Tourtagebuch

Tower, Bremen

20. Apr. 2006

von Tottovic

Aaaaalso: dieses mal haben wir fleißig geprobt, Kopfkillermäßige Geistesanstrengungen durchlitten, eben all das gemacht, was man soll, so man kann.
Wir nehmen nämlich auf dieser Tour unser zweites Album auf, da wollten wir nicht ganz so chaotisch vorgehen, wie letzten Oktober, ohne dabei unseren unbedarften Charme dabei übern Jordan ziehen zu lassen. Klar, was ich meine?

Darum jetzt auch mit am Start: Bente Faust, el Master del Recordiano. Schon unsere erste Platte hat er komplett aufgenommen, gemischt, veredelt, also, eigentlich ist das seine Platte.

Fred und ich – müde wie Sau und immer – laden unseren Tourbus ein, holen Bente, Pensen und Laburnski ab, besorgen benötigtes Equipment und ab geht’s nach Bremen. Toftes Konzertwetter und ein schnieker Laden lassen unsere Herzen freudig hochpochen.

Im Tower ist’s gar super: Sebastian mischt uns allerliebst, Harry, der Ladenchef kocht knackigen Kaffee und Burger und Rüdiger sind pünktlich wie vorfreudig per Bahn angereist.

Unser Backstageraum besteht aus einem ganzen Cafe samt Kicker, der alle monstereigenen 50 Cent-Stücke binnen Sekunden frißt, das gierige Schwein.
Ein schneller Snack am HBF, den Amateurskatern beim Hinfallen zugeschaut, dabei festgestellt, daß neuerdings Skater dämlich sind, weil sie keine anständigen (weiten) Hosen mehr tragen, und zack! 20 Uhr.
Tatsächlich Leute jetzt schon vor der Tür.
Wir machen uns Backstage noch ein bißchen in die Hose, so vergeht die Zeit bis zum Konzertbeginn wie im Fluge.
21 Uhr: Start
Der Laden ist super gefüllt, 83 zahlende, insgesamt etwa 100 wunderschöne Menschen rocken uns enorm. Darunter natürlich auch viele bekannte Gesichter: Normann Schuh, mein Nachmieter in Cologne, die Liedermacher von Spieltrieb, Michi aus Düsseldorf, Ralf aus Bremerhaven, mal ernsthaft: Hammer, woher die Leute überall anreisen für uns sechs Monsters.

Zugegeben, der Anfang – na ja, wir sind eben nervös wie hoffentlich langsam mal DSDS-Gewinner Tobias Regner bei den Gedanken an seine musikalische Zukunft in 12 Monaten , zudem – man muß es so hart sagen- kackt das Gitarrenkabel von Fred total ab und enttäuscht uns schwer. Aber smarte Checker, die wir sind, kommen wir – nicht zuletzt wegen des geilen Publikums – schnell in Stimmung, das ganze kriegt Power und der Abend eine ordentliche Ladung Monsterbeschallung.
Extrem hardcoremäßig muß sich Pensen durch den Abend schlagen, denn erstens spielt er auf dieser Tour auf drei verschiedenen Klampfen, was sicher Sinn macht, wenn man davon was versteht, und zweitens hatte er keine Möglichkeit, die Stücke im Vorfeld anständig zu proben, weil er sich drittens vor knapp drei Wochen den rechten Daumen gestaucht hat. Stützmanschette und schmerzende Finger sind die natürliche Folge.
Das Konzert wird lang wie gut, ein bißchen chaotisch, aber mit viel Herz und interessanten Neuerungen, doch, so kann man es sagen. Some technical desaster, but everythings quite nice and rock and überhaupt!
Ein toller Abend mit Extrazugaben wegen frenetischem Zugabegerufes, Schnapsfrei aber gerstengetränkt – vielen Dank für so einen schönen Tourstart.
Im Anschluß schnelles Einpacken, dann trennen sich die Wege, Bente, Rüdi, Pensen und Burger nächtigen im Hotel und ziehen sich womöglich Filme rein, die Burger qausi fässerweise auf seinem brandneuen I-Pod gebunkert hat, der Rest genießt einen lauschigen Abend bei Bier und den Foo Fighters in einer Bremer WG. Fred müht sich zu entsinnen, in welchem Zusammenhang heute von Pensen der Begriff „endschwul“ gefallen ist, kommt auch drauf, doch fragt ihn selbst. Ich lerne dabei, daß Becks in Bremen hergestellt wird und Laburnski lernt beinahe, daß als Zwischenzeit die ungenutzte Zeit zwischen zwei Sekunden bezeichnet wird. Leider entschläft er bereits vor dieser Erklärung. Aber vielleicht liest er ja mal diesen Bericht. Dann weiß er’s ja. Gute Nacht.

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