Tourtagebuch

Zum Wackinger, Wacken

14. Nov. 2019

von Totte

Wacken, Wacken, Wacken. Das Eldorado, Manna für Musicians, Phantasia füt Polymetyskeln.

Man muss dazu aber ehrlich sagen, dass das Festival schon seit August vorbei ist, und wir quasi ein paar Monate zu spät für Sodomfans sind. Irgendwann schaffen wirs womöglich auch zur Hauptsaison, für diesmal freuen wir uns aber auch auf den Wackinger. Der Wackinger himself befindet sich in der alten Post und man muss schon sagen, dass der Ort sich ziemlich in Metalfingern befindet. Sogar der Steuerberater hält das Satanszeichen werbeträchtig hoch. Unsere Fahrt ging derart schnell, dass ich nichts zu berichten weiß, außer den Funfact, dass Fabian mit an Bord ist. Fabian? Jawohl. Fabian ist der gute Typ, der schon den Hauptteil der Photos für unser letztes Album geschossen hat, zum Glück ist er wieder am Start und scannt nun Wacken ab für neue Monstersbilder. Immerhin steht auch ein neues Album in den Startlöchern. Darüber diskutieren und planen wir auch eine Menge, während Malte und seine Supercrew großartige Leckerlis für uns im Backstage drappieren. Der verfügt übrigens über Kicker und Kegelbahn, Claudio gewinnt beim Kegeln gegen sich selbst, ich verliere beim Kickern gegen Börnski. Soundcheck, Bier und Spiegelei. Draußen rauchen, drinnen einmonstern, um 20 Uhr geht los. Der Raum ist dufte gefüllt, trotz Donnerstag und Schleswig Holstein (not a diss, just a Kilometerfact), sogar aus Duisburg (Realtalk Bochum), und ab dem ersten Ton wird sehr gefeiert. Ich bin zugegebenermaßen nicht besonders gut, zerfasere mich und kille die eigenen Songs, aber die Restmonsters retten den Abend enorm. Es wird gepogt, gesungen, getanzt, viele Spontanmomente leuchten, grandiose Sache. Wir präsentieren eine gute Mischung aus Evergreens, neuen Songs und Freestylequatsch, und die Zeit verfliegt so rasant, dass wir unsere Zugaben gar um einen Song kürzen müssen, weil irgendwas mit Zeit ist.  Andererseits haben wir aber auch spontan Songs eingefügt. Waagschale Kunst. Monsters: Zu lang für Wacken! Wäre das ein guter Werbespruch? Fred hat die Macht, das komplette WOA auszuschalten, wann immer es ihm beliebt, und es gibt Pferdepafelwünsche, denen zumindest teilweise nachgekommen wird. Rock, Rock, Rock, wir sind nicht besonders ausgewogen, zugegeben, aber irgendwie voller Love. Sitzpogo in da house.

Nach dem Konzert feiert der eine so, der andere so, Claudio schafft leider trotz Nachspielzeit keinen Neuner, drum trinken andre zum Trost einen Korn, bevor wir ins Hotel müssen. Das Hotel ist wundervoll, andererseits voller toter Tiere, ich hau mir ein Geweih in den Kopf, es ist eine Mischung aus Shining und Blair Witch, wir ängstigen uns, danach sitzen wir gemeinsam auf dem Balkon und erfreuen uns an uns. Macht ja sonst keiner. Der Countdown läuft, der Untergang naht. Wacken? Wie wärs mit monströsen Sommer? Wir wären dafür.