Tourtagebuch

Substage -Schwein gehabt Festival-, Karlsruhe

15. Sep. 2012

von Rüdi

Wir haben einen wunderschönen Tag verbracht, seit wir hier heute morgen angekommen sind. Wir waren auf dem Flohmarkt, Burger hat möglichst hässliche Puppen gesucht und gefunden und Fred was für seine Modelleisenbahn, wir haben in der Sonne gelegen, im Backstage frisches Rührei gefrühstückt und uns von der letzten Nacht erholt, das tolle Gelände erforscht und Alina hat uns einen Rinderbraten mit Gemüsepfanne und Kartoffelgratin gekocht, daß es uns vor Freude das Wasser in die Augen trieb. Fred hat beim Kartoffeln schälen geholfen, Burger sein Geburtstagsgeschenk, einen ferngesteuerten Monster-Truck, vorgeführt, unser Fahrer Bernd hat im Bus gelesen und während alle dem wurden wir von unserem Veranstalter Jörg aufs fürsorglichste betreut. Wir fühlten uns den ganzen Tag sauwohl!

Und jetzt füllt sich das Schlachthausgelände mit ersten Schaulustigen, unter ihnen schönerweise auch meine Familie, und streift neugierig durch die verschiedenen Gebäude und ihre Bühnen. Heute ist „Schwein gehabt“-Festival in Karlsruhe und in jedem Winkel gibt es irgendetwas zu gucken, man kann sogar zum Spaß heiraten. Und vor dem Substage hat sich eine Riesenschlange gebildet, weil hier erst um 20 Uhr Einlass ist und da drinnen werden wir um 21 Uhr spielen. Jeder, der einen „Schwein gehabt“ - Button gekauft hat, darf rein und sich auch sonst frei auf dem ganzen Festival bewegen.
2 Stunden sollen wir spielen, ohne die für uns sonst typische Pause und ohne die sonst für uns üblichen Sitzplätze. Dafür haben wir uns eine schöne Setliste zurechtgelegt, die hoffentlich über eine so weite Strecke den Spannungsbogen halten kann und in der Lieder aus all unseren Schaffensperioden vorkommen. Aber ob uns das gelingt, da haben wir einfach sehr wenig Erfahrung und die Angelegenheit ist durchaus spannend, denn keineswegs möchten wir hier in diesem Traumclub einen mittelmäßigen Eindruck hinterlassen. Und genauso wenig bei den Karlsruhern, wo wir doch beim Fest ein unglaubliches Erlebnis hier hatten.
Und dann ist Showtime, wir besteigen zur „ALF“-Musik die Bühne, das Publikum begrüßt uns aufs ausgesprochen herzlichste und der Spaß beginnt. Heute macht sich Burger mal ne Flasche auf, was er sonst nie tut und darum hört er das Publikum heute besonders schlecht, aber dieses kommt seinen Aufrufen so lautstark nach, dass es irgendwann sogar Burger hört. Rockstadion eben. Andererseits kann es auch sehr leise und aufmerksam sein. Clubkonzert eben. Wir gruseln uns durchs Häschenleben, spielen besonders schräge Flötensoli, Karlsruhe erfindet bei „Ruderer“ einen Arbeiterchor und nie zuvor wurde das Wort „Hass“ im positiveren Sinne gesungen als heute Abend. Nein, für Hass ist hier wirklich überhaupt kein Platz an diesem wunderschönen und friedlichen Ort. Wir sichten voller stolz unser neuestes Merchprodukt, eine Monstersfahne, die den ganzen Abend gut gelaunt über den Köpfen tanzt und feiern ein bisschen unser zweitneuestes Produkt, unsere „Schnaps und Kekse“, nach. Eine gute halbe Stunde Zugaben hängen wir an unser Programm dran, weil wir uns von dem Anblick des toll gefüllten Saales kaum trennen möchten. Ja, es ist ungewöhnlich für uns, wenn schon die erste Reihe direkt vor der Bühne steht, aber es funktioniert, obwohl wir ja nicht gerade durchgehend Tanzmusik spielen. Am Schluss rückt der ganze Saal zusammen, um unser letztes Lied „Algerien“ unverstärkt hören zu können und prompt schaffen es alle, jetzt ganz, ganz leise zu sein. Keine Stecknadel fällt in der „Substage“ – wir hätten es gehört.
Wir verneigen uns vor Publikum, Club und Team – Karlsruhe und seine „Substage“ sind uns wieder ein Stück näher an Herz gewachsen. Sven hat uns eine Flasche Jägermeister in den Backstage gestellt, die wir mit unseren Gästen in einer halben Stunde killen, bevor wir selbst das „Schwein gehabt“-Festival durchstreifen. Wir besuchen den Karaoke Bus und tanzen uns durch diverse Tanzflächen, bis wir schließlich in unserm Nightliner sitzen und da noch ein wenig weiter machen. Als würden wir nicht einsehen wollen, daß selbst der schönste Abend mal vorbei sein muss.

Danke für alles! Wir haben euch sehr sehr gerne!


PS: 'Das Pack' spielt am 6.10 in Pforzheim im 'Kupferdächle'. Sie würden sich freuen.

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