So Leute, ich habs ja bereits im gestrigen Bericht (der sich natürlich zu lesen lohnt) erwähnt: Das wird jetzt ein recht kurzer Tagebucheintrag. Ich bin im Urlaubsmodus und etwas bräsig, und schließlich bin ich ja versehentlich Monster geworden, um auf Disziplin zu pfeifen.
Jedenfalls wache ich in der Hütte des Adriakustikfestival auf, schreibe den Tourbericht, trinke Kaffee im Hängemattenhotel, quatsche viel liebevolles Zeug mit liebevollen Menschen, dann wird erstmal im See geschwommen. Im See schwimmen ist immer Highlight, das kann gar nichts toppen, sorry.
Aber zweifelsohne hervorragend ist auch Felis und Melvins Morgenshow, die bravouröse BardInnen präsentieren, während die Sonne auf uns runterbrennt.
Aber es hilft nichts, wir müssen losfahren, denn das Spirit-Festival bei Magdeburg ruft, und natürlich folgen wir Anarchos jedem offiziellen Ruf gern.
Wir fahren in drei PKWs und kann darum nur von Börnski, Rüdi und mir erzählen, die über leere Straßen durch verlassene Gegenden cruisen und dazu via Youtube HipHop, Nostalgie und Punkrock tanken. Wir sind in sehr sommerlicher Laune und könnten eigentlich immer weiter fahren, nur ohne Ankunft Spirit Festival: Es ist schön und ultraheiß, aber wir sind noch sehr in unserem Ariakustikhippiemodus, und kommen innerlich nicht so richtig an. Hungrig sind wir auch, darum ist die Info, dass die Nudeln noch eine Stunde brauchen, emotional ein wenig kontraproduktiv.
Aber wir sind ja zum Rocken da, darum wird bei Kaltgetränken rasch eine Setliste gebaut und der Dinge geharrt.
Labörnski, Rüdi und ich machen eine kurze Runde über den Platz, was aufgrund der lieben Leute sehr stimmungsaufhellend wirkt, auch sehe ich, dass Nordwand gerade spielen, eine Band, von der ein Mitglied (sorry, Name vergessen) mich vor 20 Jahren ab und an nach Berlin gebucht hat, Freund Maggie ist ebenfalls überraschend da, und die Damen und Herren von Viva Punk zu trteffen, ist sowieso stets ein bißchen Heimkehr. Allzu lange können wir leider nicht konversieren, denn die Zeit dräut.
Der Soundcheck geht dank Supercrew um Thomas rasant und locker und zufällig erfahren wir dort auch, dass wir bereits um 19:15 Uhr, nicht um 19:40 Uhr, wie angegeben spielen. Gut, dass Fred gefragt hat.
Also sind wir schon beim Konzert. Und ich kann spoilern: Es ist sehr toll. Die Menschen, Publikum, Security, alle machen mit, singen Chöre, schwelgen, pogen, werfen Luftballons, klatschen und schenken uns eine wundervolle Stunde.
Wir selbst indes sind überraschend derart schnell heute, dass unsere eigentlich bereits ausreichend erprobte Einstundenfestivalliste schon in vierzig Minuten abgespielt ist. Hol’s der Teufel.
Kurzerhand packen wir rasch noch eine Handvoll Lieder in die Zugabenliste und landen eine Punktlandung.
Ich bin nassgeschwitzt, aber voller Adrenalin, als wir die Bühne verlassen, denn das war wirklich ein Wahnsinnsritt auf einem irokesenfrisierten Einhorn. Wunderschön.
Nun düsen wir leider ab, denn das Adriakustik wartet auf uns und wir wollen in den See springen. Aber Leute: Das war echt großartig. Genießt nun das Wochenende und danach ficken wir gemeinsam das System. Dann klappt’s auch mit den Nachbarn.