Resonanzwerk, Oberhausen
27. Apr. 2019

Tourtagebuch

Resonanzwerk, Oberhausen

27. Apr. 2019

von Totte

Oberhausen? It's a town in the Nähe of Mülheim an der Ruhr und da gibt es viel zu zu sagen. Schlingensief und H. Schneider, Sondaschule, die Region bietet so manches, was unsere Herzen weitet. Zunächst haben wir aber die Hinfahrt zu meistern, die erstaunlich kurzweilig wird, weil an den Tanken Bier und Whiskey/Cola feilgeboten wird. Es regnet übrigens, sehr gut für die Umwelt.

Wir sind ziemlich überzeugt, noch nie hier gespielt zu haben, aber in Wahrheit waren wir vor ca. zehn Jahren schon da. Da hieß der Club noch „Chill da Halle“ (oder so ähnlich) und wir haben Bilderwerk für unsere DVD „Das Auge hört mit“ mitgeschnitten. Was waren das für Zeiten. DVD... Alles ist seitdem anders. Außer wir womöglich. Immer noch planlos im Orbit.

Jenny, Björn, Lars und Co sind vom Laden, Alex von Veranstalterseite ein alter Gefährte und alle supernett. Im TV läuft Fußball-Derby, Hoffenheim gewinnt gegen Grönemeyer und das ist einigen Zuschauern diverse Jägermeister wert. Auch Pensens Verwandtschaft besucht uns und Nelli hat ihr erstes Konzert heute. Sie ist sehr fidel, hat Clarabär dabei und einiges zu erzählen. Mein Gemüt ist ein Spiegelei, es köchelt. Auch Patte besucht uns, das Partylevel hebt sich rasat.

Zum Konzert: Es wird ein eigenartiger Abend. Ich komme recht schwer rein, denn obschon das Publikum sehr willig ist, versendet sich die Atmosphäre auf dem Weg zur Bühne ein wenig und kommt als Gemurmel oben an. Dafür kann keiner was, aber man muß damit umgehen. Das klappt manchmal besser, manchmal schlechter. Bei „Mücken“ zum Beispiel sehr gut, Burgers Brille (neu) wird zum Thema, Klatschchoreographien werden erfunden und das ist ein Höllenspaß.

Börnski zaubert Magie in den Raum und Rüdi freut sich über Lieder, auch wenn's die eigenen sind, dann mit ein wenig Verzögerung.

In der zweiten Hälfte gibt’s aber gefühlt ein Stimmungsloch. Vielleicht liegts am Samstag, vielleicht am Raum, vielleicht an uns, jedenfalls haben wir das Gefühl, in einer Neuliedrutsche eher ein bißchen nebenher zu laufen. Es wird mitgefeiert, aber eher pflichtschuldig als freudig. So unser Eindruck. Ich verkacke einen Song total und finde danach nicht mehr in den Abend zurück, aber ohne schlecht gelaunt zu sein, eher so, als sei ich ein Mediziner auf einer Juristenparty. Dann aber kommen alte Songs und der Partypegel hebt sich augenblicklich. Menschen drehen durch. Herrlich. Punkermädchen, Interesse, Laterne, es wird geschunkelt und getobt, ich verkacke auch noch Vier Meter, aber der Feierbus rast weiter. Ein Glück. Habe ich den Junggesellinnenabschied mit Figuri und Schnaps für Fred erwähnt? Nein? Dann ist's höchste Zeit.

Nach dem Konzert entscheiden Rüdi, Patte und ich, dass es noch nicht genug ist und wir ziehen mit der Resonanzwerk-Crew zu einer Rockabillyparty, wo es gute Musik und interessante Drinks gibt. Sogar im Hotel anschließend dürfen wir noch Bier trinken, obschon es uns eigentlich aus den Ohren läuft. Dann gibt’s noch Hotelflurchaos und Hin und Her und man weiß ja auch nicht. Rocktour eben. Manchmal wäre Zurückhaltung schön. Today hat's nicht geklappt. Aber im Werk gab's Resonanz. Oberhausen, wir knien nieder!

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