KFZ, Marburg
26. Apr. 2019

Tourtagebuch

KFZ, Marburg

26. Apr. 2019

von Totte

Wacht man im Hotel leicht verkatert auf, hilft es der Laune enorm, im Frühstücksraum mit Legionen von Comic Con (Kon?)- Vertetern konfrontiert zu werden. Ritter beim Cornflakeslöffeln, Edelfrauen, die sich am Rührei verschlucken. Ich trinke rasch einen O-Saft und verzieh mich wieder ins Zimmer. Etwas Tourbericht, eine kleine Dusche und schon ist's Zeit zur Abfahrt. Wir düsen nach Marburg und Marburg ist eigentlich immer schön. Schon viele, viele Male waren wir da, im alten KFZ, auf Uni-Festen und natürlich auch im neuen KFZ. Die Stimmung im Bus ist entspannt, Frische Mische spielen alte Evergreens, es gibt ein zwei Rauchpausen, ein zwei Staus, in Marburg fährt uns eine Dame beinahe voll Karacho in die Karosse. Dann sind wir da und werden von Kerstin, Matthias und dem ganzen KFZ-Team liebevollst empfangen. Es gibt Brötchen und Kaffee, wir laden schnell den Bus aus und dann macht jeder Sachen. Börnski und Rüdi spazieren in die Innenstadt, ich klampfe ein bißchen auf der verstimmten Clubgitarre rum, dann und wann gesellt sich Burger dazu und schon ist es Soundcheckzeit. Ratzfatz geht das immer. Zum Einlass habe ich noch ein schönes Interview mit Jule und Mark von „Album-der-Woche.de“, dann gibt es einen kleinen Traditionssekt und die Show kann beginnen. Das KFZ ist sehr gut voll mit einem Wahnsinnspublikum, ich weiß auch nicht, wie wir das immer machen, dass die Leute so gut sind, die uns hören. Voller Liebe, Aufmerksamkeit und bereit für den größten Quatsch. Und davon gibt es eine Menge. Ich habe anscheinend einen Clown gespeist, einen etwas polternden Clown, aber auch Pensen ist in Redelaune und so wird viel erzählt. Manches mit Inhalt, oft einfach so. Pointen entfallen, manchmal leuchten sie plötzlich auf, es ist ein absolutes Fest. Börnski hält sich ansagemäßig angekündigt kurz und glänzt durch Operngesang. Rüdi verwandelt den Saal in ein Land der Schwelgerei, aber es darf auch gepogt werden. Dennoch: Heute ist es mehr das Wort als die Pose. Und das passt ganz zauberhaft. Der Sound ist schön, die Handylichter und Feuerzeuge sind beeindruckend und der Feiergrad ist ein Traum. Ein paar der neuen Songs verhunzen wir leider ein wenig, das liegt wahrscheinlich daran, dass der Rahmen so perfekt für Aufnahmen ist, dass man glatt etwas verkrampft, weil man es unbedingt perfekt hinkriegen will. Aber dem Abend tut das keinen Abbruch. Und ein paar Songs sind auch sehr gelungen, man kann getrost davon ausgehen, dass Marburg auf dem Album zu hören sein wird.

Unter Standing Ovations mit viel Sonne im Herzen verabschieden wir uns nach einem ausgelassenen Konzert, das fast viel zu kurz für uns wirkte, und treffen viele Menschen noch nach dem Konzert im Foyer auf ein Bier und Smalltalk. Toller Abend, dieser.

Irgendwann wird’s Zeit, sich zu verabschieden, voller Dankbarkeit und in der Hoffnung, sich bald wiederzusehen, dann geht’s ins Hotel auf einen Absacker, gut, vielleicht zwei, die wir unter freiem Himmel in leicht seliger Verzückung genießen. Marburg, Marburg, Du bist schon was. Wir sind Fans! Gute Nacht.

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