Tourtagebuch

Alte Mälzerei, Regensburg

17. Nov. 2011

von Rüdi

Tag 7

Zum ersten mal seit Bestehen der Band haben wir uns heute eingesungen, als wir die Bühne betreten. Das macht Spaß, wenn man es in der Gruppe tut. Außerdem lockert es die Stimmbänder und beugt schmerzhaften Stimmbanderkrankungen vor. Pensen hat sich eine Übung zusammenstellen lassen, so eine Art stimmliches Zirkeltraining, um die Doppelbelastung mit „das Pack“ und den Monsters nicht irgendwann mit dem Verlust seiner Stimme bezahlen zu müssen. So eine Art berufliche Unfallversicherung also.
Wir haben auch wirklich das Gefühl, daß das hilft und die Atemwege und die Gesichtsmuskulatur auflockert.
Bei Burger allerdings hilft garnichts mehr. Burger ist krank. Wir schicken ihn zum Arzt, damit er sich irgendwelche Antibiotika holen kann, ein Ärztehaus ist gleich um die Ecke. Außerdem rauchen wir nicht mehr im Backstage, damit es für ihn nicht allzu unerträglich wird.

Die heutige Sitzplatzverlosung hat folgende Reihenfolge ergeben: Pensen, Rüdi, Burger, Fred, Börnski, Totte

Zum letzten mal auf dieser Tour wollen wir dieses Spielchen treiben. Ab morgen werden wir wieder auf unseren Stammplätzen sitzen, obwohl ich zugeben muss, daß dieser Platz Nr. 2 ein sehr sehr feines und interessantes Örtchen ist, neben meiner Nr. 6 der für mich geeignetste Platz bisher auf der Tour.

Die „Alte Mälzerei“ ist propper gefüllt, die Leute amüsieren sich mit und über uns und wir haben auch heute wieder eine gute Zeit miteinander. Daran ändert auch die Gröltruppe nichts, die unsere Lieder offenbar für Quengelware halten und immer wieder das gleiche Lied fordern, weil sie eben nur dieses kennen. Der große Rest genießt die ausgecheckte Songliste wie einen Viel-Komponenten-Cocktail, der zum Schluss erst seine volle Wirkung entfaltet. Dazu werden heute Geburtstage und Verabschiedungen gefeiert, wie zum Beispiel der von Angelique und die von Ü. (Der Satz stimmt so.) Beide sind tragende Säulen der „Alten Mälzerei“ und wir wünschen beiden weiterhin viel Glück!

Um Mitternacht hat dann auch noch unser Urs Geburtstag! Hoch die Tassen, ab ins Hotel und dann gibt’s noch eine kleine Party!

Liebe Regensburger, die ihr dieses lest: Es ist schlicht unmöglich, jeden Tag auf dieser Tour in neuen Worten zu beschreiben. Die Ereignisse ähneln sich zu sehr und die wirken auf Dauer bei so einer Tour literarisch gesehen ein wenig abstumpfend. Kilometer fressen, Rasten ansteuern, Soundcheck, Warten aufs Publikum, dabei das Catering genießen, dann das Konzert. Wir fühlen uns pudelwohl zurzeit, abgesehen von unseren körperlichen Maladen, die langsam bei dem ein oder anderen ausbrechen. Wir sind immer noch wach bei der Sache und unsere Konzerte sind mittlerweile ziemlich gut eingespielt. Dieses positive Grundgefühl lässt sich nur so lange aufrecht erhalten, wie ihr diesen ganzen Spaß mit uns teilt und wir sind sehr glücklich darüber, wie alles läuft. Viele von euch haben weite Wege in Kauf genommen, manche sitzen stundenlang in der Kälte rum, bevor der Einlass öffnet und dann geht auch noch der ein oder andere sauer ersparte Euro für ein Shirt oder eine CD drauf. Wir wissen das alles so sehr zu schätzen! Danke für diesen Abend! Danke für diese Tour! Danke Schicksal!

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