Adriakustik, Deutzen
12. Aug. 2020

Tourtagebuch

Adriakustik, Deutzen

12. Aug. 2020

von Julia Matthäus

„Sag mal, möchtest Du nicht von gestern unseren Tourbericht schreiben?“ Ich bin gerade aus meinen Zelt gekrochen, sitze am schiefen Campingtisch, platt aber glücklich, in diesen komischen Zeiten doch auf einem Festival sein zu dürfen und dann noch dieses Jahr die Monsters of Liedermaching zumindest einmal live auf der Bühne erlebt zu haben. Diese Frage sorgt dann schon für deutlich Puls, denn eigentlich kann ich mich dabei doch nur blamieren. Und nun sitze ich hier und schreibe dann doch diesen Bericht. Verrückt! Schön, aber verrückt. Aber von Anfang an. Es ist Festivalzeit! Ja, richtig gehört. In dieser komischen Zeit darf tatsächlich das Liedermacherfestival adriAkustik stattfinden. Mit Abstand und diversen Regeln, aber, es findet statt. Und auch wenn einzelne Monster hier jährlich zu Gast sind, kommt dieses Jahr zusammen, was zusammen gehört. Die Monsters of Liedermaching spielen hier und eröffnen das Festival. Wobei, fast richtig. Das Festival startet offiziell erst am nächsten Tag und als erstes steht Grillmaster Flash auf der Bühne. Quasi als Vorband, wobei Grilli auch locker den ganzen Abend unterhalten könnte. Und während Grilli auf der Bühne rockt, sich mit Wespen duelliert und uns bestes unterhält, trudeln auch die letzten mir bekannten Gesichter im vorderen Bereich ein. Ach, es ist so schön. Punkt 20.00 Uhr, das Intro startet und sechs strahlende Gesichter erklimmen die wunderschön gestaltete Wohnzimmerbühne. Totte eröffnet das Konzert und überrascht mit „Brennt die kleine Kerze“. Viel zu selten gehört und jetzt zum Glück als Maxiversion. Welch‘ schöner Einstieg! Mit Burger schunkeln wir gedanklich in den Winter, stehen an unserer „Laterne“ und spätestens beim „Schlittschuhlied“ ist auch beim letzten das Eis gebrochen. Das Publikum und die Monsters! Körperlich mit dem gebotenen Abstand, gedanklich gemeinsam feiernd in den Armen liegend. Die Setliste hält einige Überraschungen bereit. Und so lässt Burger mich zurück in Erinnerungen meiner Jugend schwelgen; indem er weitere Schröders Songs zu den Monsters holt. Rüdi spielte dafür Songs aus dem PanneBierhorst Repertoire. Das breiteste Grinsen hatte Pensen, als er für einen Song K.T. Clue als Ehrengast auf die Bühne holen durfte. Also die beiden... für mich immer wie Max und Moritz. Die Buben sollten niemals unbeaufsichtigt sein! Der Abend vergeht wie im Flug, mit so vielen schönen Eindrücken, so schönen Momenten. Untereinander, miteinander, übereinander. Die Discokugel über den Köpfen der Monster; Labörnski und Rüdi, die am Bühnenrand den Zwergentanz im Dunkeln zuckeln; endlich mal wieder den „Blues“; ein so lautes „Tiefkühlpizza“, dass sogar Paderborn neidisch wäre; 4 Meter, wo sich keine Pärchen beschweren, aber dafür ein italienischer Fußballspieler auf einmal sehr präsent war und das, obwohl die spanische Gitarre gespielt wurde; und schließlich, die Ansage von Burger mit dem „Seefahrerlied“ den Abend beenden zu wollen. Aber: alle anderen wollen es nicht! Und Burger ja wohl auch nicht. Und so werden noch 4 weitere Songs gespielt und schließlich sollten wir mit „Cola Korn“ in den Abend entlassen werden. Sollten! Doch nicht mit uns. Und an den Monstern soll es ja auch nicht liegen. Und so werden die Lärmpegelvorgaben ein wenig gestreckt und 400 Menschen singen gemeinsam „Frösche weinen nie“. Und da es jetzt wirklich ruhig sein muss, hören wir noch „Haie“ als unplugged Version bevor wir alle akzeptieren müssen: „der Tag ist zuende, der Abend war schön, die traurige Nachricht, wir müssen jetzt gehen“ Ein wunderschöner Abend! Mit vielen großartigen Eindrücken, die gewiss noch lange in Erinnerung bleiben werden. Und so danke ich dem gesamten adriAkustik-Team, dass sie uns diesen unglaublichen Abend ermöglicht haben! Die mit so viel Herzblut eine Bühne mit Wohnzimmeratmosphäre gezaubert haben. Danke Martin, danke Micha, Norman sowieso, danke an Johanna, Jonas, Chrissi, Helge, David, Paul, Kai, Lutz und den vielen anderen, dessen Gesichter ich zwar kenne, aber die Namen mir entfallen oder nicht bekannt sind. Besonderen Dank an „Tisch 1“,Andrea, Georg! Die schönste Grüße gehen ins „Wohnzimmer“ Und natürlich danke ich den Monstern! Immer wieder!

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