Malzhaus, Plauen
06. Apr. 2019

Tourtagebuch

Malzhaus, Plauen

06. Apr. 2019

von Totte

Ein kleiner Kater ist nicht von der Hand zu weisen. Ich wache auf und die Welt ist in Sonne getunkt. Natürlich eile ich gleich wimmernd los, um den Keller des Malzhauses zu erreichen, wo die Kollegen bereits gut gelaunt dem Frühstück frönen. Wir werden umsorgt von Ines und einem weiteren netten Herren, der sich sehr sympathisch ist, sich aber pausenlos um die tausendfachen Möglichkeiten sorgt, die das Malzhaus bietet, um reinzukommen. Unbefugt im Vogtland. Bzw. Unbevogtland. Demzufolge steht man permanent vor frisch verschlossenen Türen ujd muss sich einen geheimen Alternativweg suchen, um auf's Klo zu kommen. Ich geh wieder schlafen, denn wer schläft, sündigt nicht und ich hab schon genug gesündigt, sagt die Leber.

Ute und Uli, die guten Geister, sind auch inzwischen da und der Ladeweg läuft Hand in Hand.

Ansonsten vergeht der Tag mit Tourbericht schreiben, spazieren gehen (Burger), Flohmarkt besuchen (Fabi und Rüdi) und Fußball gucken (Pensen, Soelve und wechselnde Belegschaft). Der Soundechek bringt zarten Klang und der Vorverkauf lässt uns vorfreuen. Die Pizza ist enorm lecker aber auch Käsemasssen vor Auftritten sind erwiesenermaßen nicht absolut tauglich.

Zum Konzert: der Raum ist herrlich gefüllt mit Plauener People, super Leute mit richtig Lust auf uns. Und auch noch zuhörwillig, wie das gerade an Samstagabenden eher selten ist. Wir indes beginnen etwas holperig, denn wir merken auf der Bühne, dass jemand unsere instrumentenkiste entfernt hat. Sie enthält alle Kleinteile wie Flöten, Melodicas etc. und jetzt sitzen wir zum Schlittschuhlied etwas dumm da und Fred kann nur Luft pusten. Dafür annonciert Pensen offiziell den Verlust von „Kisti“, Börnski übernimmt spontan den Flötenzauber und es wird ein Running Gag draus, der über den Abend anhält, obwohl glücklicherweise Kisti schon zum Ende des ersten Sets wieder gebracht wurde. Die guten Geister haben sie aus Sicherheitsgründen in ihr Büro weggesperrt. Die gefährlichste Liedermacherband der Welt. Kein Freiraum für Kazoos!

Das Konzert wird richtig schön, aufmerksam und von unserer Seite aus ansagetechnisch oftmals bizarr, manchmal etwas unbeholfen (bei mir), aber insgesamt leuchtend und schillernd. Mücken summen heute etwas später aber keiner hat sich an den Bühnenkanten verletzt. Die allgemeine Begeisterung überträgt sich und mutiert zu schwebenden Sympathiewogen und das bekommen wir auch nach dem Konzert zu spüren, denn soviel überschwängliches Lob hört man selten. Einfach toll. Leider ist nicht mehr viel mit Aftershowfeierei, denn auch nach dem Konzert gilt: Türen müssen schnell verschlossen werden. Mir macht man vorsorglich schon das Licht aus, während ich auf der Toilette sitze. Na ja, schade. Aber dafür gibt’s eine kleine spontane Busparty, bei der wir vor allem unsere beiden E.P.s „Nur die andern können's besser“ abfeiern und Chips suchen. Wir finden Schokolade und Songperlen. Eine schöne runde Sache. Mit Zucker obenauf.

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