Tourtagebuch

Chaveau, Mainz

25. Apr. 2005

von Rüdi & Totte

Mainz, tja wo nur

Mail: 9. Juni

Hey Totte,
du sag mal, ich hatte mich dafür gemeldet, den Tourbericht über Mainz zu verfassen, hab jetzt aber folgendes Problem: Ich hab dir doch erzählt, dass ich mit nem Freund die Treppe runtergerasselt bin und mit dem Kopf in der Tür vom Nachbarn gelandet bin. Jedenfalls ist seitdem Mainz gelöscht. Ich weiß noch, dass es ein prima Laden war und den Abend hab ich auch noch präsent, aber was war tagsüber? Waren wir vorher in Dortmund oder Adenau? Wer war König? Mc Donald oder Burger King oder waren wir etwa was vernünftiges essen?
Mann, hat das einen Rums gemacht!
Hilf mir mal weiter!


Mail: 13. Juni

Hey Rüdi,
wo Du den Unfall erwähnst, mir ist neulich was ähnliches passiert.
Genau genommen exakt dasselbe, nur war mein Freund mein Rad, die Treppe ein Feldweg und das Runterrasseln meine Fahrradkette. Aber egal, ich helfe, wo ich kann:
Wir haben am Vorabend in Adenau gespielt (J.R.´s Bericht ist gut, oder?) und in einem totalen Rockerhotel gepennt, das wir so verpeilt verlassen haben, dass ich erst im Bus dazu kam, mir die Zähne zu putzen.
Wo wir gegessen haben? Hm, ich glaube in einer Autobahnraste, und zwar Gulaschnudeln (qualitativ eher Gulagnudeln) und Lambada hat noch ellenlang mit dem Weiherer telefoniert, der ja zeitgleich mit uns auf Tour war.
König gabs übrigens keinen, weil die Publikumszahl genau zwischen Freds und Lambadas Schätzungen lag und beide keinen Bock auf ein Stechen hatten.
Wahrscheinlich war der Jägermeister schuld an unserem Anarchotag – was ich auf jeden Fall sehr begrüßt habe, Du kennst mich ja.
Mehr fällt mir gerade nicht ein, aber ich werde weiter versuchen, den Tag zu rekonstruieren, aber jetzt muss ich meine Arme schonen, ich glaube, die Ärzte haben mir den Gips zu fest gelegt. Lass von Dir hören – ich wünsch Dir gute Besserung.
Monster ahoi, Dein Tottovic



Mail: 15. Juni

Stimmtstimmtstimmtstimmtstimmt!!!
Mir war so schlecht.....
Und dann diese Raststätte! Erst habe ich mir einen Probeteller aus der Küche vorfahren lassen, um das Gulasch auf Appetitlichkeit zu überprüfen, habe es anschließend nach reichlicher Überlegung mit einer sündhaft teuren Salatbeilage ergänzt, dazu Orangensaft, Früchtequark – alles war so gut durchdacht. Bis mir dann das spätestens dritte Stück Gulasch dermaßen den Schweiß auf die Stirn trieb, dass ich vor Erschöpfung das Kauen einstellen musste.
Wir sollten uns auf keine Verträge mehr einlassen, bei denen wir mit Schnaps bezahlt werden. Aber diese Kümmerlingmaschine in Adenau hatte schon einen ganz speziellen Sex!
Aber für unseren Zustand war das Konzert in Mainz dann doch ganz gut, oder?
Ich meine, wir waren noch nie vorher da und es war weit davon entfernt, abgesagt werden zu müssen.



Mail: 16. Juni

Rüdi, mir ist noch eingefallen, dass wir in Mainz in diesem Hotel waren, das eigentlich eher eine Wohnung war, und – ich glaube – nur Fred und ich hatten einen Fernseher. Rauchverbot war auch. Bzw egal.
Wir haben uns auf jeden fall „Episode II“ angeschaut und uns über die – für das Filmbudget – miesen Animationen aufgeregt. Um so mehr Spaß hatten wir an den überaus ausgeklügelten Dialogen des Streifens (Schießen Sie ihn ab! - Wir haben keine Raketen mehr! - Dann verfolgen Sie den Flitzer!) und den Handlungssträngen (In der Arena lösen sich die Fesseln von der Prinzessin netterweise von allein, damit sie besser vor den Ungeheuern wegrennen kann usw)
Zur Clubanfahrt weiß ich noch, dass wir ewig rumgekurvt sind und erst pünktlich zum ersten heftigen Regenschauer ankamen, um unser Equipment durchs Nasse zu tragen.
Essen, interessiert Dich das? Es gab chinesisch und wir haben erstmalig abwechselnd gegessen und Soundcheck gemacht.
Puh, der Arm tut wieder weh, aber ich bleib dran, meld Dich einfach.

Liebe Grüße, Tottovic


Mail: 16. Juni

Dank Dir, Totte!
War das nicht auch in Mainz, als ich nach zehn Sekunden schon wieder auf der Bühne saß, um die Zugaben zu spielen?
Und Ihr standet noch hinter der Bühne rum und wusstet nicht so recht, ob der Applaus jetzt grade laut genug ist oder nicht.


Anmerkung für den Leser:
Die Monsters meinen es ernst. In Zukunft kommen wir wirklich erst wieder raus, wenn alle, aber auch wirklich alle, vor Begeisterung jubeln.
Sonst kommen wir nicht mehr.
Ich vielleicht, aber nicht die Monsters. Also bitte merken! Exzessives Ausflippen und nur dann gehts weiter.



Was war sonst noch? Ach ja, Pensen erzählte ständig seinen Lieblingswitz mit den beiden Frauen im Fahrstuhl.
Kann man aber auch für den Bericht nicht verwenden.
Naja, Totte, ich glaube, den Rest klau ich mir einfach aus dem JR-Bericht. Machs gut und pass demnächst ein bisschen besser auf beim Fahrrad fahren.

M wie weißt schon

Dein Rüdi

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