LOGO *Ausverkauft*, Hamburg
29. Apr. 2019

Tourtagebuch

LOGO *Ausverkauft*, Hamburg

29. Apr. 2019

von Totte

Dreimal Hamburg: Maßlos, irgendwie. Ich weiß noch gar nicht ,wie ich das finden soll und verschiebe die Entscheidung auf später. Erstmal nutze ich aktiv den Fakt, zuhause zu erwachen dafür, mir indisches Essen zu bestellen und Podcasts von Mauli & Staiger anzuhören. Zwischendurch ein wenig „Backstage Passport“ von NOFX, immer noch eine der schönsten Rockdokus. Auf „the Dirt“ sei gepfiffen, denn da taugt nur das Buch was. Was auch nur bedingt taugt, ist der Podcast von Sträterbenderstreberg, denn oft hört man dort leider nur ziemlich affektierten 08/15-Kram über 08/15-Filme. Aber besser als „Frauentausch“, das ja. Ich hätte doch schwimmen gehen sollen, aber es regnete und das Bett war warm.

Als ich mich zum LOGO aufmache, strahlt die Sonne und ich spüre glatt eine leichte Vorfreude. Dass die LOGO-Familie zu treffen, immer heimkommen ist, muß ich hoffentlich nicht mehr erwähnen, andererseits: Es ist immer wie heimkommen. Wunderschön. Wir drehen ein cooles Video und haben uns lieb. Und das nach all den Jahren, Tagen und Wirren, das muss man auch erstmal schaffen. Das LOGO ist heute komplett bestuhlt, keine Bierbänke, nein, alles voller Stuhlreihen und das sieht stark aus. Wir erhoffen uns so eine etwas aufnahmeadäquatere Atmosphäre und wir werden nicht enttäuscht. Besonders das erste Set ist quasi ein gelungener Durchmarsch. Wir werden frenetisch empfangen und es wird nicht weniger, dabei sind aber alle noch aufmerksamer als sonst. Viele Freunde sind da, Ingmar, Julia, Yvonne, Merchman Lasse, Yase, sorry, aber jetzt vergesse ich sowieso wieder Leute und das will ich nicht, ich höre mit Namedropping auf und komme zum Abend zurück. Was immer noch nicht gelernt wurde, ist, Bonbons ungefährlich zu schmeißen, aber diesmal kann ich früh genug ausweichen. Und Highlight ist sowieso ein spontanes Gitarrenduett, das Rüdi mit seinem alten Bodenseekumpel Uwe spielt, mit dem er seine erste Band hatte. Und das Lied behandelt die Begeisterung für eine andere Band (High Voltage), deren Sänger ebenfalls heute da ist. Rührungstränen, Begeisterungsstürme und wiederkehrende „Uwe“-Rufe sind die Folge, die den ganzen Abend über anhalten. Klasse. Wir bringen einen Haufen krude Ansagen, gesangliche Experimente und Bewegungstänze der Extraklasse lassen die Wände wackeln. Ich mag, wenn fast alle sitzen und sehen können. Es fliegt Konfetti und auch Ballons und es wird eine sehr rauschende Party, wenn auch weniger für mich, weil ich irgendwie inwendig abgelenkt bin. Aber ich freue mich ehrlich mit allen und bin von der Liebe, die uns entgegengebracht wird, ebenfalls sehr gerührt.

 

Nach dem Konzert wird sicher noch weitergefeiert, obschon es Montag ist und viele morgen arbeiten müssen. Auch ich verabschiede mich heute aus Sicherheitsgründen schnell und spaziere zum Bahnhof. Es ist dunkel und still. Eine Welt voller Gegensätze. Das macht neugierig auf die Zukunft. Die geht zwar immer erst gleich los, aber Vorfreude ist ja bekanntermaßen die schönste Freude. Hamburg, wir kommen wieder. Und zwar ratzfatz! Cool.

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