Tourtagebuch

Faust-Warenannahme, Hannover

21. Apr. 2006

von Tottovic

Erstmal ein schönes Frühstück in la WG inklusive Kuchen, denn eine Bewohnerin hatte gestern Geburtstag. Ein gutes Timing. Nach drei Folgen „Stromberg“ heißt es allerdings doch Abschied nehmen und die Hotelbewohner einsammeln. Die sind allerbester Laune und schwören, in dem besten Hotel ever geschlafen zu haben. Kuchen gabs indes keinen.
Die fahrt nach Hannover verläuft völlig komplikationsfrei, sogar dieses komplizierte Gerät von Pensen, mit dem man MP3s über Radiofrequenzen hören kann, funktioniert nach dem 30ten Versuch, und in krasser Reihenfolge beschallen uns Johnny Cash, FlowinImmo, Katze Klose und Jürgen Dose. Gut, das.
Wegen Musikerdasein machen wir einen Zwischenstopp im Hannoversaner Musikmekka, ich blaib aber aus Faulheit im Bus und genieße die akkustische Untermalung durch Laburnski, der permanent eine neue Frischemischestrophe über den Parkplatz trällert.
Nächster Programmpunkt: Pensens Gitarre zur Reparatur bringen, C Punkt von den Wohnraumhelden hat uns einen guten Klampfenheiler empfohlen. Burger, Bente, Rüdi und ich sind da aber nicht dabei, denn der Hunger hat uns im Griff und MC Donalds im Zentrum liegt auf dem Weg.
Nach MC Rib und Co wird etwas flaniert, denn der Frühling, er scheint nun endlich da zu sein. Übrigens toll, daß gerade auf unserer Tour hier das Superwetter ausbricht, denn das kostet immer ordentlich Zuschauer. Macht nicht gerade glücklich.
Bente ersteht eine KLF-Maxi, Burger Techinckram, ich das langweiligste Softeis der Welt und im Schuhladen piepst die dämliche Piepschranke so oft, daß ich schon von allein zu einem Verkäufer gehe, um ihm meine Tasche zu zeigen. I’m no thief!
17 Uhr im Club: Fred, Pensen und Labörnski empfangen uns choral: Vorverkauf heute: 160!
Häh?
Stimmungsbarometer: hoch!
Dennoch lästige Pflichten schnell erfüllt: Aufbau, Probe, Tourtagebuch, Soundcheck.Holgi, unser Mischer ist sehr nett und weiß auch, uns mal ein bißchen in den Hintern zu treten, wenn wir den ursprünglichen Zweck eines Soundchecks aus den Augen verlieren und nur noch durcheinander quasseln. Alles super, auch die Wohnraumhelden, die sich erfreulicherweise bereit erklärt haben heute unseren Support zu mimen, sind inzwischen da. Folge: erstes Bier und Nikotin.
Inziwischen ist es auch 20 Uhr und – alles klar – eine Schlange steht vor der Tür. Irgendwie ist das alles ganz schön unglaublich: ziemlich schnell bekommen wir von Achim von Koks-Music die Info zugesteckt, daß Leute bereits heimgeschickt werden mußten, weil der Laden komplett ausverkauft sei. Wie bitte? Wasnhierlos??? Monsters überfordert? Yepp! Total. Damit hat nun echt keiner gerechnet. Rüdi geht Zigaretten ziehen, der Mann an der Kasse will ihn wegen Nichterkennens nicht mehr reinlassen, Rüdi fragt die wartende Schlange, ob sie ihn vielleicht kennen, „Rüdi“-Chöre sind die Folge, also jetzt mal im Ernst: Gibt’s doch alles gar nicht!
21 Uhr: Wohnraumhelden. Konzerte von C-Punkt, B-Man und Krösus sind immer eine ganz besondere Sache, da wird zelebriert und der göttin der Musik gehuldigt, daß einem warm ums Herz wird, und die Kette der Liebe entsteht von ganz allein. Wer die Wohnraumhelden nicht mag, dem fehlt ein Kilo Seele. Checkt mal: www.wohnraumhelden.de
Hannover hat Seele, frenetisch werden die drei Herren samt Casio gefeiert und der Abschluß mit Fred und Hubschrauber geht enorm nach vorn!
Dann wir:
Wie es war? Gigantisch! Absolut der Hammer! Die alten Lieder werden gefeiert, die neuen Lieder werden gefeiert, es wird mitgesungen, mitgeklatscht, wir und das Publikum sind aber auch wirklich super drauf, man muß es so sagen. Hier einige Blitzlichter des Abends:

* Fanatischer „Rüdi“-Gesang, sobald Maestro Bierhorst zur Gitarre greift.

* Fred schlägt bei Schönheiutschirurgie vor, daß Publikum könne doch bei den Strophen sitzen und zum Refrain aufstehen und das Publikum macht das einfach und alles ist plötzlich total Rockshow!

* Micha von Lekker läuft an der Bühne vorbei, gerade als wir sein Lied „Ich trink dich schön“ spielen, wird auf die Bühne zitiert und geht dialogtechnisch mit Burger ab.

* Die Wohnraumhelde spielen szenisch das Paar aus „Herzblatthubschrauber“ und B-Man rutscht detailgetreu aus.

* Bei der ruhigen Viertelstunde sind tatsächlich alle ruhig.

* Bei Haste mal leuchten viele Feuerzeuge.

* Bei „Algerien“, total unplugged vorgetragen, sind auch alle leise

* undundund....

Ein Hammerabend, eine große Nacht und ein riesen Dankeschön an alle. Hannover ist derbe am Start! Zitat Laburnski: „HIGHLIGHT!“

Für alle die, die nicht mehr reingekommen sind, tut es uns sehr leid, aber der Andrang kam auch für uns völlig unerwartet. Demnächst sind wir ja wieder in Hannover, auf dem Maschseefest werden wir wieder unser Bestes geben, denn Hannover ist – Beweise siehe Tourbericht – jede Reise wert! Fragen? Nein. Fazit: Alles ist gut und Monstern macht Laune!

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