Tourtagebuch

Rosenhof, Osnabrück

29. Sep. 2012

von Rüdi

Totte hat das Publikum heute als besonders „energetisch“ bezeichnet, ein selten bis nie gebrauchtes Adjektiv in einem Tourbericht, aber absolut passend. Die Zuschauer, die an diesem Samstagabend den „Rosenhof“ gefüllt haben, waren tatsächlich ausgesprochen kreativ und choreographiefreudig, schon beim dritten Lied, „Meine Freundin hat nen andern“, gab es pro Strophe eine neue Tanzidee, eine bescheuerter und liebenswerter als die andere und so blieb es eigentlich den ganzen wunderschönen Abend lang. Der Gipfel war sicherlich das gemeinschaftliche „Scheiße aus dem Topf schaufeln“ bei „Auflaufform“, aber auch das „Banken zerstören“ war eine völlig neue Protestbekundung, die uns allen Respekt abnötigte und selbst ich mit meinen überschaubaren schauspielerischen Fähigkeiten habe mich bei „Häschen“ immerhin vom „Walross“ zum „Erdmännchen mit Zahnproblemen“ hochgearbeitet. Börnski brachte wieder die „internationale Supershow“ mit Überlänge, Burger trank sich seltenerweise glücklich und ich outete mich hinsichtlich meiner Brieföffnungsphobie, erzählte von der SMS meiner Schwester und spielte zum ersten Mal auf Tour „Der kleine Brief“. Aber auch „Weichei“, „Pärchen“ und „Biene Berta“ sind in den letzten Jahren selten gewordene Klassiker, die uns zurzeit besonders viel Spaß machen. Beim Intro von „Bühnensüchtig“ wussten wir auch nicht so genau, wie wir damit umgehen sollten – wir wollten einfach mal Lieder aus ALLEN Alben spielen und diese Melodie befindet sich auf unserem limitierten Vinylwerk „Nur die anderen können es besser“. Das Resultat war natürlich ein heilloses Durcheinander, aber es war lustig und morgen machen wir daraus Kunst.
Es war kurzum ein besonders harmonischer Abend in diesem sehr stilvollen Club, eingebettet in das großartige und geschmackvolle Lichtspiel des Rosenhof-Lichtmannes Henning, das uns besonders auffiel. Ganz zu schweigen von der leckeren Beköstigung und der sowieso sehr fürsorglichen Veranstalterin Carina und ihrer ganzen Crew.

Die spätabendliche Unterhaltung nahm im Bus dann Burger alias „DJ Sexy Jens“ in die Hand, nur er kann „AC/DC“ mit „Münchner Freiheit“ verbinden.

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