Tourtagebuch

Caveau, Mainz

27. Apr. 2006

von Tottovic

Ein grauer Tag. Unter normalen Umständen schade, aber tourbezogen gesehen, sind graue Tage am besten: Keiner will draußen rumsitzen, aber trotzdem was unternehmen.
Wegen der heutigen Semestereröffnungsparty in Mainz ist uns dennoch ein bißchen flau, denn solche Eventhighlights kosten immer einen Haufen Zuschauer. Aber erstmal egal.
Bevor wir Jena verlassen, muß unbedingt noch ein Mediamarkt aufgesucht werden, damit auch alle Kopfhörer zum DVD-Gucken erstehen und auch wirklich jede Konversationsgefahr im Bus ausgemerzt wird. Fred und ich haben davon eher weniger, aber immerhin finden wir hier den besten Fischbrötchenverkäufer Deutschlands.
Im Bus ist’s auf der Fahrt sehr still, denn King Kong fesselt die hintere Belegschaft und ich schlafe sofort ein. Fahrt, Film und Daunenkino dauern exakt drei Stunden, kurz vorm Hotel gibt’s noch einen Stau, weil sich sowas wohl wegen Murphy gehört, aber das Hotel ist schnell gefunden.
Eine schnelle Dusche später verfahren wir uns trotz Navigationssystem und erreichen das „Caveau“, einen schönen Kellerclub etwas später.
Dennoch zu früh, außer Phillipp ist noch niemand da. Die Folge: Kampsbrötchen, Subway-Baguettes, Fußball und Chinafood-Bestellungen.
Der Soundcheck verschiebt sich auf 19:30, nur eine halbe Stunde bis zum Einlaß, das ist weniger als wenig, aber Mischer Sepp – und er heißt wirklich so – hat alles im Griff und vermag auch im späteren Verlauf des Konzerts diverse technische Aussetzer zu korrigieren. Dennoch die besten Genesungswünsche an unseren eigentlichen Mainzmixer, der momentan im Krankenhaus verweilt. Zum Glück nichts schlimmes.
Der einzige Nachteil am „Caveau“ ist, daß es keinen Backstageraum gibt, weshalb wir unser Essen im Treppenhaus runterschlinbgen müssen, weil sich der Saal glücklicherweise sehr gut füllt. Uns fällt allen ein Stein vom Herzen, der durch den im Magen ausgeglichen wird, denn Chinahuhn mit schwarzen Bohnen zehn Minuten vor dem Auftritt kommt äußerst heftig.
Vor dem Konzert dann einmonstern, in einem Raum, der hinter der Theke liegt und – wie wir feststellen hervorragend zum ruhigen Abendessen geeignet gewesen wäre.
Ab geht’s:
Das Konzert wird toll!
Das Publikum ist auch toll!
Wir finden alles toll!
Spontan wird unser kleiner Tour-Insider, ein wohliges „Aaaaah“ mit anschließender Stadtnamennennung, entnommen dem dritten Indiana Jones-Film, in die Show als publikumsbeteiligende Sondereinlage übernommen: Wir – „Aaaah“, Mainz – „Mainz“
Für den Moment aber lustiger als in seiner Nacherzählung.
Ein extrem gelungener Abend mit sehr aufnahmebereiten Hörer/Innen. Danke schön!
Nach dem Konzert ein bißchen Merchandise und ein schönes Beisammensitzen mit engeren Freunden von Band und Caveaupersonal bei Bier und Joint Venture-Musik, bis sich einer der ebenfalls anwesenden Punks Rüdis Gitarre erbittet und wunderschöne Eigenkompostionen vorträgt.
Schöner kann ein schöner Abend kaum ausklingen, darum tut er das an dieser Stelle auch.

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