Tourtagebuch

KFZ *ausverkauft*, Marburg

14. Sep. 2012

von Rüdi

Manchmal ufert es bei uns ein bisschen aus und heute ist es einfach wieder mal so weit.
Als Börnski gegen 19 Uhr in ziemlich angezündetem Zustand im „KFZ“ aufschlägt, ist die Sache eigentlich schon entschieden. Heut wird’s lustig. Er ist dermaßen endgültig gut gelaunt, daß an ein feinfiligranes, nachdenkliches, besinnliches und tiefgründiges Konzert schlicht nicht mehr zu denken ist. Im Backstage geht es zu wie im Klassenzimmer der 7b, bei der der Chemieschrank nicht abgeschlossen war. Und über uns füllt sich das ausverkaufte „KFZ“ mit den erwartungsvollen Gästen.
Es ist das erste Clubkonzert nach einem erlebnisreichen Festivalsommer und endlich mal wieder können wir so viele Lieder auf unsere Setliste schreiben, daß auch das ein oder andere Experiment untergebracht werden kann. Oder auch ewig nicht gehörte Lieder wie „Biene Berta“, „Indiskret“ oder „Häschen“. Der Zeiger steht also eindeutig auf „Party“, als wir wohlgemutes die Treppe heraufsteigen. Urs überrascht uns mit der neuen Einlaufmusik „Alf“ und da sitzen wir nun auf der Bühne und stolpern uns durch die ersten Songs, als hätten wir sie gerade erst ausgedacht. Aber wenn man stolpert, ist es natürlich immer hilfreich, wenn es einen gibt, der einen auffängt, sonst kann man sich ganz schön weh tun. Und tatsächlich – puh – wir werden aufgefangen. Das Marburger Publikum ist der Held des Abends! Die rund 250 Zuhörer bügeln alles aus, was wir auf der Bühne verknittern, sie sind geistreich, witzig und laut und zweifellos der Star des Konzerts. So macht stolpern Spaß und prompt entwickelt sich ein ausgelassener, wenn auch ziemlich alberner Abend, es wird viel gelacht und so manches Lied muss mehrmals unterbrochen werden, weil wieder irgendetwas passiert oder dringend noch kurz erzählt werden muss. Es werden neue Strophen erfunden, „Häschen“ bekommt ein Horrorgewand, Totte stellt uns alle Gitarrensoli der vergangenen 9 Jahre vor und das Publikum echot sich dermaßen durchs Programm, daß uns dieser Abend bestimmt lange in Erinnerung bleiben wird, obwohl wir schon geschliffenere Auftritte abgeliefert haben, das müssen wir schon zugeben. Aber wir wissen auch genau, bei wem wir uns dafür zu bedanken haben: Marburger, Ihr seid echt großartig! Und wenn man so nett umsorgt wird, wie vom „KFZ“-Team, dann kann vielleicht auch mal die Lebensfreude mit einem durchgehen.
Und wenn eh alles zu spät ist, dann entschließt man eben auch noch, die Nacht in einer Absinth-Bar ausklingen zu lassen. Au weia, oh, mein Gott und Aua!

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