Kufa Löseke *Ausverkauft*, Hildesheim
05. Apr. 2019

Tourtagebuch

Kufa Löseke *Ausverkauft*, Hildesheim

05. Apr. 2019

von Totte

Hildesheim, es war ein Fest. Kein besinnliches Kerzenscheinfest mit stillen Mäuschen und ausufernden Dialogen, aber ein Fest. Etwas Punkspirit mit Pfeffiflair, Pogo und Fussballchor. Der Tag indes war eher entspannt. Ein bißchen sitzen, ein bißchen liegen, ein bißchen quatschen, ein bißchen proben. Rüdi und ich spazieren in die Stadt für ein Interview mit Radio Tonkuhle, setzen uns in ein Café und flanieren ein Straßenfest lang. Oder ist es ein Biertestfest? Irgendetwas ist es. Ganz schön was los in Hildesheim. In der Kufa aber auch. Der Laden meldet ausverkauft, allerdings auch erst so knapp bemessen, dasss kaum noch Platz für Bierbänke ist, was am Ende zu einem fast ausnahmslos stehenden Publikum führt. Na ja. Toll, wenn Andrang herrscht, aber nicht so gut für Aufnahmen. Doch ich will nicht meckern, sondern lieber erzählen, wie wir um 20 Uhr 5 die Bühne betreten und der Laden sozusagen prompt abgerissen wird. Das Energielevel ist sehr hoch und sicherlich auch etwas durch geistige Getränke aufgeheizt, es knallt, kracht und schwingt derbe. Es swingt etwas weniger aber rockt durch den Abend. Fred mutiert zum Cowboy bei arzipan und Börnski zum operesken Poetryslammer bei Doublefuck. Ab und an müssen wir unser Publikum gar in seiner Euphorie bremsen, obschon es unser Herz wärmt, aber gerade vor den Aufnahmemikros zu schreien ist für den Glanz der Lieder eher suboptimal. Wir bitten um Verständnis. Ich habe zudem mit dem Chili sin Carne zu kämpfen, das sehr lecker war, aber Bohnenpower vor Auftritten ist einfach unklug.

Ein paar der neuen Songs entwickeln sich heute nahe an die magische Grenze, andere gehen heute etwas mehr unter, zum Beispiel meine, ich verspiel mich aber auch andauernd, das ärgert mich. Aber ansonsten geht der Abend rasant durch die Decke und zum Schluß liegen sich alle in den Armen. Am liebsten würde ich jetzt erzählen, dass ich rasch schlafen gegangen bin, weil ich so vernünftig bin. Statt dessen gehe ich mit Fred und Fabi noch in die Kneipe des Ladens, wo neben Freunden und Bekannten auch viel Pfeffi und Mexikaner serviert wird. Ich trinke unter anderem mit einer reizenden Abordnung aus Oedelum, danach gehe ich auch noch in die Disco im Keller, aber dazu muss ich sagen: Disco heutzutage nervt. Ihr jungen Leute: Nur Refrains zusammenzuschneiden, ist absolut kacke. Ihr könnt ruhig mal einen Song komplett hören, ihr wärt erstaunt. Also zurück in die Kneipe, Rüdi und Claudio kommen noch kurz vorbei, einen Schluck hier, ein Glas dort, dann ist aber irgendwann auch Abfahrtzeit und das ist im Grunde das Beste, was passieren konnte, denn sonst säße ich womöglich immer noch in der Kneipenecke. Aber die Koje ruft mich, ich hab's genau gehört.

Freitag abend in Rockcity, Hildesheim, das ging gut ab. Viel merci, Ihr Lieben!

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