Tourtagebuch

Haus der Gewerkschaften, Erfurt

21. Feb. 2009

von Totte

It is a horrible Geruckel in the Tourbus. Draußen Regen, Graupel, Untergang! Wir sind auf dem Weg nach Potsdam – aber erstmal sollten wir die Zeit zurückdrehen: Wusch – 21.02.08, wach werden in Braunschweig! Das war ein schöner Abend gestern, die Flaschenleichen in meinem Zimmer sind vorwurfsvolle Zeugen ekstatischer Momente.
Das Frühstück fällt wohl aus. Abfahrt um 13:30 Uhr.
I take a shower, spüle die Nase und hoffe auf die Haltbarkeit meiner Stimme.
Mit Burger und Börnski schnell noch zum Burger King am Hauptbahnhof – die Ernährung ist auf dieser Tour eher nicht so gut. Schade. Auch schade, daß der Veggie Whopper hierorts auch nur aus Brötchen mit Tomatenhfüllung besteht. Je nun, let’s go gen Erfurt.
Wir fahren via Landstraße durch den Harz, Schneeberge türmen sich zu beiden Seiten der Fahrbahn, kurzer Stopp zwecks DVD-Mitschnitt, schnell weiter, dann Aufhebung des Rauchverbots im Bus aufgrund Bocklosigkeit, bei dem Wetter draußen stehen zu müssen.
Während die Kollegen bereits einige DVD-Sequenzen begutachten, mühe ich mich erfolglos mit den Berichten der letzten beiden Tage ab. Zwecklos, mein Hirn ist verstopft, mir fällt überhaupt nichts ein und zudem ist die Strecke derart kurvig, daß mir fast schlecht wird beim Versuch, auf den Bildschirm zu starren.
Kurzes Sorry drum an Paderborn und Braunschweig – beim nächsten Mal werden die Berichte voller Liebe zum Detail stecken.

Es gibt allerhand zu besprechen – diese Tour artet in eine Büroarbeitskonferenz von zehn Tagen Dauer aus – so langsam beginnen wir zu begreifen, daß gerade in puncto DVD-Planung noch viel zuviele offene Baustellen da sind, um das ganze termingerecht in der uns gewünschten Qualität zu schaffen. Aber auch sonst gibt es erstens dies und zweitens jenes, ein kurzer Stopp lohnt, wir haben egh auch Hunger.
In Nordhausen kurze Suche nach einer schönen Lokalität, die erste fällt aus (Vegetarisches Angebot: Nudeln mit Bratensauce), der zweite Laden – im Wald gelegen, sieht gut aus.
Leckerster Zander macht uns jedes Diskussionsthema schmackhaft, darüber verlieren wir leider etwas die Zeit aus den Augen und verspäten uns um eine Stunde.
Hallo Gewerkschaftshaus, Chef Reiner hat ein tolles Buffet gezaubert, wir bestuhlen den Riesenladen, checken Sound und warten ab. Aufgrund Karneval besteht durchaus Grund zu zittern für uns, mal sehen, ob wer kommt.
Puh, alles gut – zwar können wir heute keine Wahnmsinnsrekord aufstellen, aber gut 180 Leute finden sich ein und geben ein sehr amtliches Bild ab.
21:20 Uhr: Monsters on stage!
Klasse! Wir sind irgendwie völlig gelöst, leicht albern und leger, einige unserer Combo werden im Nachhinein sagen, daß sie jetzt erst richtig auf der Tour angekommen sind und ich bin einer davon.
Das Publikum ist sehr aufmerksam, mitmachbereit aber derart konzentriert, daß wir unsere Ansagen heute sehr auskosten – vielleicht etwas zu sehr, aber es gibt Abende, da quasseln wir eben einfach gerne miteinander. Ein hoher Schlagabtausch – nicht immer souverän, so lassen wir uns beispielsweise auch mal etwas uncharmant chauvinistisch gehen, dafür aber auch voller schöner Momente, bei denen uns vor Lachen die Gitarren entgleiten.
Es îst definitiv keine Superrockshow heute, mehr Liedermaching im Ursprung, aber das tut uns auch gut, denn letztlich ist Liedermaching ja in unseren Herzen verankert.
Das soll aber nicht heißen, daß die Leute nicht mitmachen: der Sitzpogo und die Mitklatschfrequenz ist super und wir können in viele lachende Gesichter sehen.
Rüdi spielt noch Rangsdorf als Bonbon auf Wunsch einer RD-Fangruppe, toller Song, sollten wir häufiger spielen und nach dem Konzert sind wir sehr glücklich! Gratias Erfurt- we like it here!
Nach dem Konzert trinken wir noch das ein oder andere Bier mit Freunden und Bekannten, so auch mit JR, der – das sollte noch Erwähnung finden – den Gig mit Leuchstäben für das Publikum optisch sehr liebevoll gewürzt hat, aber auch andere uns schon länger bekannte Gesichter sind heute vor Ort.
Schade, im Grunde wäre jetzt Partystimmung, wir aber müssen in unsere Pension, weil wir – Überraschung – noch einiges zu besprechen haben. Daß dabei auch lange Zigaretten über den Küchentisch wandern und das ein oder andere Bier unseren Diskussionen zu vielerlei Lachanfällen verhilft, versteht sich von alleine!
Got I am tired! Und träume von Erfurt, Gesprächen und Splatter. Ein cooler Abend war das!

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