Tourtagebuch

Jokus, Giessen

23. Nov. 2009

von Fred

Heute ist in mehrfacher Hinsciht ein besonderer Tag. Zum einen ist der 23. November, es ist ein Montag, Wochenanfang, MOL-Techniker Urs verläßt die Tour Gesellschaft (Schüss, Ursi, bis Februar!) und wird von MOL-Techniker Claudio abgelöst, wir feiern heute unsere Giessen-Premiere und außerdem den 6. Band-Geburtstag! Ist das was?
Ich mache mir normalerweise einen Scheiß aus Geburtstagen, aber, naja, die Tatsache, daß es 6 Querköpfe wie wir schon solange miteinander aushalten, ist schon etwas besonderes.
Das sieht wohl auch der Wettergott so. Es regnet den ganzen Tag,
Obwohl wir heute nur eine relativ kurze Distanz von Köln nach Giessen zu bewältigen haben, ist es doch eine ziemliche Rumgurkerei, bis letztlich alle, inklusive „Teddypard“, das neue Maskottchen (siehe Fotogalerie), vereint im Bus sitzen. Nicht jeder nämlich hat die Nacht im Hotel verbracht, Teile der Band bei Bekannten in Köln, bei Bekannten in Bonn...
Ach ja, diese Fahrerei... Ich komme nicht recht auf Touren, letzte Nacht wurde mein Zimmer als Partyraum mißbraucht und ich habe das Gefühl, in einem biergetränkten Aschenbecher übernachtet zu haben. Luxusprobleme...
Egal.
Relativ pünktlich erreichen wir das Jokus (den Jokus / der Jokus / die Jokus???), werden sehr herzlich von der lokalen Crew empfangen, und rasch geht es ans Werk. Es ist der fünfte Tournee-Tag und mittlerweile hat sich alles eingegroovt, die Handgriffe sitzen, jeder weiß, welche Kartons wo hingehören, der Soundcheck wird locker absolviert und dann das gute asiatische Essen verzehrt.
Es herrscht sowieso eine recht entspannte Atmosphäre.
Vor knapp 300 Besuchern, was wir angesichts des Wochentages und überhaupt für eine sensationelle Zahl halten, gehen wir dann das Konzert an.
Meine alte Großmutter – Gott hab sie selig – hätte gesagt, wir seien heute ziemlich „quatschich“.
In der Tat kommen wir ein bißchen albern, verpeilt und redselig daher, was vermutlich daran liegt, dass schon von der Clubgröße her alles etwas familiärer und intimer wirkt.
Zudem haben wir das neue Programm jetzt bereits 5 mal gespielt, die neuen Lieder und Abläufe sitzen immer besser, und vermutlich wollen wir der drohenden Routine damit entgegen wirken, indem wir teilweise Ansagen verlängern oder verkürzen, verändern oder ganz in den Sand setzen.
Es kommt jedenfalls zu allerhand skurrilen Situationen und diversen Lach-Flashs.
Das Publikum dazu ist großartig!!! Am Anfang doch sehr verhalten (kein Wunder), aber je länger das Konzert dauert, desto mehr, so mein Gefühl, finden wir uns. Claudio hat dazu einen tollen Sound gebastelt. Sogar unser Geburtstag ist einigen Gießenern/innen nicht verborgen geblieben, eine Gruppe hat tatsächlich „Happy Birthday“-Schildchen gebastelt, bei Weltklassemelodie gibt es Wunderkerzen, bei der „Emotion“ das Schunkeln usw usw und dann, gar ähnlich wie bei unserem 5. Geburtstag vor Jahresfrist in der Kölner Kantine, singt uns das Publikum gegen Ende unaufgefordert ein sattes schönes „Happy Birthday“! Gießen, Gänsehaut, galaktisch!!! Eine schöne Feier, wirklich!
Was ich am Anfang nicht für möglich gehalten hätte, tritt nun auch ein: eine lange lange Zugabenrutsche mit „Kartetov“ zum Finale, einfach schön und wunderbar.
Gießen, Danke, wir kommen gerne wieder, wenn wir dürfen!

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