Tourtagebuch

Backstage, München

20. Apr. 2010

von Totte

Also, dieser Bericht wird ein Wettlauf gegen die Zeit: Der Akku des einzig verfügbaren Laptops ist kurz vor knapp! Sorry, aber zumindest sollen die Berichte ja so aktuell as possible sein, nach sechs Tagen Tour beginnt die Chronik auch – traditionell – ein wenig zu nerven, da die Wiederholungen sich fies ins Auge pressen.
Aber los:
Woke up in Passau, eine zornige Dame brüllt uns aus den Zimmern, wir sind gerädert und zu derlei bürgerlichen Empörungsausbrüchen überhaupt nicht in Stimmung. Hinzu kommt, daß nun doch einige Kollegen ziemlich erkältet sind, was Restenergien und Geduld eh schon ziemlich strapaziert.
Aber egal: Immerhin haben wir so noch einige Zeit für Kaffee an der Inn, wo wir bei Sonnenschein sitzen, es uns gut gehen lassen und Podcast um Podcast drehen. Großer Stimmungsaufheller.
Dann Fahrt nach Munich. Teddypard und Mr. Pipp sind komplett im Off, hängen apathisch in den Seilen und lassen sich auf keinerlei Späße ein. Gott allein weiß, was die beiden die gestrige Nacht getrieben haben.
Ansonsten gibt es zu der Fahrt nur zu sagen, daß etliche Telefonate sich häufen und koordinationstechnisch zu viel ansteht. Da freut man sich um so mehr aufs ankommen. Und schon wären wir da. Im schönen Backstage mit dem wirklich sympathischen Team.
Wir sind tatsächlich aus der Halle ins größere Werk verlegt worden, was größentechnisch natürlich eher Quatsch ist, denn die Halle würde locker auch reichen, nichtsdestotrotz ist aber das Werk als Raum viel schöner und für ein Liedermachingkonzert viel geeigneter. Sehr, sehr cool.
Dann das übliche: Soundcheck, Websurfen, Kaffee und leckere Brezeln, die Tatsache, daß wir gleich in der Clubwohnung nächtigen, gibt gar noch Zeit für ein Nickerchen. Leben im Luxus.
Das Essen ist formidabel und alsbald schlagen auch unsere beiden Supportgranaten Weiherer und Tobias Regner auf. Ein sympathischer Haufen, wir alle, absolut.
Timmey ist fleißig mit Merchaufbau beschäftigt, ich verpenne dafür beinahe meinen Soundcheck. Soviel mal zu den Arbeitsverteilungen auf Tour. Aber ich gelobe Besserung.
Dann Einlaß und große Freude: Der Laden füllt sich mit über 300 Besuchern tierisch gut und beschert uns einen weiteren Tourrekord. Unfaßbar, das wir im Laufe der Zeit soviele offene Ohren finden konnten. Das muß man sich mal vor Augen führen. .
Wir fangen etwas früher an als geplant, denn zwei Supports und dann drei Stunden Monsters ist schon ein hartes Brett für jeden Hörer.
Tobias macht den Anfang und seine stimmungsvollen Songs werden sehr wohlwollend aufgenommen. Sehr schön. (regner-musik.de)
Der Weiherer ist ja vielen sowieso schon auch durch vergangene Monsterskonzerte bekannt und eine Bank wie stets. Absolute Granate, der Maestro des trockenen Humors! (weiherer.com)
Dann Monsterzeit:
Leute, Leute, wie soll ich sagen? Freudentaumel! Das könnte es gut treffen. Das Publikum in München ist einfach irre und unglaublich rockkompatibel. Es wird getanzt, geklatscht und abgegangen, aber auch die ruhigen Stücke werden sehr großartig aufgenommen, fast alle sind leise und lauschen gebannt den zarteren Klängen. Dann wieder Durchdrehen auf beiden Seiten der Bühne. Einfach ein zauberhafter Abend vor grandioser Kulisse.
Mille Grazie Munich, es ist einfach wieder ein Riesenfest mit Euch gewesen, sehr glücklich verabschieden wir uns nach Kartetov unplugged und finden, es ist Zeit, auf den Abend anzustoßen.
Wir finden uns rasch alle am Merchstand wieder, wo wie mit HörerInnen und Bekannten quatschen, prosten und uns einfach noch ein bißchen gehen lassen, schließlich müssen wir heute nirgendwo mehr hin. Neben Schrödersdrummer Sascha sind auch mein Onkel Helmut, eine lustige Abordnung des sehr geschätzten Labertalfestivalteams, Michi Dietmayr und noch viel mehr bekannte Gesichter vor Ort, was eine etwas längere aber sehr kurzweilige Nacht verspricht. Erstaunlich, wo man inzwischen überall Freunde gefunden hat. Das muß man sich mal auf der Zunge zergehen lassen.
Ich weiß nicht mehr, wie spät eswar, als ich ins Bett fiel, aber ich weiß genau, daß ich das mit einem sehr guten Gefühl getan habe. Bitte bald wieder. München ist gemonstert. Cool! Puh, geschafft, Akku hat gerade noch gehalten.Und ich verspreche, der nächste Bericht über Euch wird wieder viel detaillierter. Auf bald.

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