Tourtagebuch

Hütte rockt Festival, Georgsmarienhütte

10. Aug. 2019

von Totte

Georgsmarienhütte: Da stehen wir mit unserem Bus auf dem Platz „Buddenkott, und ich muss drum an meine liebe Autorenkollegin Katinka Buddenkotte und ihre tollen Bücher denken. An viel mehr allerdings nicht, denn es war gestern zuviel im Spiel. Zuviel Pfeffi, zuviel Talk, zuviel Zuviel. Aber schön wars schon, wäre nur nicht immer the day after. Ich schleiche zu den Duschen, treffe Fred, Börnski und Pensen, trinke Kaffee aus dem Crewcatering und sinniere etwas darüber, dass das einzige, was an diesem duften Festival voller toller Leute nicht so ganz passt, die Cateringzeltunterteilung ist. Wenn mir das zu sagen erlaubt ist, ich finde immer, alles sollte für jeden sein, denn das entspannt Gemüter, spart Stress und man lernt sich kennen. Ansonsten muß ich sagen: hütte rockt ist immer wieder eine Reise wert, so familiär, wie wir gestern empfangen wurden, lässt man rasant alle Sorgen hinter sich, und drohen am Himmel auch noch so dunkle Wolken. Wettermäßig hört man nämlich durchaus von überallher beunruhigende Storys, vom geräumten Taubertal über Megaregen über Eschwege und und und...

Hoppla, da kommt ja auch soelve, sonnenbebrillt aber souverän wie stets. Er hat gestern tatsächlich sogar noch organisiert, dass meine Freundin heute zum Flair kommen kann. Genialer Typ.

Wir haben heute zwei Interviews vorm Auftritt, beide laufen gut und unterhaltsam, mir persönlich gefällt aber besonders das mit der Zeitschrift „Draussen“, denn geht’s naturgemäß um Themen, zu denen wir seltener befragt werden. Welt, Gesellschaft, in diesem Fall Schwerpunkt: Altersarmut.

Zwischen ersnsthaften Talk entsteht auch eine Titeloption für unser kommendes Album: „ein Gleitfilm aus Matsch und Liebe.“

Tobias hat mir ein selbstgemachtes Shirt mit dem Aufdruck „Mama, dürfen wir Sitzpogo machen?“ geschenkt, ein Zizat eines herrlichen Wohnzimmerkonzerts, das trag ich heute voller Stolz. Die zeit zum Auftritt verfliegt, kurz Muff Potters Nagel für vseine Romane danken, die Wingenfeldergang begrüßen, und dann wäre da noch der „Hütte rockt“-Song, den ich vor ein paar Tagen online gestellt hab. Etwa 15 Minuten vorm Soundcheck entscheidet die Band, dass wir damit den Gig beginnen sollten, da ich aber den Text überhaupt nicht kann, schreib ich schnell einen neuen, kleb ihn auf die Bühne und hoffe das beste.

Soundcheck: Die Leute versammeln sich recht zügig bei uns, der Check selbst hat viele spontane Momente, es wird bereits etwas gedanct und zum Freestylehit „Lausige Rockmusik“ mitgesungen.

Das Konzert selbst wird dann wirklich schön. Ausgelassen entkleidet sich Börnski, der Hütte rockt-Song geht natürlich ein bißchen in die Hose, aber alles ist voller Liebe. Wir reden eher mehr, spielen aber auch mit Kraft und Laune. Und das Publikum lacht viel, singt viel, helikoptert Shirts und baut prima Circle Pits. Manche Songs geraten in Zeitschleifen, Stringenzmonster sind wir vielleicht nicht, aber wer will schon Hochglanzpolitur im Livelife? Eben. Sanfte Eskalationen auf beiden Seiten der Stage, so ist das alles wunderschön und friedlich rabaukig. Vielen, vielen Dank, Hütte rockt, Crew, Publikum, alles Drumherum, das hat echt Laune gemacht.

Wir verkaufen noch Shirts und CDs aus dem Bühnengraben und wären gerne mit Euch zusammen zu Skindred und Co abgegangen. Leider aber eilt die Zeit, denn wir müssen gleich weitee zum Open Flair, wo wir den Abend abschließen werden. Also Eile, Not und Abgang in leichter Hektik, aber mit möglichst viel Umarmungen. Die Hütte rockt, soviel ist klar! Vielmals danke dafür und Euch!

Der Bus rollt nun gen Eschwege... (Fortsetzung folgt)