Tourtagebuch

Rosenkeller, Jena

26. Apr. 2006

von Tottovic

Heute geht’s gar sportlich los: Schwimmen im Nautiland! Bis auf Bente und Rüdiger, die noch mehr Kultur tanken und Wäsche kaufen wollen, machen alle mit. Zwei Stunden Wellness und Bahnen ziehen, ein erholsamer Traum.
Auf der Autobahn alles wie gehabt – hinterste Bank schaut DVDs, mittlere Bank führt Konversation und Fred fährt wie der Chef der Straße.
Postschwimmhunger führt uns zum Autohof, da trennen sich unsere Wege vorerst, gutbürgerlich essen die einen, zu Mc Donald’s verschlägts die anderen. Vor der Raste stehen gar wundervolle, überdimensionierte Instrumente, weshalb kurzerhand eine kleine Fotosession einberufen wird. Da das allerdings eh alle naselang bei uns vorkommt, ist diese Info eigentlich total überflüssig. Jena 18:30: Alles easy, Tom, der Veranstalter ist da und es wird bereits aufgebaut. Diesmal im größeren Raum, was eigentlich ein bißchen schade ist, weil hier die Leute stehen müssen und die Aufnahmequalität darunter leiden könnte. Sooweit möglich, lassen wir das Publikum sowieso lieber sitzen, denn drei Stunden im Stehen ist für keinen richtig cool.
Es gibt hervorragenden Auflauf, Käsebrötchen, Kekse und Gummibärchen und einen guten Soundcheck, der aufgrund seiner totalen Unspektakularität keine weitere Erwähnung findet.
21 Uhr: Die Leute strömen rein. Der Rosenkeller wird schön voll und um 22 Uhr geht’s los.
Die Leute sind sehr feierwillig, das macht natürlich Spaß. Sicher, wie gesagt, alles ist ein bißchen unruhiger, aber die Leute sind auch diesmal wieder äußerst textsicher, manchmal mehr als wir, könnte man fast sagen.
Der Bühnensprung bei „Schönheitschirurgie“ läßt ein Bühnenelement einsacken, die Pause wird also diesmal zur Reparatur genutzt.
Bei „Marzipan“ versagt diemal Freds DI-Box, aber Pensen steigt schnell für ihn ein.
Glücklicherweise werden alle Defekte und jedweder Chaosanflug von allen Seiten äußerst locker aufgenommen und puschen die Stimmung sogar an.
Nach dem zweiten Zugabenblock sind Börnski, Rüdiger und Fred erstmal Blase leeren, aber das Publikum ruft weiter, also gehen wir drei Restmonster wieder rauf und spielen Türen, in dessen Verlauf auch Rüdi und Labörnski wieder auftauchen. Während der zweiten Zugabe raunt mir Rüpdi ins Ohr, daß Fred nicht mehr auf die Bühne kommen kann, weil er tierisch unter Kopfschmerzen leidet. Wir spielen den Song zuende und verlassen die Bühne aller Zugaberufe zum Trotz, um nach Fred zu sehen: Der hatte sich heute nämlich den Kopf an der niedrigen Backstagetür gestoßen und jetzt dröhnt sein Schädel laut eigener Aussage „wie ein Kater verzehnfacht“.
Eine erregte „Arzt?– ja !– nein!“- Diskussion entfacht, über die Freds Schmerzen abklingen, worauf er ein Machtwort spricht und dem Arztbesuch die Absage erteilt.
Stattdessen begeben wir uns – leider exclusive Pensen, der ins Hotel will, dafür aber in freundlicher, wenn auch dem Etablissement skeptisch gesonnener Damenbegleitung traditionell ins benachbarte „Titty Twister“, einer provinziell anmutenden, aber charmanten Table Dance Bar. Wenigstens einmal im Jahr wollen wir auch mal Rockstars sein, zudem hat uns die Mötley Crüe- Biographie zu einer solchen Exkursion animiert. Da wir aber keine Rockstars sind, verzichten wir darauf, mit Fuffis durch den Club zu werfen und prosten uns mit stark gemixten Caipirinhas zu, auf Glück, Erfolg und auch Gesundheit. Heute ganz besonders!

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