Tourtagebuch

Logo *ausverkauft*, Hamburg Katerkonzert

01. Mai. 2010

von Fred

Hamburg – Logo – Katerkonzert, das ist kein Tag wie jeder andere, völlig klar.
Der signifikanteste Unterschied zu anderen Konzerten ist sicherlich die ungewöhnliche Spielzeit, zumindest für Clubgigs. Am hellichten Tag ein Konzert zu beginnen und auch zu beschließen, ist schon krass. Aber es ist nicht nur das. Da für 4 von uns Hamburg gleichzeitig Heimatstadt ist, schläft man nicht im Hotel, sondern zuhause. Der ganze Tourneetrott fällt fast komplett weg, auch dadurch, dass wir gestern abend schon hier gespielt haben. Kein lästiges Gitarre und Kram in Bus packen, logistische Sachen besprechen müssen, irgendwelche Hotels suchen etc, nö, Konzert vorbei, feiern, ins eigene Bett fallen.
Da wir dem Logo freunschaftlich verbunden sind, sind stets feuchtfröhliche Zusammentreffen garantiert, so also auch gestern abend, ich gebe zu, ich habe mich doch recht intensiv dem Trunke hingegeben, und jetzt, 14 Uhr am Samstag, den 1. Mai, bin ich extrem verkatert und es steht das Katerkonzert an. Irgendwie passt das ja.
Wir haben im Vergleich zu gestern fröhlich die Setliste durcheinandergewürfelt, die Hütte ist voll, und wir monstern uns kurz nach 15 Uhr ein. Sogar Tonchef Urs, obwohl heute nicht beschäftigt, weil Tonchef Claudio an den Reglern steht, ist aus rein privaten Gründen (mitfeiern) aus Hannover angereist.
Wir beginnen katermäßig-traditionell mit „Sonntag“, gefolgt vom Schlittschuh-Lied. Mein mit der Nase vollführtes Blockflötenspiel (übrigens inspiriert vom großartigen Film „Dorfpunks“) ist heute ziemlich haarig, weil ich verschnupft bin und ständig Angst habe, dass Schnodder aus dem anderen Nasenloch für alle sichtbar tropfen könnte. Ich bin zudem heute leicht müde, mir ist schwindelig und ich möchte am liebsten sterben.
Wie gute Medizin wirken doch da die Songs meiner Kollegen, lange nicht mehr gehörte zum Beispiel („Wellensittich“, „Jackpot“, „Mona“) oder tatsächlich im Monsters-Kontext noch nie gehörte Lieder („Keine Kritik“) lassen mich innerlich jubeln und dadurch nach außen hoffentlich nicht ganz so zerschreddert erscheinen.
Fast noch bessere Medizin allerdings ist das anwesende Publikum, es wird eine unfassbar schöne Party, es gibt viele leuchtende Momente, die ich gar nicht alle aufzählen kann, zum Beispiel das Pärchen, dass sich bei „Selbstverständlichkeit“ ganz besonders eng umschlingt, der Anblick von Labörnskis Kindern am Bühnenrand zusammen mit Elfmorgen-Andys Tochter, noch nie gesehenes „Sitzraving“, als Totte den Song „Zorniges Lied“ von seiner Intelligenzia CD vorführt, und und und, wie auch immer, ich verspüre den Wunsch, genau dieses Publikum in dieser Konstellation zu kaufen und für alle Katerkonzerte für alle Zeit zu verpflichten.
Es werden Wodka Red Bulls auf die Bühne gereicht, hmmm, die schmecken ja auch schon wieder. Kacke. Die Quittung: während Rüdi „Mona“ spielt, muß ich kurz hinter die Bühne, weil mir schwarz vor Augen wird. Dämlicher Suff, dämliche Zigaretten, und ich bin keine 20 mehr.
Aber es wird wieder besser, die Stimmung trägt mich durch den restlichen Abend, nein Quatsch, Nachmittag natürlich, wir geben alles und das Publikum dankt es mit reichlich Beifall, dem wir wiederum mit langen Zugabe-Rutschen begegnen, geben und nehmen, herrlich.
Aus vorbei. Schön war es! Nach dem Konzert noch viele kleine Unterhaltungen mit netten Menschen, mein Bruder ist beispielsweise zugegen, die komplette Familie Pensen und, wie bereits erwähnt, Familie Labinski, die Meerbuscher sind da, Mone, Rüdi hat überraschenderweise Besuch von seinem damaligen Seed´n´Barley Bandgefährten Uwe bekommen, etc etc, ich habe bestimmt bei der Aufzählung Leute vergessen, sorry dafür, jedenfalls ist es ein feines familiäres Beisammensein, Pensen und Rüdi geben später vor der Logotür noch Kreisler-Perlen zum Besten, letztlich ist es wieder so, wie ein Katernachmittag sein soll, aber für mich ist jetzt Schluß, ich kann nicht mehr, ich muß duschen und ins Bett. Danke für alles, Leute, alle die, die im Logo waren! Augen zu!

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