Tourtagebuch

Bärenzwinger, Dresden

28. Apr. 2006

von Tottovic

Früh um 10:15 Uhr treffen wir uns alle am Mainzer Hauptbahnhof und versorgen uns mit Kaffee.
Heute haben wir unseren Horrorstreckentag, 500 km bis Dresden, auch ist es Freitag und die Autobahn extrem bestaut.
Um Zeit zu sparen beschließen wir, uns nur einen schnellen Snack bei McDonalds einpacken zu lassen und während der Fahrt zu essen. Desaströser Plan, jener, denn sowas klappt bei uns nie:
Zunächst wird Rüdiger von der Kassiererin übelst beschissen, dann fängt ein Kollege (Name der Zensur zum Opfer gefallen) an, vor dem Bus zu essen, was unseren Plan ungefähr völlig bescheuert macht, und zu guter letzt kippt noch kurz vor der Weiterfahrt Burgers gesamte McDonaldstüte samt Cola auf Rücksitz und Hose. Zeitverzögerung deluxe.
Die Autobahn, unendliche Weiten? Hm, Stau, Stau, Stau.
Auf den hinteren Plätzen DVD-Power, tourfahrtgemäßes Schweigen herrscht. Scheinbar ist der Film aber lustig.
Ibis-Hotel in Dresden: Drei Türme, riesengroß. In dem uns per Vorbestellung zugewiesen, behauptet die Dame an der Rezeption, es wären für uns keine Zimmer mehr frei. Leicht überfordert am Computer wirkt sie, wir von der Situation, aber alles löst sich auf derart unspannende Art in Wohlgefallen auf, daß eine genauere Berichterstattung meine Finger beim Tippen einschlafen lassen würden.
Der Bärenzwinger ist ein sehr schöner Laden voll Flair, unser Soundcheck geht dank Mischer Uwe ungewohnt schnell von der Bühne und die belegten Brötchen schmecken sehr gut.
Kurzes gemeinsames Rekapitulieren der Tour auf der Empore, abgelöst mit ängstlichen Blicken gen Eingang auf der permanenten Suche nach Sichtung von Publikumszuwachs.
Alle Ängste sind völlig unbegründet: Der Club wird gut voll und die Stimmung ist super.
Gut, beim ersten Song bemerkt Bente, daß irgendwelche Kabel falsch gestöppselt sind und beim „Döner“ setzt meine Gitarre kurz aus.
Aber das sind höchstens Wehmutströpfchen angesichts des tollen Konzerts an diesem Abend, das dank des Publikums hinterher schnell in die Top 10 Liste unserer besten Auftritte aufgenommen wird.
Fred wird mit 113 db Applausdezibelking, unserem letzten Song, dem neuen Frische Mische-Lied „Ich muß weg!“, erfindet das euphorisierte Publikum den Refrain: „Ihr bleibt hier!“, um uns am weggehen zu hindern, was natürlich funktioniert, und so wird Würzburg von Dresden in punkto Spiellänge noch geschlagen.
Ein absoluter Hammerabend! Vielen Dank, Dresden!
Nach dem Konzert gehen die anderen ins Hotel, während Rüdi, Fred und ich unvernünftig sein wollen und auf diverse Whiskey-Cola mit Bekannten noch das „Hebedas“ aufsuchen. Ein runder Abend angereichert durch die Erkenntnis, daß es um halb sechs Uhr morgens wieder hell ist und in Dresden alle Taxen besetzt sind.
Prost.

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