Last chance to dance, Dülmen
26. Aug. 2017

Tourtagebuch

Last chance to dance, Dülmen

26. Aug. 2017

von Rüdi

Schock! Vor einer halben Stunde wollte ich los! Vor einer Dreiviertelstunde wollte ich packen und vor einer Stunde wollte ich aufräumen und ungefähr zu dieser Zeit habe ich das geplant und dann lief im Fernsehen so eine verdammt chillige Sendung und da bin ich doch glatt wieder eingepennt. Dazu kommt, dass ich mit Familie Labinski einen Wohnungstausch vorgenommen habe und ihnen nicht eine Dreckbude hinterlassen möchte. Innerhalb von 5 Minuten packe ich meine Siebensachen zusammen und räume die Wohnung auf und den Rest des Tages verbringe ich damit, drüber nachzudenken, ob ich irgendwo eine Leiche vergessen habe.

Der Empfang am Treffpunkt in Veddel ist trotz meiner fast halbstündigen Verspätung freudig, es wird sogar erst noch eine geraucht, bevor wir los fahren.

Unterwegs hören wir Bundesliga im Radio, der HSV verliert die Tabellenführung an die Bayern, aber es wird im Laufe der Saison bestimmt noch ein paar Mal hin und her gehen zwischen diesen beiden Mannschaften. Anschließend gibt es einen von Fred extra für die Fahrt zusammengestellten Mix aus Schätzen und Peinlichkeiten aus unserer Bandhistorie. Börnski, der heute vom Bodensee anreist, schickt Urlaubsfotos, die von Pensen mit schmucken Accessoires drapiert werden und ich zünde aus Versehen eine Tankstelle an – ach nee, doch nicht, aber beinahe.

Heute fahren wir zu unserem letzten Festival der Saison, das passenderweise „Last chance to dance“ heißt und sich in Dülmen auf dem Gelände eines Freibads befindet.

Ein kleines, sympathisches Event - Pensen war letztes Jahr mit „das Pack“ da – ohne viel Bohai und Rennerei, das Publikum sitzt auf der weiträumigen Wiese verteilt, hier und da stehen Gartenmöbel bereit, dazu eine Handvoll Fressbuden und zwei Bühnen, die abwechselnd bespielt werden.

Als wir ankommen spielt gerade eine - wie ich finde - ziemlich gute Rockband, aber vor der Bühne tanzt eine einzige Gestalt. Der Rest sitzt in Grüppchen irgendwo herum, genießt das Wetter und hört dem Geschehen eher von weitem zu. Es sind nicht sehr viele Menschen da, was der guten Laune der Veranstalter aber keinen Abbruch tut. Im Gegenteil: Alles ist sehr angenehm und entspannt, das Catering ist phantastisch und wir genießen den Ausklang einer verregneten Saison bei strahlendem Wetter und guter Musik – was, bitte, will man mehr?

Um 20 Uhr sind wir mit Patrick verabredet, einem alten Kumpel, mit dem wir wichtige und lustige Dinge zu besprechen haben, die in der Zukunft handeln und auf gar keinen Fall an dieser Stelle verraten werden können. Sorry.

Dann bricht die Nacht herein und mit zunehmender Dunkelheit und Frische strömen immer mehr Leute vom Sonnenbaden zu den Bühnen. Als „Kapelle Petra“ spielt, ist es eigentlich schon ganz ansehnlich und wir freuen uns auf unser Festivalfinale und zwar zu recht.

Es wird nämlich ein ausgesprochen entzückendes Finale. Ich weiß es nicht anders zu beschreiben, aber es macht uns einfach Spaß heute. Alles passt zusammen. Die Leute sind super drauf und feiern mit uns das letzte Stündchen Konzert für längere Zeit und am Schluß sitzt Burger am Bühnenrand und gibt Zugaben, Fred kommt dazu, ich komme dazu, der Rest verkauft Merch und Börnski schießt ein Foto, das alles beschreibt, was ich hier gerade nicht in Worte gedrückt kriege.

Man sieht eine jubelnde Partycrowd, die sich aufführt, als wäre gerade ein alles entscheidendes Tor gefallen, untertitelt mit: Merchverkauf.

Man hätte den Veranstaltern sicherlich mehr Gäste gewünscht, aber auf keinen Fall andere.

 

Vielen Dank für diesen perfekten Ausklang!

 

 

 

 

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