Tourtagebuch

JZ Kamp, Bielefeld

29. Nov. 2009

von Totte

Last day on Tour: Was sich im Vorfeld stets wie die Ewigkeit ausmacht, rast dann derart schnell an einem vorbei, daß einem ganz schwindelig davon wird.
Zurückblickend ist es absolut unglaublich, wie alles lief: Die Tage waren extrem harmonisch, die Tourkoller blieben aus, die Konzerte waren unfaßbar und KEIN Monster ist erkrankt, heiser geworden, verschweinegrippt oder sonstwie ausfallmäßig in Beschlag genommen worden.
Wir fahren recht zügig von Münster nach Bielefeld, unterbrochen nur von einem kurzen Besuch bei Nordsee – Fischfrühstück und Saft. Teddypard geht ijm Bus total ab, er spürt wohl, daß die Reise sich dem Ende nähert, er springt wild dur5ch den Bus, röhrt und krächzt aufgeregt und kann überhaupt nicht genug Streicheleinheiten bekommen. Erst nach einer schriftlichen Zusage von uns, die ihm freies Wohnen in Flottbek sowie Mitnahme auf künftige Touren garantiert, beruhigt er sich und kommt wieder besser klar. Außerdem erkundigt er sich nach Gästebucheinträgen auf seiner Seite teddypard.de und fordert neue Fotostrecken. Wird gemacht.
Das JZ Kamp ist ein sehr schönes Jugendzentrum mit direkt über dem Club angeschlossener Künstlerbehausung. Cool, das paßt perfekt ztum Tourabschluß, wir können gleich vom Club aus ins Bett fallen, keiner muß fahren und alle können feiern.
Zudem ist die Wohnung extrem gemütlich, hat einen leichten Retrocharme und ist absolut liebevoll mit diversen Cateringköstlichkeiten bestückt. das Veranstalterteam um Chris ist supernett und zuvorkommend und schon des Nachmittags füllt sich die Wohnung mit tollen Menschen: Die fabelhaften Wohnraumhelden trudeln ein, Achim und Lizzy de la KOKS-Music schauen vorbei, die netten Damen Katharina und Jule von Radio Hertz, mit denen wir ein entspanntes Interview führen – überhaupt – „Entspannt“ ist die passendste Zustandsbeschreibung für diesen Tag.
Der Soundcheck verläuft absolut streßfrei und fast wie nebenher und bei leckeren Aufläufen und selbstgebackenen Streuselkuchen steigt die Laune sonntäglich gemütlich stetig nach oben.
in den verwinkelten Gängen des Clubs lande ich stets an einem anderen Ort, nur nie da, wo ich hin wollte: Mal steh’ ich vor einer verschlossenen Glastür ins Nichts, mal in einer Fremdküche, nur im Club lande ich nie. Spannendes Leben im Shiningstyle!
Nun ist es auch 20:10 Uhr und die Wohnraumhelden starten den Event: Bravourös locken sie die etwa 200 BielefelderInnen (und Umland) aus der Reserve und heizen ordentlich ein. Wohnraumhelden eben, ein Garant für große Unterhaltung im Dienste der Göttin der Musik!
Dann ist es zum letzten Mal für dieses Jahr Monsterzeit:
Das Publikum ist heute etwas ruhiger und konzentrierter als gewohnt, gerade nach dem Euphorietaumel gestern zu Beginn noch etwas verunsichernd für uns, aber beide Seiten tauen rasch auf und es wird ein sehr schöner Abend.
Und gerade der Balladentei wird heute so still und aufmerksam genossen, daß es uns kollektiv wohilg gänsehäutet.
Mir kommt das ganze Konzert heute extrem kurz vor, die Songs schießen nur so unter Highspeed an uns vorbei, dabei geben wir natürlich die volle Rutsche und holen zum Zugabenteil auch noch die Wohnraumhelden on stage, um mit ihnen ihren Song vom weißen Pferd zu zelebrieren. Daß wir vom Publikum nach Kartetov noch mit Standing Ovations verabschiedet werden, ist das Sahnehäubchewn dieses Tourabschlusses: Innig umarmend lauschen wir unserem Beatsteaks-Outro und können unser Glück noch immer kaum fassen.
Nach dem Konzert ist mitten auf der Party:
Da Rüdi für die Monsters heute noch einen spirituellen Großeinkauf vorgenommen hat, ist getränkretechnisch alles bestens vorbereitet, um die Nacht lang und wild zu gestalten. Und das wird sie auch: Mit WRH-Christoph und diversen Kamp-Crew,itgliedern wird noch sehr lange gefeiert, getrunken und gesungen, sogar ein Glastisch geht rockstarklischeemäßig zu Bruch, ganz unrockstarklischeemäßig aber 1. versehenlich und 2. wird das Kamp über den Glasbruch gleich informiert, denn so toll, wie sich hier alle um uns gekümmerrt haben, wäre es schäbig, den bSchaden nicht gleich so schnell als mögloich wieder gutzumachen. Dennoch scusi!

Ich muß irgendwann einfach schlafen gehen, derweil wird im Wohnzimmer weitergefeiert: Viele Lieder dringen an mein Ohr, scheinbar spielt jeder drüben nochmal auf: Neben Eigenkompositionen auch Dschungelbuch-Evergreens, eine wundervolle Klangkulisse mit Gute Träume-Wirkung!

Die Novembertour 2009, unsere 14te Monsterstour, war eine, wenn nicht sogar die bislang schönste, harmonischste und gesündeste Tour, die wir je gefahren sind. Und an dieser werden wir alle kommenden MoL-Reisen messen. Unser Dank gebührt allen lieben VeranstalterInnen, den KOKS-Menschen, Urs und Claudio, Teddypard, den Wohnraumhelden und vor allem Euch lieben HörerInnen, die Ihr uns zwei wunderschöne Wochen voller leuchtender Momente beschert habt.
Und ich meinerseits gebe jetzt noch gernstens einen Schuß Pathos hinzu, denn wo paßt das besser als beim Abschiednehmen (wenn auch nur temporärem Abschied):
Arigato Fred und Labörnski und Pensen und Rüdi und Burger: Ihr seid in der Tat die derbsten! I’m a fan! Bis bald, d’accord?

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