E-Werk *Ausverkauft*, Eschwege
31. Mär. 2019

Tourtagebuch

E-Werk *Ausverkauft*, Eschwege

31. Mär. 2019

von Totte

Ach Eschwege, was soll ich sagen? Ein großes Problem im langjährigen Verfassen von Tourberichten ist ja die Redundanz. Und gerade in Eschwege waren wir schon derart oft, dass man versucht ist, nach Copy and Paste-Verfahren zu -haha – verfahren. Es ist immer heimkommen, hat eine Herzlichkeit von tiefer Kenntnis voneinander und damit aber auch unausgesprochene Verpflichtungen, die kaum einlösbar sind. Gerade im Schoße der familie will man immer alöles ganz besonders richtig machen, noch ein bißchen mehr strahlen als woanders. Deshalb verkrampft man ein wenig mehr als woanders und dann ächzt ein Scharnier und man ärgert sich und denkt, man hat alle enttäuscht. Das ist aber Quatsch, denn wenn man sich wirklich mag, dann trachtet in Wahrheit keiner nach Perfektion. Wie auch immer: In Eschwege haben wir schon derart oft gespielt, dass alles schon vorgekommen ist. Magische Abende, zauberhafte Nachmittage, lange Gesichter und abgekackte Shows. Heute wird es eine der definitiv bessseren Konzerte von uns im heiligen Areal. Der Tag war schon sonnig, Severin, Alex und das gesamte E-Werk/Open Flair-Team sind Wunderwesen, wir haben ein launiges Interview mit den Damen und Herren von Radio Meißner, das Essen schmeckt formidabel und die Gitarrensaiten schweben stählern. Mein Schnupfen ist inzwischen super drauf und die Nase brennt. Das Konzert findet heute bereits um 19 Uhr statt, das ist früh aber eigentlich auch ganz cool, denn es ist schließlich Sonntag und irgendwie hat das was, in die Pause zu gehen und noch Restttag zu sehen. Das E-Werk ist ausverkauft, was immer verdammt cool klingt. Wir haben aber auch vorausschauend großzügiger bestuhlt, denn auch hier nehmen wir die Show selbstverständlich auf. Auch hier werden wir im Anschluß von mehreren BesucherInnen gefragt, ob das jetzt immer so sein wird, denn sie würden gerne tanzen und stehen, und die ehrliche Antwort ist: Keine Ahnung. Unser Eindruck ist durchaus, dass die Lieder viel konzentrierter wahrgenommen werden, wenn alle sitzen. Aber es gibt ja immer noch Clubs, bei denen das allein räumlich gar nicht zu machen ist. Und dann die Festivals. Zum Beispiel das..na? Exakt, Bogen gespannt, wieder bei Open Flair gelandet. Geschickt. Unser Einstieg in den Abend ist etwas holperig, weil das Intro seltsam abbricht, aber wir finden uns dank des frenetischen Superpublikums rasch ein und der Abend gewinnt an Fahrt. Die Strassenschwimmeransage ufert aufs amüsanteste aus, Artikel 13 kriegt Bonuspunkte und -zack- schon ist die Pause da. Die Pausenmusik ist auf Shufflemodus und verkürzt sich dadurch um ein paar Minuten und -wusch-schon sitzen wir wieder auf der Bühne, trinken, singen, schunkeln und feiern. Es wird immer besser, so mein Empfinden, wir sehen viele Herzen und geben sie nur zu gern ebenfalls. Nach dem Konzert natürlich noch diverse Smalltalkereien mit den guten Menschen, danach aber noch in einer kleinen Abordnung in die Zille, eine Kneipe, die noch geöffnet hat. Da exakt zwei Jägermeister zuviel, die mir gerade den Tag schwermachen. Aber manchmal muß man eben leben. Vielen Dank, dass das mit Dir immger so wunderschön klappt, liebes Eschwege. Wir verneigen uns.

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