Tourtagebuch

Wabe, Berlin

29. Apr. 2006

von Tottovic

Berlin, Berlin: Alles klar. Hauptstadt, Alter. Aggro, Alter. This town is big, man!
Wir sind mal wieder die coolsten beim cruisen und checken Rastenfraß: Kohlrouladen und Limonade. Burger hängt – laut eigener Aussage – Spezi zum Hals raus, das kommt etwas überraschend. Vielleicht liegt’s aber auch an seinem Nacken, denn er laboriert schon eine Weile an einem eingeklemmten Nerv rum.
In Berlin lassen wir ihn darum gleich am Charite raus, Deutschlands bekanntestem Krankenhaus.
Wir machen es uns in der Villa Bierhorst gemütlich, Pensen pennt, Bente und Fred gehen spazieren und Labörnski und ich sind mit der Menüfunktion der „Donnie Brasco“-DVD total überfordert. Burger back: „Keine Chance, anderthalb Stunden in der Notaufnahme und die Notfälle wurden immer mehr.“ Er beißt also die Zähne zusammen und will den Abend so durchstehen.
Diesmal ist uns allen etwas beklommen ob des Berlin-Auftritts, die Wabe ist für uns ein neuer Veranstaltungsort, um einiges größer und hochseriös – sowas kann so sechs Semirockenden Amateuren wie wir es sind schon Respekt einflößen. Der Raum ist –namensgetreu-wabenförmig geschnitten, die Bühne groß und wow!

Andreas, unser Techniker heute, ist klasse und der Soundcheck geht superschnell. Meine Laune persönlich bessert das immer. I’m a soundcheckhater!

Schockierende Nachricht allerdings: Um 23:50 Uhr wird der Strom abgedreht, Diskussionen zwecklos. Das bedeutet, daß wir um 20:30 Uhr spätestens anfangen müssen, um mit unserem Programm durchzukommen. O je, hoffentlich sind dann überhaupt schon Leute da. Wir leiden unter dem Flopfeeling-Syndrom.

Unbegründet, völlig unbegründet, um 19 Uhr stehen schon Leute vor der Tür und begehren Einlass, um 20 Uhr ist der Laden gut voll. Wir haben tatsächlich unsere Zuschauerzahl vom letzten Berlinbesuch toppen können, und zwar anständig. Zudem ist unsere Gästeliste auch groß, viele nette Freunde von uns sind da, und – ums mit Heinz Strunck zu sagen – das bockt total!

20:30: Konzertbeginn. Geil, geil, geil! Geiler Sound, geile Leute, geile Kulisse, geiler Tourabschluß! Mehr kann man eigentlich nicht sagen. Ein letztes Mal feiern wir uns durch unser Set, daß uns einfach immer so kurz vorkommt, daß wir uns beinahe für die Schnelligkeit des Ablaufs schämen.
Rüdi wird gar live von der Muse geküßt und meine Fresse, Berlin bleibt hart, um’s mit Aggro zu sagen!
Etwas nervend leider ein besoffener Punk, der schon auf vergangenen Konzerten durch Selbstproduziererei aufgefallen ist und die Bühne stürmt. Doch Pensen nimmt sich seiner äußerst souverän an und alles geht gut und vorbei. Nur der „Herzblatthubschrauber“ geht dadurch ein bißchen unter. Na ja, egal. Um Punkt 23:50 sind wir tatsächlich fertig, aber alle haben noch Lust, darum gibt’s noch einmal unsere Unplugged-Version von „Algerien“ und wie geil war der Tourabschluß überhaupt?

Aftershow bei Ernst, Rüdis neuer Stammkneipe: Viele Freunde, Bier und Jägermeister, dazu Livemusik von Rüdi, mit Bente am Schlagzeug und einem mir nicht näher bekannten Pianisten. Es wird lang und schmutzig und – ach, diese Tour ging extrem schnell zuende. Aber noch nicht ganz, Montag wird ja Hamburg katerkonzertmäßig gecheckt.
Darum keine Abschiedstränen, höchstens die der Rührung! Gute Nacht.

Galerie