Tourtagebuch

FZW, Dortmund

03. Nov. 2006

von Totte

Guten Tag! Es ist 11 Uhr und die Monsters testen im Etap-Hotel zu Koblenz diverse Automatenkaffeesorten. Das Ergebnis schwankt zwischen igitt und himmlisch, denn wir sind totale Individualisten. C’est so.
Überkoffeiniert besteigen wir anschließend den Bus, um rasch nach Dortmund zu fahren, denn wir haben viel vor heute: Swimming deluxe!
Fit wollen wir werden, darum bitte nur das beste: Burger telefoniert sich im Verlaufe der Fahrt gar zur Stadtbehörde durch, um herauszubekommen, welches Bad in Dortmund über den besten Leumund verfüge. Die einhellige Antwort lautet: Solebad!
Na gut, denn erstmal eine Autobahnraste entern, um die nötige Grundlage zu schaffen: Würstchen, Rouladen, Käsebrötchen. War auch sehr lecker, bis auf die Würstchen und die Käsebrötchen. Die Roulade hab ich nicht gegessen.
Zu den Klängen von Eins, Zwo fahren wir im Ruhrpott ein, die Stimmung ist wohltemperiert, das Wetter sehr clubtauglich.
Aber erstmal zum sportiven Gemeinschaftserlebnis.
Am Solebad angekommen, stellt sich allerdings raus, daß nur Burger, Labörnski, Pensen und ich daran teilhaben wollen, Fred will was anderes, hauptsache NICHT schwimmen und Rüdi will noch einkaufen gehen. Dies ist wiederum gut für mich, denn er erklärt sich gleich bereit, mir die mir wegen Kulturbeutel zuhause gelassen fehlenden Hygieneartikel mitzubringen.
Schnell eine Einkaufsliste gemacht, warm voneinander verabschiedet, dann auf in ie Fluten.
Der Eintritt kostet 8,30 Euro für drei Stunden schwimmen, 10, 30 Euro für ebenso lange schwimmen plus Sauna. Letzteres nehmen Burger und Labörnski gerne an, während Pensen und ich ausschließlich Bahnen ziehen wollen und irgendwas von Pussykram nuscheln.
Labörnski kauft zudem noch eine schnieke Badehose, während Burger und ich noch eine wahre Odysee unternehmen, um uns Handtücher leihen zu können.

Danach treffe ich einen recht ratlosen Pensen vor dem Planschbecken.
Ich: Wosn das Schwimmbecken?
Er: Hier.
Beide: ???

Wie soll man denn überhaupt hier schwimmen, geschweige denn drei Stunden lang, wenn sogar mir das Wasser nur bis zur Hüfte reicht und man für eine Bahn knapp fünf Schwimmzüge braucht?

Es verwundert nun wenig, daß hier ausschließlich Rentner anzutreffen sind. Die haben nämlich alle viel Geld und wenig Puste.

Na ja, glücklicherweise gibt’s noch draußen ein etwas größeres Becken, welches aufgrund der Novembertemperaturen auch derart brachliegt, daß wir ungestört Leistungssport betreiben können.
Burger und Labörnski machen eine Weile mit, dann wird’s ihnen zu blöd und die besuchen die Saunalandschaft, wo sie dann spannende Abenteuer mit Badehosenverbot erleben, die aber nur von ihnen selbst überliefert werden sollen, wenn ihnen danach ist.

Um 16 Uhr reichts uns auch, raus aus dem Betrügerbad, rein ins benachbarte „Cafe Green (Name entfallen), wo die Bedienung so nett wie unterbeschäftigt ist und ob der Bestellungsflut von einem Kaffee und einem Wasser leicht ins schleudern gerät.
Egal, die Zeit bis uns Fred abholt geht so schnell rum, da leuchtet bereits der blaue Bus, Labörnski und Burger saunen noch, aber egal, es wird Zeit.
Zu dritt to da Club, wo bereits alles super aufgebaut ist und ein buntes Sortiment schmackhafter Brötchen im Backstagezimmer leuchten.
Kurze Völlerei, dann aber Bus entladen. Wir haben heute sogar einen Helfer, Jörn, der sehr kräftig ist aber auch schnell beleidigt, wenn man ihm beim Kühlschranktragen helfen will. Na gut. Trotzdem hilft er mir dann noch, das Banner aufzuhängen, und nachdem das erledigt ist, steht auch schon Ute – unsere Soundfrau – bereit und läßt uns Tonchecken. Es wird ein völlig entspannter, extrem guter, kurzer Check, alles flutscht und flugs sitzen wir wieder – inzwischen komplett – im Backstage und werden mit leckeren Nudeln mit Puten-Paprikasoße versorgt.
Es ist jetzt 19:30 Uhr, der Einlaß ist erst um 20 Uhr.
Der Platz vor dem Club füllt sich bereits und alles läuft sehr gut.
Total neue Situation für uns: Alles ist früh fertig, wir müssen uns keine Sorgen mehr über Publikumsmangel machen, haben gut gegessen, der Magen kann in Ruhe arbeiten und es ist noch nicht mal Einlaß!
Hammer.
Dadurch entsteht aber auch folgendes Problem: Was machen wir denn jetzt bis zum Auftritt?
Wir entscheiden uns für Pensens Vorschlag und schauen uns bis zum Konzertbeginn die Ärzte-DVD an, die uns im Konzertverlauf dann wohl auch nachhaltig beeinflußt, doch dazu später.
21 Uhr. Einmonstern, völlig entspannt, alle, ab auf die Bühne.
Der Saal ist richtig gut voll, im Nachhinein erfahren wir gar, daß er ausverkauft ist.
Zum Konzert?
Wunderschön! Ein unglaublich nettes, feierwilliges Publikum, einige gar aus Osnabrück und der Schweiz angereist, die „Platz an der Sonne“-Clique ist ebenso da, wie die Konzert-Junkies-Posse, ach, einfach klasse!
Wir füllen die Songpausen mit sehr Ärzte-verstrahlten Ansagen, da aber im Club selber vor dem Konzert meine Bäst of-CD selbiger Band lief, stoßen wir damit auf offene Ohren, der Sound ist super, alle machen mit und wir bescheren uns allesamt gegenseitig einen schönen Abend.
In der Pause kollidiere ich leider kurz mit Burger, was aber nicht von Dauer ist, denn erstens ist es einfach zu unwichtig, zweitens werden die richtigen Worte gleich gefunden, drittens sorry und viertens geht das Konzert so schön weiter, daß sich etwaige Querelchen sowieso von selbst eliminieren.
Es wird ein langer, lauter, lustiger Abend, und der Spruch des Abends kommt wieder von Fred bei der Ansage seines Stücks Morgenlatte: „Im nächsten Lied geht es ausschließlich um die Probleme von Männern. Und das bedeutet explizit!“
Vielen Dank Dortmund,Ihr wart groß!
Nach dem Konzert diverse Unterhaltungen, Merchnadise, ein kühles Bier, dann aber Abbau und ab ins Hotel. Besagtes ist einerseits extrem cool, sie haben unsere Zimmertüren mit dem Monsters-Logo versehen, andererseits aber schwer zu finden. Im selben Gebäude befinden sich nämlich auch andere Bereiche, so landen Börnski und ich auf der Suche nach den Zimmern in einem Fitnessraum, aus dem gleich zwei Damen vom Reinigungspersonal stürmen und uns vollquorren, daß hier schon mal überhaupt keine Nächtigungsgelegenheit wäre.
Egal, wir finden die Zimmer dann ja doch noch, verabschieden uns recht schnell in diese und verbringen die Nacht auf unterschiedliche Art: Musik hören, lesen und Gute Nacht Zigaretten rauchen.
Kollektiv allerdings fürchten wir uns noch ein bißchen vor einem total Betrunkenen Aggressoren, der hier durch die Flure läuft und dann und wann in unseren Zimmern steht. Fazit: Türen verschließen und bei einem leicht (Zitat Rüdi) „Shining“ mäßigen Schauer langsam entschlummern.
Redrum, redrum ...

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