Tourtagebuch

Highfield Festival, Groß Pösna

17. Aug. 2019

von Totte

Früher innerer Wecker, der mich aus der Traumwelt kickt. Die aber kann ausnahmsweise mal glückliches machen. Ich campe seit Donnerstag in Deutzen beim Liedermacherfestival „Adriakustik“, das ich wegen Monstersauftritten leider nicht immer besuchen kann. Aber zum Highfield sinds nur ein paar Kilometer und das wollte man genutzt werden. In entschleunigten Hippiemodus schweben hier alle zwischen Supersee und Bühne, genießenl Wasser, Sonne, Drinks und Musik. Und vor allem die friedliche Atmosphäre, denn Stress hat hier totalen Seltenheitswert.

Auch, jetzt, nach Dusche und erstem Spaziergang, bleibt alles entspannt, nur meinKnie nervt etwas, weil ich gestern Nacht noch beim Schwimmen auf dem Steg ausgeglitscht bin. Hoppla, da kommt mir schon Rüdi entgegen, er hat Adrian mit dabei, einen äußerst sympathischen jungen Herren, der uns freundlicherweise zum Highfield kutschiert.

Nur einen Katzensprung später stehen wir also nach ausführlichsten Wegweisern vor einem gigantischen Kaufland, wo sich das Highfieldbüro befindet, uns unsere Pässe ausgehändigt und erste Festivalbesucher begrüßt werden können. Auch die Mosterskollegen kommen just an, alledings nach etwa 500 Kilometern mehr, die sie hinter sich gebracht haben. Es geht rasch um Business und Set und Logistik, für Rüdi und mich ist das fast zu rasant, wegen Hippietagen, aber andererseits kriegen wir so alles schnell geklärt und schnelle Klärung taugt immer. Kann ich nur empfehlen. Ab zum Highfieldgelände, Kolonnenstyle, hier werden wir von einem tollen Team voller freundlicher MitarbeitertInnen empfangen. Das Catering ist wieder ein Traum, nur warum ich ausgerechnet Bohnen esse, mit meinem Sensibelchenbauch, das muß mir auch irgendwann mal der Kulinariusgott erklären. Gzuz fährt beinahe Pensen mit seinem Golfwagen um und Thees Uhlmann trägt ein sehr gutes T-Shirt. Das muss als Promiklatsch reichen, mer haben wir auch deshalb nicht zu berichten, weil wir ansonsten am See sitzen und rumflachsen.

Burger hat Soundchecktechnisch alles mit Tobi und Timo von der Bühne geklärt, denn leider konnte heute keiner unserer Crew dabeisein, doch die beiden T's sind kompetent und nett und wir werden uns später soundmäßig sehr sicher und gut fühlen. Vorher flanieren wir nkoch etwas über en Platz, wo jetzt erst die Pforten geöffnet werden, KMPFSPRT die Bühne rockt, anschließend auf unseer Bühne Sookee das Publikum begeistert und wir von Cateringboß Sonne noch eine Kiste Bier geschenkt bekommen, mit seinen besten Grüßen und einem Prosit auf unseren Merch-Lasse (in absentia), der schließlich alle Menschen kennt, die die Kulturwelt auch nur ankitzeln. Supergut!

Zum Soundcheck schon ist der Platz toll gefüllt und wir können entspannt ein paar Soundcheckspielereien mit den Leuten machen, die alle schon sehr am Sart sind. Showtime, monstern, ab geht’s! Wir haben heute nur eine Dreiviertelstunde, was natürlich als Korsett für uns recht eng ist. Aber wir halten uns halt erzähltechnisch etwas zurück und hauen die Energie über unsere Songs raus. Das funktioniert toll, der Platz füllt sich immer weiter, wir sehenauch treue Begleiter wie zum Beispiel Yvonne, es wird gepogt und voller Liebe mitgeklatscht, die Leute gehen ab, als wäre heute erster Festivaltag und alle noch frisch, und die Zeit rast einfach so. Als dann bei Türen sogar eine rockende Rollstuhlfahrerin crowdsurfend über die Menge schwebt, verliere ich vor Begeisterung kurz die Fassung und gleichzeitig die zweite Strophe des Songs, was aber insofern gut ist, weil wir dadurch die nötigen Sekunden für eine Zugabe gewinnen. Geschickt getimed dank Siebhirn. Vorher haben wir natürlich noch viele Drinks verteilt, Vival con Agua gefeaturet, Feuerwehrleuten gehuldigt und Punkermädchen gefeiert. Ein absolutes Fest voller Freude! Vielen Dank, einfach stark. Nach dem Konzert geht’s natürlich noch zum Merchstand, wo viele Menschen auf uns warten, um noch ein bißchen mit uns zu quatschen und prosten. Ich gebe ein Runde an nette Hörerinnen aus, bekomme einen Stift geschenkt, weil ich meinen Edding vergessen habe und treffe auch noch Jenny, eine gute Freundin aus Unizein mit ihrer Clique, also noch eine letzte Runde am Bierstand, bevor der Abschied leider wieder naht. Von den guten Leuten, vom Highfield, aber auch von den Monsters, die wieder heim nach Hamburg müssen. Rüdi, Adrian und mich erwartet statt dessen der Deutzener Chillmodus, aber das ist eine andere Geschichte und wird vielleicht vob anderen ein andermal erzählt. Highfield: wir wissen schon, warum wir so gerne mit Euch feiern und hoffen sehr, dass wir das bald wieder machen! Merci!