Tourtagebuch

KuFa, Krefeld

11. Nov. 2011

von Rüdi

1. Tag

Tourbeginn

Es ist Freitag, der 11.11.11, 11.11 Uhr - und während Teile Deutschlands im Karnevalstaumel versinken und die Standesämter sich vor Eheversprechen nicht mehr retten können, sitzen die meisten Monsters in unserem Mobil und sind auf dem Weg von Hamburg nach Goslar zu Timmey, um dort ihn, Burger und das Merch einzusammeln. Börnski sitzt auf gepackten Koffern noch in seiner Bank und ich im Zug Richtung Krefeld.
Denn obwohl es 876600 Stunden (und zwar genau) dauern wird, bis man wieder einmal ein solches Datum aufschreiben kann, zählt für uns nur, daß es in 8.49 Stunden losgeht mit unserer 19ten Clubtour. Kaum zu glauben. 18 mal schon sind wir kreuz und quer durch Deutschland getuckert, beladen mit Ängsten, Hoffnungen und Glücksgefühlen. So auch heute. Mittlerweile haben wir zwar eine ungefähre Ahnung ob der Zuschauerzahlen, weil wir den Vorverkauf kennen, aber trotzdem ist heute der Tag, an dem die Vorfreude mit der Realität abgeglichen werden muss. Denn es ist durchaus ein schönes Bild, das sich da vor unserem geistigen Auge auftut, denn die Vorverkaufszahlen in Krefeld hören sich recht gut an. Man hat uns sogar in den großen Saal verlegt, der bisher für uns tabu war.

Aber Zahlen sind die eine Sache – wir wissen das ja und viele Menschen machen noch lange kein gutes Konzert oder eine schöne Party. Die Säle brauchen Seele und wir sind gespannt, ob unser aktuelles Programm zünden kann.

Wir diskutieren und feilen immer sehr herum an unserer Setliste. Schöne Lieder stehen da drauf, eine Mischung aus Altem, selten Gehörtem, Neuem und Gewohntem. Aber dieses Lied darf nicht nach jenem kommen und hier fehlt noch ein Kracher und wenn wir die Ballade dort spielen, dann kommt sie nicht richtig zur Geltung und so weiter und so fort. Mit so was verbringen wir die Zeit im Backstage. Pensen zeigt uns seine neue Gitarre und Börnski, der etwas später zu uns stößt, steht ohne seinen Koffer da, weil er im Zug plötzlich vom Bahnhof überrascht wurde und ihn in der Kürze der Zeit nicht wieder finden konnte.

Alles in allem also business as usual.

Marcel kümmert sich derweil mit seinem Team rührend um unser Wohlergehen. Essen, Getränke, Handtücher...“Habt Ihr alles?“ Ja, es fehlt uns an nichts. Die Kufa ist ein toller Club, Claudio richtet die tolle Anlage ein und wir warten auf das tolle Publikum, von dem wir aus der Erfahrung der letzten Konzerte hier ausgehen dürfen. Die Vorfreude wächst.

Und dann ist es 20 Uhr, die „Flipper“-Melodie erschallt und begleitet uns auf die Bühne, wo wir von einem euphorischen Publikum lautstark begrüßt werden. Da liegen sie also schon mal auf der Bühne, die Vorschusslorbeeren und wir sind gespannt, ob wir sie am Ende des Abends dann auch einsammeln dürfen.

Aaaahhh! Tourstart!

Es ist in etwa das gleiche Bild, das sich auch vor unserem geistigen Auge auftat: Ein toll gefüllter Saal, Gute-Laune-Gesichter und hier und dort sogar schon eines unserer neuen Shirts, die wir für diese Tour designt haben. Jippie!
Allerdings kommt der Graben der zwischen den Stühlen aus Sicherheitsgründen freigehalten wurde in unseren Wunschträumen nicht vor. Denn solche Gräben bergen die Gefahr, daß Freudentänzer, Kurzsichtige oder weniger Umsichtige sie bevölkern und dem Sitzpublikum die Sicht versperren. Aber jetzt ratet mal, ob am 11.11. in der Karnevalshochburg Krefeld im Laufe des Abends auch nur irgendeiner in den Graben hineinlatscht. Erraten! Nein!
Hier herrscht allerorten Rücksichtnahme und Teamgeist. Die Leute singen lieber Chöre oder erfreuen uns mit albernen Choreographien, die oft von unseren Extraklasse-Fans aus der ersten Reihe angezettelt werden. Sie hüpfen und winken mit uns durch die Nacht, - sogar ein echter Cowboy schwingt bei „Moti“ sein Lasso!, - bis am Ende der Saal verstummt und uns zu „Algerien“ in die Aftershowparty entlässt.

Krefeld, wir danken dir für diese Eröffnung. Wir gehen davon aus, daß dies das bestbesuchte Konzert dieser Tour war, aber wie ich ja schon erwähnte: Zahlen sind nicht alles. Aber Krefeld hat uns seine wunderschöne Seele gezeigt.

Jetzt hoffen wir nur noch, daß alles so schön bleibt, wie es ist.

Danke Kufa! Danke Marcel! Danke Köche, Techniker, Lichtdesigner.....

Das war klasse!

Morgen Wuppertal.

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