kula-Team um Dennis, Liz und Anna ist sehr, sehr sympathisch und um unser aller Wohl bemüht, ständig landet frisches Backwerk bei uns, neuer Kaffee, klare Gläser, alles, was unser Wohlbefinden noch verstärken kann. Dazwischen laden wir rasant unser Equipment in den Club, abr auch das geht so schnell, dass es kaum der Rede wert ist. Wir optimieren unsere Setliste noch ein wenig, dann wird’s Zeit für den heißen Scheiß und der heißt Facebook. Frische Mische mischt da jetzt mit. Gar nicht so leicht, da eine Seite aufzumachen, es dauert über sechs Stunden, und plötzlich ist es Einlasszeit, wir haben leckere Nudeln gegessen und müssen uns einmonstern. Konstanz, wir kommen:

 

Es wird ein ganz zauberhafter Abend. Der Club ist sehr gut gefüllt, auch hier wieder mit erlesenen Menschen, die – im Gegensatz zu Rüdis Befürchtungen – gar nicht steif rumsitzen, sondern gleich ambitioniert mitttun und den Abend in einen gemeinsamen Rausch vwrzaubern. Es wird gepogt, gelacht, geklatscht, gesungen, vor allem scheinen viele Songs noch neu für die Audienz zu sein, was unseren Spass an den Pointen noch hochtreibt. Ein bißchen verquatschen wir uns darob vielleicht sogar, aber das gehört manchmal eben dazu und ist ein sicheres Indiz dafür, dass wir uns wohl fühlen. Rüdi ist der Allensbacher Held, Börnski der Rapgott und wir zementieren heute das Bild einer 15 jährigen Band, die voll ihre Pubertät auslebt. Das Ergebnis heißt Durchdrehen und wir feiern durchs Programm, und plötzlich ists vorbei und wir haben ganz viel Liebe in den Herzen und müssen weiterfeiern. Notfalls ohne Gitarren, dafür aber mit vielen neuen und alten Freunden im Backstage, wo Flaschen geleert werden und zu Rapsongs kopfgenickt wird. Oder so in der Art. Die Erfindung der Nacht heißt Anananskaugummi und weil Lasse und Urs derart coole Typen sind, verpassen wir als Band kollektiv das Busladen, weil sie das mit dem Kula-Team einfach schon gemacht haben. Wir erzittern ehrlich ob dieser Aktion in dankbarer Ehrfurcht.

Im Bus zur Abfahrt erwischt mich dann eine Fressattacke, Käsebrötchen um Käsebrötchen veschwindet in meinem gierigen Schlund, dazu gibt’s musikalische Differenzen, an denen ich nicht ganz unschuldig bin, aber insgesamt muss man sagen: Es ist ein großes Fest! Und Kartoffeln sind geraucht auch nicht so übel wie ihr Ruf.

Merci Konstanz, das machen wir bald mal wieder, d'accord?

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

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