Pantheon, Bonn
25. Apr. 2019

Tourtagebuch

Pantheon, Bonn

25. Apr. 2019

von Totte

Die zweite Tourrutsche startet. In Bonn, genauer Bonn-Beuel, meiner Heimat sozusagen. Aus familiären Gründen bin ich schon vor ein paar Tagen angereist und habe somit heute Zeit, auszuschlafen, schwimmen und spazieren zu gehen und ein kleines Mittagsschläfchen zu halten, während die Kollegen gegen Staus und Bahnchaos kämpfen. Trotzdem kommen wir alle fast zeitgleich an und sind gleich baß erstaunt und begeistert ob des Anwesens. Das Pantheon ist vor ein paar Jahren umgezogen und jetzt fasst es einen riesigen Saal, der wiederum zwei Bühnen hat. Wir spielen auf der großen, aber zum Glück wird der Raum etwas abgehängt, denn sonst würde man quasi in die Unendlichkeit spielen. Schon so bleibt er beeindruckend, dabei aber dennoch gemütlich. Harald empfängt uns herzlichst, Ulli kümmert sich um unser leibliches Wohl, Hannes ums Licht, aber insgesamt kümmern sich alle toll um uns. Die Backstageräume sind ein Traum, samt Garten und Raucherraum, weshalb wir im Grunde den ganzen Tag nur fläzen und genießen. Mich überrascht meine ehemalige Chefin Karin, mit der ich im Beueler Krankenhaus gearbeitet hab, und das ist ein enorm schöner Besuch. Wir reden von alten Zeiten und ich vermisse sie, wenn ich daran denke. Da Karin Nachtdienst hat, kann sie leider nicht zum Konzert bleiben, ich überlege, später mal im Krankenhaus vorbeizuschauen, aber das wird natürlich nichts, denn Alkohol und Adrenalin werden das verhindern. Aber das wird nachgeholt.

Während im Backstage die Zeit genossen wird, hat Urs etwas Stress mit Soundaufbau, aber Checker, der er ist, wird alles rechtzeitig fertig, wir klingen edel und können Süppchen esssen, während sich das Pantheon mit guten Leuten füllt.

20 Uhr, Showtime: Kurz gesagt, es wird ein sehr gutes Konzert. Definitiv konzentrierter als oftmals, das Publikum ist enorm aufmerksam, manchmal gar kabarettistisch, aber voller Wärme und Verve. Und wir grooven uns auch recht schnell ein. Anfangs noch etwas eingeschüchtert von der seriösen Atmosphäre, beginnen wir recht schnell, uns zu lockern, zu quatschen und zu interagieren. Das tut dem Abend sehr gut und es wird sehr kurzweilig. Wir bekommen ein Bonner Wieß auf die Bühne gebracht, denn es gibt hier KellnerInnen, die fleißig arbeiten und sogar auf unseren Bestellwunsch reagieren. Vielen Dank dafür und überhaupt. Börnski hält die bizarrste Straßenschwimmeransage aller Zeiten, Rüdi und ich schwelgen in Bonner Unierinnerungen und zwischendurch wird viel geprostet. Buchläden werden gegen Kneipen getauscht und das Licht leuchtet zu allem passend. Zum Schluß wird’s auch wieder punkig, es gibt Sitzpogo und Geschunkel und gar Standing Ovations. Wundervoll, merci vielmals.

Nach dem Konzert dürfen wir noch eine ganze Weile im Pantheongarten sitzen, Großteile meinerFamilie sind da, das ist ultragemütlich und entspannt und wahrscheinlich auch mit ein Grund dafür, daß ich den Hals nicht voll kriege und mit Ulrike aus Hamburg und Urs anschließend in die Innenstadt weiterziehe. Kurz überlegen wir, ob wir nicht tatsächlich noch im Krankenhaus vorbeischauen, aber dafür sind wir doch zu vernünftig, denn Partylaune unter nüchternen Neonlicht bringt keiner Seite was. Stattdessen geht’s in die Innenstadt, ich erzähle viel Zeug von früher und nerve ein wenig, der Tresor hat schon zu aber in der Zone gibt’s noch Bier und Tequila und anschließend traditionell eine Pizza am Hauptbahnhof. Gegen vier Uhr erreichen Urs und ich das Hotel und das ist dann auch für mich eine Premiere. Hotel in Bonn! Unfassbar.

Bonn: es war ein Fest! Vielen Dank. Wir kommen hoffentlich bald wieder.

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