Tourtagebuch

Kulturwerkstatt **AUSVERKAUFT**, Paderborn

19. Feb. 2009

von Totte

Da die werte Monsterschaft sich bereits gestern in der WG zu Flottbek eingefunden hat, kann man sich leicht ausmalen, how gerädert die Augen heute sind. Es gibt Kaffee und Käsetoast, dann aber irgendwann auch Abfahrt. Über Hannover, denn auf dieser Tour ist Urs unser Tonchef.
Im Bus: Tourhumor der derberen Art, für sensible, monsterentwöhnte Ohren gerade nicht so das Ideale, doch die Hoffnung, daß sich alles schon eingrooven wird, bleibt.
Paderborn – eine Stadt, die im Ärzte-Kontext als Horrortown tituliert wird, warum weiß ich gerade nicht, aber derartige Querverweise bleiben ja leider immer im Gedächtnis uns sorgen für mulmige Gefühle. Secondhandemotion, ich weiß. Unfair sowieso.
Die Kulturwerkstatt ist ein cooler Club zum Reinwachsen, es gibt Säle unterschiedlicher Größe, wir spielen im kleineren, der größere indes fungiert today als unser Backstageraum. Vieleviele Schmankerl füllen den Tisch, süßes wie salziges, jetzt beginnt aber auch wieder so richtig der Alltag mit Soundcheck, Kaffe und Nikotin.
Im Gespräch fällt uns auf, daß wir heute wohl eher sehr ins kalte Wasser springen, das ein oder andere Lied ist uns gar nicht mehr geläufig. Doch ein Entschluß ist schnell gefasst: Heute wird NICHTS vorher geprobt, wir geben uns der Gefahr des Totalchaos hin - Rock’n’Risiko a la monsters!
Draußen: Schnee und Eis! Drinnen: Mammutpizzen und erstaunlich viele ZuschauerInnen! Der Zulauf ist gar derart gut, daß schon recht bald ein „Ausverkauft“-Schild an der Kasse prangt. Wow!
Da der Lagerraum des Ladens allerdings gut einseh- und begehbar sind, haben sich unsere klugen HörerInnen mit Stühlen selbst versorgt, wodurch natürlich platztechnisch ein Problem entsteht. Wir überlegen hin und her, wie wir das Problem lösen können und entscheiden uns für eine kurze Durchsage. Und hier wieder ein Faszinosum: Auf unseren Hinweis rücken alle sofort bereitwilligst zusammen, völlig entspannte Sache. Miteinander galore eben, kann keine Rockshow mit aufwarten.
Jetzt aber zum Konzert: Einmonstern und los!
Kurz gesagt, der Abend wird toll! Extrem spontan, etwas chaotisch aber sehr liebevoll, es gibt diverse Songumstellungen, enorm viel Interaktion mit dem Publikum und vor allen Dingen: Es ist ein Riesenspaß! Sofort spürt man wieder, wie der Funke überspringt, toll!
Das Publikum gibt wirklich alles und wir gern auch. Fred spendiert aufgrund verlorener Wette (Herzblatthubschrauber vfehlerfrei zu singen – er hätte es geschafft, doch fünf Monster können jeden aus dem Konzept bringen) eine Flasche Jägermeister, die im Verlauf des zweiten Set auch rasch geleert ist, es wird noch chaotischer, aber – um es mit Strunks Gurki zu sagen – hauptsache geil abgeliefert! Ein toller Abend und ein wunderbarer Einstieg in die Tour.
Nach dem Konzert dann aber doch recht schnell Abbau und Abfahrt, denn die letzten zwei Tage bestanden vornehmlich aus viel Getränk und wenig Schlaf.
Im Hotel noch eine Zigarette und Schlafschlafschlaf. The Tour has started – howdy!