Musikbunker, Aachen
03. Apr. 2019

Tourtagebuch

Musikbunker, Aachen

03. Apr. 2019

von Totte

Aachen und Monsters, das ist so eine Geschichte. Wir haben hier wunderschöne Abende erlebt, aber auch ein paar unserer schlimmsten Konzerte. Vom letzten Auftritt hält sich gar das Gerücht, dass einer aufs Maul gekriegt hat. Zu recht und aus Gründen aber dennoch: Wo sind wir denn hier? Monsters und Gewalt ist ja eher sehr widersprüchlich. Na ja. Auch der Vorverkauf läßt wenig zu hoffen, es regnet und alle sind von der gestrigen Feierei müdemüdemüde. Highlight des Tages der morgendliche Besuch von Pensens Nichte Nelly. Reizende Person mit Michaela aus Lönneberga-Style.

In Aachen werden wir wärmstens von Marina und Sebastian (nicht Klaus) empfangen, das Essen ist superb und besonders das vegetarische indisch eine Extraerwähnung wert.

Busladen, Soundcheck, Schlaf für die einen, Bohemian Rhapsody für die anderen. Die Tage machen sich langsam bemerkbar, eine bleierne Trägheit liegt über einfachsten Abläufen. Der Moment, wenn Abenteuer zu Alltag wird, ist langsam erreicht, das Ziel aber noch fern. Melancholie? Irgendein Fussballspiel läuft heute nur in der ersten Halbzeit wie gewünscht, dann hagelt es wohl Tore für die falschen. Ich versteh das ja nicht und denke mir drum: Ok.

Wir sind aber sehr überrascht, und zwar äußerst positiv, denn der Club hat sich zum Konzertbeginn entgegen aller Erwartungen sehr gut gefüllt. Außerdem sind das ganz schön viele exquisite Menschen, die heute mit uns feiern. Ziemlich schnell stellt sich raus, dass das heute eins der guten Aachen-Konzerte wird, wir sind in Quatschlaune und die Leute sind aufmerksam, lieb und begeisterungsfähig. E gibt Pogo und Dialoge, Lichter und Lachen.

Wir erleben wunderschöne Versionen neuer Lieder, Smalltalkexkursionen über Dialogmusik und es prickelt. Ich habe das Gefühl, heute ist eine Verbindung da, die Bühne und Raum zusammenhält. Zu den Zugaben gibt es noch spontanen Freestylerap und im Anschluß kriege ich den Hals nicht voll und laufe noch ins Dumont, eine sehr nette Kneipe, in der ich mich spontan mit einer Gruppe MonstershörerInnen verabredet habe. Die Folge: Berliner Luft im Übermaß und ein Totte, der glücklich quasselt aber wenig souverän torkelt, verbal und motorisch. Aber ein sehr schöner Abschluss des Abends. Jedenfalls fast, denn bei meiner Ankunft im Bus steht Soelve auf, um weiterzufahren und ich setze jich gern noch zu ihm und rede ihm Frikadellen ans Ohr. Dazwischen kleckere ich mit Aufstrich und verbringe viel Zeit knieend beim Teppichwischen. Soviel Glamour, Rockstarlife.

 

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