Tourtagebuch

78, die zweite, Hannover

15. Aug. 2021

von der andere von denen

Hannover, die zweite. Ich wache von ganz allein um 6 Uhr in der früh auf, und schmeisse den Wecker aus dem Fensters. Das Grand Palace Hotel hat uns gestern einen Late Check out für heute genehmigt, und unsere Frühstückszeit auf 7:30 festgesetzt, um das Ganze etwas spannender zu machen. Das Hotel hat einen eigenartigen Charme, zwischen Shining und Lars von Trier, ich weile gleichb unter dem Dach, wo hinter den Wänden Rohre mysteriös klappern. Auch wegen des stier starrenden Schattenmannes im Bad, velasse ich das Zimmer rasch unfd jogge ein wenig durch Hannover. Hier ist man gleich in Bahnhofsnähe, genauso schnell aber auch in einem malerischen Waldgebiet. Sehr schön und mondän ragt der Lister Turm hervor. Beeindruckt laufe ich an Blair Witch Stelen vorbei, versuche das juckende Schienbein noch während des Laufs mit dem anderen Fuß zu kratzen, und dsas ist schon ein echtes Kunststück, allerdings nur, wenn man es beherrscht. Sonst ist das einfach dämlich. Ächzend lieg ich im Dreck und höre eine Hex kichern. Wieder im Hotel duschen, Frühstück, Kolumne schreiben, dann gehts wieder ins 78, zur letzten Monsters-Show des Sommers, vielleicht ja auch des Jahres. Seltsam. Etwas feierlicher wäre auch schön gewesen, oder zumindest mit Brötchen und Kaffee, aber es geht auch ohne. Wir checken mit Murray und seinem coolen Team nochmal den Sound nach, dann bestellen wir Salate und Veggienuggets, während schon die ersten Gäste erscheinen, und sich in die sommerliche Supersonne setzen. Wir spielen heute um 15 Uhr, da knallt sie besonders enorm. Wieder sind geschätzte Menschen da, uns wohlbekannt und treu, an erster Stelle natürlich Sandrine, die exakt alle unsere Konzerte heuer besucht hat und trotzdem immer so feiert, als wäre alles zum ersten Mal. Dafür danken wir an dieser Stelle besonders, denn das gibt auch uns eine Menge Energie.

Der letzte Schaumwein, der letzte Trampolinsprung, dann Showtime. Heute haben wir zum einmonstern einen Baum umarmt, darum wird das Konzert sehr erdverbunden, natürlich, im steten Wechsel zwischen Laid Back, Chaostalk und heftigen Rockmomenten. Das wunderbare Publikum macht irre mit, vor allem, wenn man die Hitze bedenkt, die den Schweiß strömen läßt. Es fliegen Bonbons und wiederverwertete Damenslips, heute vergesse ich, bei Marzipan die Gitarre anzustellen, darum klingt der Song heute besonders gut, andere Lieder werden durch Klaus Lage- Momente minutenlang gedehnt, ein Photograf knippst lieber Freds Marsriegel, der aus kulinarischen Gründen in der Bühnensonne gegrillt wird, als mich, ich kündige Beef an, vergesse es aber wieder, weil ich noch einen Fächer, der von der gestrigen Hochzeit übrig geblieben ist, verschenken möchte. Rhabarberschorle und Gint Tonic alkoholfrei werden gehuldigt und Gott beschworen, es nicht regnen zu lassen. Ein herrliches Nachmittagskonzert inschönster Kulisse. Und ein passendes Abschiedskonzert, denn danach müssen wir alle wieder los und zerstreuen uns in alle Windrichtungen.

Das war eine Tourrutsche, die es endlich und wirklich mal wieder in sich hatte, und unser Dank geht rundum: An Euch, weil Ihr gekommen seid, weil Ihr mit uns gefeiert habt, weil Ihr uns Mut macht und guttut. An alle VeranstalterInnen und deren Teams, alle, die so fleißig, unermüdlich und allen derzeitigen Gegebenheiten zum Trotz sowas möglich machen. Catering, Werbemenschen, Technik- und Security-Crews, BühnenbauerInnen, allenallenallen. Wir verneigen uns und wünschen Euch allen ausschließlich Allerbests. Und uns wünschen wir, Euch alle bald wiederzudehen, um mit Euch weiterzufeiern. A bientot. Micdrop.