Alte Brauerei, Gera
07. Apr. 2019

Tourtagebuch

Alte Brauerei, Gera

07. Apr. 2019

von Totte

In Gera waren wir schon öfter und, wie ich in unseren Berichten nachlesen konnte, waren es immer gute Abende. Im Haus der Pioniere, im Comma, mit Steinkugli und Sternwarte.  Um so trauriger, dass diese auf uns ehemals so offen wirkende Stadt sich plakatflächenmäßig inzwischen dem AfD-Schrott untergeordnet zu haben scheint. Wieviel Angst, Wut, Neid, Gier, mangelndes Reflektionsvermögen und Moraldefizit kann ein Mensch haben, um auf diesen Furchtvampir AfD reinzufallen? Aufhören damit, sofort! Und zwar überall.

Trübe Gedanken an einem sonnigen Tag und insofern ungerechtfertigt, dass schließlich ausgerechnet die Leute, bei denen wir heute kulturell zu Gast sein dürfen, alles  Mögliche tun, um dem bösen Bild etwas entgegen zu setzen. Und das machen sie hervorragend. Zwar drängt sich drohend die stacheldrahtbezäunte ehemalige JVA gleich an die alte Brauerei, die Brauerei selbst ist aber wunderschön, im besseren Sinne höchstmodern und mit ganz zauberhaften Menschenbevölkert, die sich unglaublich liebevoll um uns kümmern. Thomas und Team, Chris, Chrissi und Kochgang, Wahnsinnsessen, von der Schwarzwurzelsuppe bis zu den Flammkuchen, unsere Bäuche wölben sich und wir fläzen glückselig benommen den ganzen Tag in der Sonne. Dazwischen nur kurze Miniturniere im Tischtennis, wobei ich fairerweise sagen muss, dass Claudio und Fabi sehr wohl die Stadt erkunden und Frische Mische wieder joggen sind.  Burger und ich beobachten beeindruckt inzwischen eine Katze, die elegant as hell auf den Dächern rumspaziert.

 

Ein Tag in Harmonie. Und dann der Abend: Der Club füllt sich enorm gut und die Leute sind liebevoll und voll dabei. Ich bin überzeugt, dass einige Songs es in die engste Auswahl der guten Aufnahmen schaffen werden, Titel werden natürlich nicht verraten, denn manche haben Pointen, aber von Kampflied bis Ballade ist das super. Publikumsmensch Julian darf ausnahmsweise ein Punklied filmen, weil er verspricht, es nur zum Hausgebrauch zu verwenden und das erzeugt doppelte Energie bei allen. Überhaupt Energie: Bei Mücken durchklatschen? Respekt. Konzentriert zuhören? Ebenfalls Respekt. Pensen verlässt kurz die Bühne, um zu kontrollieren, ob der Bus abgeschlossen ist, er ist, und das freut alle im Saal und verdient Applaus. Safety first. Alles gut und leicht magisch. Es brizzelt sozusagen und das an einem Sonntag, der sich für alle mindestens genauso gut zum Grillen geeignet hätte. Wettermäßig, versteht sich. Stimmungsmäßig war das Konzert die beste Wahl. Für uns auf jeden Fall. So fallen Rüdis Abschiedsworte zum Konzertende sehr, sehr liebevoll aus und das ist absolut ehrlich gemeint und bitte auch so zu verstehen. Wir verabschieden uns nun in eine Minipause, in zwei Wochen geht’s weiter, aber bis dahin haben wir viele Bilder und Eindrücke in unseren Köpfen, die wir mit uns rumtragen und einem breiten Lächeln quittieren werden. Und nicht wenige davon sind aus Gera. Merci vielmals, Eure Monsters

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