Tourtagebuch

Meiers Music Hall *Ausverkauft*, Braunschweig

28. Feb. 2010

von Totte

Also, unser letzter Tourtag: Wir sitzen, während ich das hier schreibe, im Bus und fahren gerade nach Braunschweig. Der Himmel bewölkt sich zunehmends, es läuft das Hörbuch von Heinz Strunks grandiosem Roman „Fleckenteufel“. Auch eine BRAVO ist an Bord, wir lesen von Modekollektionen neunjähriger Geschwister 14 jähriger Schauspielerinnen, den Hoffnungen, durch Tampons ausreichend verhütet zu haben und psychotischen Ausrutschern sweeter Boys im Popbiz.
In meinen Berichten – so dringt es mir zu Ohren – häufen sich die Flüchtigkeitsfehler. Das stimmt und ist ärgerlich und irgendwann werde ich auch mal die Korrekturlesungen in Angriff nehmen. Aber ich bitte um Nachsicht, denn das Tagebuch wird hauptsächlich unter erheblichem Zeitdruck im Bus getippt und jede Kurve und jedes Schlagloch bergen große Gefahr. Betractet es am besten aus Kerouacs Sichtweise, der die Meinung vertrat, Erlebnisse kompetent in Worte zu fassen gehe nur, indem man ohne Lektorat oder Nachbearbeitung jedwedes Geschehen gleich aufschreibt.
Sympathisch.
In etwa einer halben Stunde werden wir in der Meiers Music Hall ankommen, einer für unsere Bedürfnisse nur semioptimale Halle, die es Band wie Publikum räumlich eher nicht so leicht macht, konzentrierte Ruhe aufkommen zu lassen. Wir werden sehen...

Die Zeit bis dahin möchte ich aber noch nutzen, etwas über unser – für diese Tour – angewachsenes Kollektiv zu erzählen:
Neben den Monsters und unseren Tonchiefs im Wechsel Urs und Claudio sind diesmal –ich erwähnte sie bereits diverse Male – Lizzy und Geli in der Aufgabe als Tourmanagerinnen mit am Start. Eifrig fuhren sie im Open Flair Mobil vor, um vielerlei Alltagsorganisationskram für uns zu erledigen. Ein Tourmanagement ist in etwa so zu verstehen, daß es uns vor vielerlei Unbill, Diskussionen und Widrigkeiten verschont, ein Strategiepuffer der bequemsten Art. Plötzlich müssen wir nicht mehr selbst rausfinden, wo wir wann sein müssen, ob und welche Interviews wo anstehen, wann es was zu essen gibt, wie der Vorverkauf lief, wo das Hotel steht, wer die Hotelschlüssel holt undundund. Ein unglaublicher Luxus, der noch dadurch verstärkt wurde, daß die beiden Damen überaus charmant, witzig und akiv waren und auch menschlich bestens in unsere laute Männergruppe passten. Es ist schon jetzt klar, daß wir sie auf den kommenden Touren wieder arg missen werden und das nicht nur, weil wir so faul sind und am liebsten immer den ganzen Orgaschrott von uns wegschieben würden.
Da wir erstens schofelige Monsters sind und zweitens noch diese Nacht weiter nach Hamburg fahren müssen, fällt leider eine schöne gemeinsame Abschlußparty aus, unter anderem auch deshalb haben wir natürlich völlig verschwitzt, ein wirklich anständiges Tourabschlußgeschenk für die beiden zu besorgen, wie sie es verdient hätten.
Das ist absoluter Mist, doch wir hoffen, daß wir einen zünftigen Partyabend möglichst bald nachholen können und verbleiben mit viel Dank für Eure extrem knorke Arbeit und Euer Dabeisein insgesamt in unseren Ungeheuerherzen. Ein sechsfacher Tusch und eine virtuelle Umarmung für Euch darum an dieser Stelle!

Nun verabschiede ich mich erstmal, denn gleich steht Braunschweig an, danach wird dann weitergetippt. Höchstwahrscheinlich noch nachts im Bus, Ihr könnt Euch also auf einen ganzen Haufen Rechtschreibfehler einstellen. Bis später.

Tja, Leute, und das wars:

Wir haben jetzt 1:47 Uhr und fahren justamente vom Parkplatz der Meier Music Hall ab. Hamburg wartet.
Ich bin trunken. Trunken, weil ich natürlich tourabschlußmäßig einige Biere inhaliert habe. Trunken aber auch, weil dieser Abend so unfaßbar war! Glückstrunkenheit galore.

Das Konzert war unglaublich schön, das volle Programm über; obs nun Simon und Jan als absolut gerechtfertigt gefeierter Supportact waren (checkt bitte myspace.com/simonundjan), obs das definitiv grandiose Publikum war, welches derart tight war, locker zwischen Totalabgehn und still sein zu switchen, der traumhafte Balladenteil, die nette Crew des Abends, die Wunderkerzenexplosion bei Weltklassemelodie, der Spaß im Backstage mit den zahlreichen Freunden und Verwandten (quantitativ nicht aufzählbar), ich könnte ewig weiter aufzählen. Der Abend war einfach wunderschön!

Liebe Monstermenschen: Claudio, Urs, Achim KOKSleone, Rosi, Lizzy, Geli & Teddypard: Man muß Euch herzen. Immer und immer wieder!
Genau wie all die tollen VeranstalterInnen, HelferInnen und vor allem das Publikum: Wer Euch hat, kann froh sein.

Diese Tour war wieder der Hammer. Unglaublich, daß wir immer wieder in diesen Genuß kommen dürfen. Ein Luxus, dessen man sich stets bewußt sein sollte!

Und das sind wir ... der April kann kommen, die Monsters sind ready!

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