Tourtagebuch

Batschkapp **AUSVERKAUFT**, Frankfurt

25. Feb. 2009

von Totte

Aufgewacht in Düsseldorf. Die Laune sitzt, der Drang nach Frühstück ist groß.
Büffettechnisch ist einiges aufgefahren, allein die Dame des Hotel grämt derart aschermittwochsvermuffelt durch die Gegend, daß Fred und ich uns doch lieber mit unserem Kaffee in unser Zimmer verziehen.
Hygienemaßnahmen und Blöd-TV bis zur Abfahrt, auch jetzt noch scheint die Hoteldame ausschließlich genervt zu sein. Tja, egal, wir sind in Sachen guter Laune unterwegs.
Monsters on the road to Frankfurt – heute steht ein Zoobesuch an.
Schön, daß das Wetter mitspielt, die Sonne scheint und wir drehen noch ein bißchen DVD-Material bevor wir den Tierpark betreten.
Was erzählt man über einen Zoobesuch? Toll wars, eine Gorillafamilie ist von uns nur gelangweilt, dabei aber derart eloquent, daß wir uns kaum lösen wollen, Burger outet sich als Giraffenfan, das Aquarium ist bunt und wild, der Streichelzoo leider geschlossen und die Frankfurter Erdmännchen sind derartige Diven, daß sie nicht im mindesten gewillt sind, sich filmen zu lassen – bei Surikaten eine Seltenheit! Schade.
Sehr cool aber die Kattas, auch die Schildkröten beeindrucken durch Gelassenheit. Zum Abschied stürmt eine Pavianherde in ihr Freiluftgehege, aber wo waren die Elefanten und die Otter?
Ein wenig mäßig, so ehrlich muß man schon sein.
Wir haben noch Zeit, kurz ins Hotel einzuchecken, welches von außen wunderedel wirkt, dafür ist auch hier die Portiersdame übellaunig und die Waschbecken sind verstopft – puh, wasnloshier?
Drum ist es auch kaum schade, daß wir uns bald in Richtung Club aufmachen.
Das Batschkapp, ein extrem ehrwürdiger Club von immenser Größe, mit netter Crew und leckeren Backstagebrötchen.
Soundcheck hier, die Gäste des Abends, die Wohnraumhelden (.de) begrüßen dort. Stets, wenn diese Herrschaften zum Support aufschlagen, steigt die Stimmung. So auch heute. Freundliche Lockerheit macht sich in den Räumen breit, die sich unsererseits allerdings zum Einlaß in Gespanntheit zurückverwandelt:
Oh mein Gott, wird das voll heute!
Das schüchtert ein und heizt gleichzeitig an! Tatsächlich wird der Club heute ausverkauft! 450 zahlende Gäste! What happened?
19:45 Uhr: Showtime Wohnraumhelden, die den Laden gehörig rocken und da das lohnt, verweisen wir an dieser Stelle nochmal auf das Wohnraumheldenkonzert am 23.4. im Frankfurter Nachtleben: hingehen bitte, es wird sehr rocken!
20:20 Uhr: Monsters wollen nicht mehr warten! Ab auf die Bühne!
Der Anblick ist heftig, so viele Menschen mit lachenden Augen.
Etwas schräg beginnen wir den ersten Song, selbst noch geplättet von der Atmosphäre im Raum, aber dann gewinnt rasch die Freude und wir finden uns ins Konzert ein: Es wird unfaßbar!
Sogar der ruhige Teil funktioniert dank unseres großartigen Publikums sehr gut, die lauten Lieder werden frenetisch gefeiert, Rüdi gewinnt in seiner 4 Meter Rolle immer mehr an beängstigender Authentizität, die Mitmachqualität ist fantastisch – womit haben wir das alles verdient?
Da hat man sich mal einfach vor fünf Jahren entschieden, zusammen ein bißchen zu spielen, und dann so eine Resonanz! Ganz im Ernst: Unsere Freude ist ehrlich und sehr, sehr groß!
Daß hier gar noch Eschnapur unplugged funktioniert, ist das absolute Sahnehäubchen – tierisch!
Nach dem Konzert sind wir einfach nur glücklich!
Wir stoßen an und treffen Menschen – ach ja, hier ein Gruß an Bea und Jan, die sich auf unserem Darmstädter kennen und lieben gelernt haben, Monsters als Beziehungsbauer – coole Sache!

Auch Robert von meiner alten Band Fehlverhalten ist samt Bruder und dessen Gattin vor Ort, ach, viele nette Menschen, viele Glückshormone im Raum!
So verpasse ich wieder mal den Abbau und schaffe es gerade noch zur Abfahrt.
Im Hotel ein letztes Bier bei Rüdi, dann mit Urs im Zimmer über Serien quatschen und selig entschlummern-Konsens bleibt, daß Hannibal Lector mit der Zeit zu einer Comicfigur mutiert ist und alle TV-Sender total bescheuertes Sendeverhalten an den Tag legen.
P.S. Frankfurt, auf bitte bald wieder.Das war toll!

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